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, 02.09.2004 Worbis reicht bis an die bewaldeten Hänge des nördlich vorgelagerten über 500 m hohen Ohmgebirges und zeichnet sich durch seine idyllische Lage aus. B 80, B 247 und die künftige A 38 tragen dazu bei, die Stadt aus unterschiedlichen Richtungen zu erreichen. Schon vor Jahrhunderten kreuzten hier Alt- und Geleitwege, um jenseits des Obertores die Weser-Elbe-Wasserscheide zu überwinden.

Weiter in der Geschichte

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Auch sah eine nahe Heerstraße im Mittelalter viel martialisches Kriegsvolk, das noch durchzog, als Worbis zu Beginn des 19. Jahrhunderts dem Napoleonischen Königreich Westfalen einverleibt war. Überkommene Relikte jener Jahre sind schnurgerade einst pappelbestandene Chausseen, über die nach heutiger Ausbauphase dicht der moderne Verkehr rollt.Auf an Quellen reichem Wasser Grund entspringen die nach Westen fließende Hahle und die nach Osten bei Sachsenburg der Unstrut zufließende Wipper. Selbst aus dem Ortsnamen ist Wasserreichtum herauszulesen. 1162 erstmals als Wurbeke erwähnt, steht das mittelhochdeutsche WUR für WEHR und das niederdeutsche BEKE für BACH. Die einst enggestaffelte Aufreihung von Mühlen an Hahle und Wipper, die zu ihrer Betreibung gestauter Wehre bedurften, trug nicht minder zur Namensgebung bei. Frühmittelalterlicher Lautwechsel von "k" vor oder nach hellem Vokal "e" oder "i" zu "z" im Wandel des Siedlungsnamens, wird bereits 1209 deutlich, als Giseler von Wurbi(z)e eine Pfändung an das 1162 vom Stammkloster Kamp am Niederrhein gegründete Zisterzienserkloster Reifenstein bezeugte. Eine Ursiedlung Worbis fixieren zu wollen, wäre indes vermessen. Geht man davon aus, daß die Unstrut 531 n.Chr., das Eichsfeld aber erst 897 n.Chr. erwähnt werden, ist zu vermuten, daß das im pagus onfeld, dem Ohmfeldgau, an Hahle und Wipper entstandene Worbis um 900 n.Chr. seinen Anfang nahm. Auch lassen Orts- bzw. Flußnamen erkennen, daß die ältesten Bewohner des späteren Obereichsfeldes zwischen 1000 und 400 v.Chr. Kelten waren. Ihnen folgten Germanen unterschiedlicher Stammesformation. Nach dem Untergang des Thüringerreiches 531 dominierten Franken und Sachsen. Unter letzterer Botmäßigkeit kam auch das spätere Mitteleichsfeld bzw. Untereichsfeld.Frühe Missionierungsbestrebungen im fränkisch-würzburgischen Raum unter dem irischen Wanderbischof St. Kilian (um 689 ermordet) rief dessen iroschottischen Nachfolger St. Bonifatius (eigtl. Wynfrith 672-754) auf den Plan, das begonnene Christianisierungswerk fortzusetzen. Dank Bonifatius´ intensiver Missionstätigkeit gewann nach dem 8./9. Jahrhundert auch im späteren Eichsfeld die Christianisierung weiter an Raum. Nicht zu übersehen ist, daß im einstigen germanischen Ohmfeldgau um 1120 Gerode als 1. Eichsfeld-Kloster gegründet wurde. Damals waren Benediktiner aus dem Fuldaischen hergekommen, um nach den Regeln des hl. Bendikt zu leben, das Land zu kultivieren und die Alteingesessenen für den christlichen Glauben zu gewinnen.In der frühen Worbiser Orts- und Stadtgeschichte ist nicht zu übersehen, daß der Ort in alter Zeit Teil der Grafschaft Lohra war. Sie war nach dem Aussterben der Grafen von Lohra, die vermutlich sowohl dem Rotenburger Grafengeschlecht über der alten Pfalz Tilleda, als auch dem Beichlinger entstammten, vor 1234 an die zeitlichen Grafen von Beichlingen gekommen. Später nannten sich diese gleichfalls Grafen von Lohra. Die Genealogie der Beichlinger Grafen weist aus, daß nach dem Tod Friedrichs III. v. Beichlingen 1275 dessen Söhne Friedrich IV. und V. sich das väterliche Erbe teilen, Worbis aber gemeinsam behielten. In eine Rotenburger und Beichlinger Linie aufgespalten, stiftete Friedrichs IV. Sohn Friedrich 1311 das Worbiser Zisterzienserinnenkloster, "schenkte ihm die ebendaselbst gelegene Peterskirche" (+ S.´ COVENT. ECCLESIE ST.PETRI.J.MARTWORTZ.) und nannte Worbis "oppidum nostrum" = unsere Stadt.Friedrichs V. Söhne Günther und Heinrich, im Besitz von Burg und halber Stadt, hatten ihren Anteil bereits am 7. September 1289 an den Landgrafen Albrecht von Thüringen verkauft.Schon 1238 war Worbis forense (Marktort) und wird am 2. Juni 1255 civitas Worfece, "städtische Gemeinde Worfece" genannt. Am 25. Juni 1276 in einer in Duderstadt ausgestellten Urkunde wiederum Marchtworbeze, wurden beim Verkauf von 1289 erstmals auch dessen Stadtmauern erwähnt: cum omnibus intra muros eiuesdem civitatis sitis et talibus bonis (mit allen innerhalb der Stadtmauern vorhandenen Liegenschaften).1336 verkauften die Urenkel Friedrichs IV. aus der Rotenburger Linie ihren Worbiser Anteil an den Landgrafen Friedrich von Thüringen. Nach dem Tod des Mainzer Kurfürsten Joh. I. kam 1373 Kurmainz in den Alleinbesitz von Worbis. Johannes´ Nachfolger Adolf I. v. Nassau kaufte während der Kämpfe mit seinem Kontrahenten Ludwig v. Meißen den thüringischen Anteil an Worbis. Bald darauf, 1381, verpfändete Adolf I. v. Nassau die Ämter Harburg und Worbis für 1662 Mark Silber an seinen Gefolgsmann auf dem Rusteberg Siegfried v. Bültzingslöwen. Die Pfandschaft sollte erst 1574 wieder eingelöst werden. Definitiv ist überliefert, daß Worbis 1320 Stadtworbis genannt wurde. 1576 erneuerte der Mainzer Erzbischof und Kurfürst Daniel Brendel v. Homburg die Stadtrechte. Er gewährte ein neues Sigel: auf quergeteiltem Schild in der oberen Hälfte 6speichig weiß auf rotem Grund das Mainzer Rad, auf gelbem Grund 3 Zwergbalken in der unteren Hälfte.50 Jahre zuvor hatte am 5. Mai 1525 der Bauernkrieg Stadt Worbis erreicht. Obwohl über den Durchzug der Bauernhaufen unter Thomas Müntzers und Heinrich Pfeiffers Führung wenig bekannt wurde, ist authentisch überliefert, daß eine Hundertschaft auf dem Rückweg vom niedergebrannten Teistungenburger Kloster, vor dem der Worbiser Zisterzienserinnen und der inkorporierten Kirche von St. Peter halt machte. Sie setzte sich aus Mühlhäusern, Worbiser Aufständischen und Bauern aus Birkungen zusammen. Hans Deupold aus Gernrode und mehrere "Nachbarn" flehten, man möge von der Klosterzerstörung ablassen, "denn ihr lieben freund, nit tut solches, denn nemen und brennen nit mag bestehen". (Knieb, Mainzer Prozeßakten III, 182). Die Schadenssumme aus der Kirchen- und Klosterzerstörung betrug "Summa summarum 1001 fl. (Gulden) berürter Beschedigung, so dem Kloster durch die von Mühlhausen in jüngstem Aufrur, als sie von Duderstadt zogen, mit Brand und Name zugefügt ist" (ebd. I. 5 ff.). Wahrscheinlich entstammt der spätgotische Passionsaltar in der Worbiser Stadtkirche dem einstigen Frauenkloster vor dem Untertor, weil dort die Aufstellung eines solchen Altares vor 1500 bezeugt ist. Die Klosterbaulichkeiten umfaßten mehrere Flügel, darin das Refektorium (Speisesaal) und Dormitorium (Schlafsaal), die Propstei, ein Brau- und Backhaus, ein Torhaus, Stallungen, Scheunen und Vorratsräume. Sämtliche Gebäude einschließlich der Fischteiche waren von einer hohen Klostermauer umgeben. Vorbeugend hatte man Urkunden und bewegliches Sakralgut noch rechtzeitig nach Nordhausen auslagern können. In dem verwüsteten Areal hausten 1532 nur noch die Äbtissin und eine Konventualin. Als das Kloster endgültig verwaist war, hob man es 1540 auf. Noch vorhandene Klostergüter wurden dem Mainzer Amtsvogt auf dem Scharfenstein zur Verwaltung übergeben. Nach dem 30jährigen Krieg begann auf den Klosterruinen 1667 der Neubau eines Franziskanerklosters, dem der der Klosterkirche folgte. Als frühbarocke Saalkirche nach Plänen des großen Architekten A. Petrini entworfen und 1765 von C. Schmitt spätbarock umgebaut, kündet sie baulich und spiritiuell vom Geist und Glauben einer Epoche, die Gott als Mittelpunkt allen Seins erkannte. Wohl keine Kirche des Eichsfeldes strahlt eine größere Faszination aus, als die der Franziskaner in Worbis.Überhaupt hinterließ das 17. Jh. unauslöschliche Spuren in Geschichte und Architektur der Stadt. 1608 entstand das Alte Gericht des Doppelamtes Harburg-Worbis, dessen erster Amtsvogt Ioh. Stauffenbiel war. Die Sage weiß zu berichten, daß das damalige Amtshaus aus den Steinen der im Bauernkrieg zerstörten Harburg erbaut wurde und dort stand, wo das im Stil der Spätrenaissance errichtete größere Amtshaus und spätere Rentamt noch immer die Blicke auf sich zieht. Das erwähnte "Alte Gericht" entstand 1608. Auf einem Inschriftbalken ist zu lesen:DVRCH - GERMANEN - ERTZCANTZLER - VND - CHURFÜRST jP:DIESES GEBE - DVRCH - DERO - ZEIT VOGTEN - AL HIER - IOHAN CAMERER - VORFERTIGEN - LASSEN. (jP = Kurfürst Joh. Schweikart, GEBE = Gebäude, VORFERTIGEN = fertigstellen).Ioh. Camerarius (1606-1616) war damals Amtsvogt oder Präfectus zu Stadtwormbs(worbis). Das während seiner Amtszeit entstandene Gebäude umschloß mit seinem massiven Unterbau Gefängnis, Folterkammer und Gerichtsstube. Im aufgesetzten Fachwerkobergeschoß lagen des Vogtes Amts- und Wohnräume. Rechts und links der aus rotem Sandstein gearbeiteten Portaltür mit Hohlkehlenprofilierung markieren kleine vergitterte Lichtöffnungen die Lage von Gerichts- und Folterkammer. Ein kleiner Vorraum trennte sie von den beiden Gefängniszellen mit Kreuzgewölben. 1818 schrieb der Eichsfeldhistoriograph Joh. Wolf in Denkwürdigkeiten der Stadt Worbis, daß "im Amtshause zu Worbis 1800 leider noch Folterkammer und Torturbock zu sehen waren". Aufgrund des am Ort etablierten Kriminalgerichtes bschäftigte das mainzische Amt einen eigenen Henker, der als Wasenmeister, d.h. Abdecker, ein Haus außerhalb der Stadtmauern vor dem Untertor bewohnte. Der Geschoßbau, auch "Meisterey" genannt, offenbart neben seinem kunstvoll geschnitzten Balkenwerk die Wohlhabenheit des bürgerlich verfehmten Schreckensmannes, dem zugleich ungeahnte Geschicklichkeit in der Wundbehandlung und dem Heilen von Krankheiten nachgesagt wurde. Über dem Türsturz findet man noch seinen Namen als den des Bauherrn und den Namen des Baumeisters:M. HANSCHRISTOFFEL-GÖRTELLER - B.H. HANSMERTEN-BEKKER - B. M. ANNO 1680Ein bzw. zwei Jahre später war Hanschristoffel mit der Einkerkerung, Folterung und Hinrichtung zweier junger Frauen befaßt, die unter der Tortur im Worbiser Gericht gestehen mußten, "mit dem Teufel im Bunde zu stehen und Hexen zu sein". Im Verfahren gegen die Breitenbacherinnen: 1681 Catharina Stadermann und 1682 Elisabeth Kunkell, fungierten Hermann Bernhardt Moring als Worbiser Amtsvogt, Joh. Hugold Strecker als Amtsrichter, Joh. Hugold Burchardt als Stadtschultheiß, Schöffen als Beisitzer, der Amts-Aktuarius als Prozeßprotokollant und Jesuiten des Collgiums Heiligenstadtiani als geistliche Berater. Wiederholt peinlich bis zum Verständnis verhört, wieder "rückfällig unbußfertig", wurden sie strafverschärfend "bei lebendigem Leib auf dem `Feld beim Galgen` zwischen Worbis und Kirchworbis eingeäschert". Bei der Verbrennung ist der einzige in einem Eichsfelder Kirchenbuch verzeichnete Hexereifall. Einzelheiten des Hexenprozesses gegen Catharina Stadermann sind zudem in der lateinisch verfaßten "Historia collegii Heiligenstadtiani" aus dem Jahr 1681 überliefert:"...Immer wieder treten Verbrechen und Hinwendung zum Bösen schon in jungen aber auch in reiferen Jahren in Erscheinung. Durch wunderbare Fügung göttlicher Vorsehung konnte es geschehen, daß die ungestüme Geschwätzigkeit eines 8jährigen Mädchens das schändliche Treiben eines Weibes ans Licht brachte. Als die der Hexerei Bezichtigte unter den Schrecken von Verlies und Folterkammer bekannte, schwor sie, von uns (der Gesellschaft Jesu) bedrängt, der Magie des Segensprechens und Wahrsagens aus selbstgefertigten Wachsbildern ab. Die Inquisitin brach wiederholt in Tränen aus und beklagte ihre Verbrechen. Ihr mit Schuld beladenes Leben verwirkt und dem Scheiterhaufen überantwortet, schaffte man die verurteilte Hexe, von uns mit den Sakramenten versehen, hinaus. Auf ihr Ende vorbereitet, bestieg sie unter unseren fortwährenden Gebeten den Scheiterhaufen, auf dem sie bei lebendigem Leib zu Asche verbrannte, damit darauf gehofft werden kann, daß ihre Seele geläutert in den Himmel kommt...".Dem Hexenwahn in Stadtworbis war der blutige konfessionelle Hader des 30jährigen Krieges vorausgegangen. Seine Furie hatte keinen Landstrich verschont. Nach Kriegsausbruch 1618 sollten fast ein Menschenalter lang friedliche Arbeit, Humanität und Moral gänzlich verlorengehen. Söldner und Landsknechte hatten ihre hohe Zeit. Gewalt regierte. Dörfer wurden zu Wüstungen, Äcker lagen brach, und nachts heulten wieder die Wölfe. Mit dem Krieg kam die Pest, die in Worbis von November 1625 bis November 1626 grassierte und 225 Menschen hinwegraffte. Hinzu kamen Kontributionen, die Stadt und Land in noch größere Not stürzten. Nach der Schlacht bei Leipzig kamen im September 1632 die Schweden mit Verbündeten in die Stadt. Gleich nach Ankunft zerstörten sie das städtische Brauhaus und zündeten den Ratskeller am Markt an, in dem unwiederbringlich das gesamte Stadtarchiv in Flammen aufging. Seit 1631 war Herzog Wilhelm von Weimar unter Gustav Adolf zum Gouverneur Thüringens ernannt worden und damit auch Herr des Eichsfeldes. Überall schwärmten Abteilungen der Lüneburger umher und raubten und vergewaltigten. Nachdem das Futter für ihre Pferde aufgebraucht und die Felder zertreten waren, verbrannten sie etliche Dörfer im Amt Harburg-Worbis. 1634 wurden 12 schwedische Kompanien auf die größeren Eichsfeldorte verteilt. Sie wüteten so ungeheuerlich, daß auch in Worbis trotz rauher Januarkälte die Bewohner in die Wälder flohen. Das Jahre 1635 brachte neue Bedrängnisse, als Oberst von Butlar mit seinen Soldaten "den arm gewordenen Leuten Gewalt antat und sie wie die Hasen von Hunden aus ihren Häusern auf die Gassen hetzen ließ". Wieder hielten Schweden bis 1641 das Eichsfeld besetzt. Obrigkeiten und Truppenführer wechselten, die Gewalttaten aber blieben. Eine Schwadron kaiserlicher Reiter überfiel Worbis, plünderte, schlachtete das verbliebene Vieh, stahl die letzten Vorräte aus den Scheuern und bemächtigte sich in wilder Orgie der Frauen und Mädchen, um sie auf offener Straße zu schänden. Als der unselige Krieg 1648 zu Ende war, zählte Worbis noch 322 Einwohner. In jenen Tagen wurde der Lebens- und Arbeitswille nicht nur der Worbiser auf eine harte Probe gestellt.Aufgrund der Verelendung der Stadt hatte der Mainzer Kurfürst Anselm Franz die Stadt 1682 von Amtsfuhren, Landfronen und anderen Lasten dispensiert und ihr Sitz und Stimme in den Eichsfeldischen Landständen gewährt, als Mitte August die Pest erneut ausbrach. Immer häufiger holperte der Pestkarren des Totengräbers Christoph König und seines Gehilfen Georg Reheschwumb zum Kapellenfriedhof an St. Nikolei inmitten der Stadt. Nachdem aber die Hausbewohner der Gassen hinter den Kirchen immer mehr Tote zu beklagen hatten, vermuteten die Hinterbliebenen, daß das Pestgift vom Friedhof her in ihre Häuser dringe. Also wählte man den weit vor dem Obertor gelegenen alten Friedhof im Sintefrieden, auf dem verstorbene Aussätzige des dort bis Ende des 16. Jhs. angesiedelten Leprosenhauses begraben worden waren. Daß Pestbakterien durch Rattenflöhe sowie durch Tröpfcheninfektion übertragen wurden, war aufgrund des damaligen Wissenstandes völlig unbekannt. Letztendlich trug ungebrochener Aberglaube dazu bei, die Menschen glauben zu machen, daß die "leydige Pestseuche Gottes Zuchtrute für Sünden und Verfehlungen sei". Am Ende der Katastrophe zählte das Pestregister des Pfarrers Heinrich Schopmann im Januar 1683 365 Tote. Demgegenüber verzeichnet eine Ratsangabe mehr als 400, zwei Drittel der Gesamteinwohnerzahl. Pfarrer Schopmann schloß sein erschütterndes Totenbuch, indem er auf den letzten Pesttoten Nicolaus Koch anspielte:"Hat also dieser Koch dem zaundürren, Verbeinten Sentzenträger, dem todt, nachdem er bey 365 mit seinem unersättlichen rachen Verschluckt, die Suppen Versalzen, die Zahn gestümpfet und endlich ersättiget."Für die Worbiser Pfarrgemeinde ist die am 20. September 1682 im Sintefrieden erfolgte Grundsteinlegung für eine Kapelle unvergessen, die aus dem Gelübde erwuchs, dort eine St. Rochuskapelle zu errichten, "damit der Herr gnädig die Seuche hinwegnähme". Der anwesende Mainzer Amtsvogt sowie der Gemeinderat ließen vor versammelter Bürgerschaft verlesen:"Wir Oberen auch ganze Bürgerschaft und christliche Gemeinde hiesiger Stadt Worbis geloben und versprechen hiermit, daß wir zuförderst zu Ehren der allerheiligsten Dreifaltigkeit der allerseligsten Jungfrauen und Mutter Gottes Mariae und aller lieben Heiligen Gottes: Insonderheit aber dem hl. Siegfried, zu dessen Gedächtnis unsere Vorältern in Festo Paschalis in festo Marci diesen Ort mit Beten und Wallfahrten verehret - dann dem hl. Sebastiano, S. Rocho, S. Antonio de Padua und der hl. Jungfrau Rosaliae, als welche vier Heilige und sonderbare Freunde Gottes und allen giftigen Krankheit Beladenen, durch ihrer der Gnade begabet sein, daß sie denen von der Pestilenz hl. Fürbitte bei dem Allerhöchsten die leidige Seuche angewendet und zur Gesundheit geholfen haben ... Dieses Gelübde ist mit Begleitung des hochheiligen Sakramentes verrichtet und vollzogen worden auf dem Orte, allwo die neue Capelle anjetzo aufgerichtet ist."Das Gelöbnis läßt erkennen, daß bereits vor dem an bezeichneter Stelle eine ältere Kapelle stand, deren Patrozinium definitiv nicht überliefert ist. Der Historiograph Joh. Wolf (1743-1826) räumte ein, daß ein Kopistenfehler in der Stiftungsurkunde zur Gründung des Worbiser Zisterzienserinnen Klosters 1311, die aufgeführte Brigidenkapelle mit einer vermuteten Siegfriedenkapelle verwechselt haben könnte. Wahrscheinlicher ist, daß in der Worbiser Gemarkung eine der hl. Brigida (irische Missionarin, 523 gest.) geweihte Kapelle existiert hat. Der Standort könnte, aber muß nicht, oberhalb des Altenbrunnen zu suchen sein. Bei im Mittelalter grassierendem Aussatz ist im Altenbrunnen noch 1599 das städtische Siechen- und Aussätzigendomizil nachgewiesen. Dessen Insassen stand eine Kapelle in der Nähe offen. Ihr Name ist urkundlich nicht überkommen. Daß in ihrer Nähe ein Leprosenfriedhof existiert hat, ist wahrscheinlich. Weil die in den Ort umgebende Flur in der Sprache der Zeit "Sintefrieden" hieß, könnte die Kapelle dem hl. Siegfried geweiht gewesen sein. Schließlich führt er im Gelübde von 1682 die Schar der "giftige Krankheiten abwehrenden Heiligen" an.Nicht von ungefähr erwählten also die Amts- und Stadtoberen, den wohl im 30jährigen Krieg aufgegebenen Kapellen- und Aussätzigenort zur Bestattung ihrer Pesttoten und gelobten auf alter Stätte eine neue Kapelle zu bauen, "damit durch der lieben heiligen Fürbitte der Herr gnädig die leidige Seuche hinwegnähme".Im 18. Jahrhundert geriet Worbis in die Wirren des 7jährigen Krieges. Zunächst machte Prinz Soubise nach der Schlacht bei Roßbach mit zahlreichen Truppen in Worbis Quartier. Später versuchte der berüchtigte Rittmeister Covats mit schrecklichsten Drohungen 20 000 Taler von der Stadt zu erpressen. Mit General Luckner, der seine Soldaten nach Lust und Laune in Worbis wüten ließ, machte der Alte Fritz (Friedrich II.) für die Bürger das Maß des Unglücks voll, indem er kurz vor Friedensschluß den Major von Tebra zur Plünderung in die Stadt schickte. Unter Androhung schärfster Exekutionen ließ der Major Roggen, Hafer und Pferde "bis auf den letzten Gaul" requirieren.Am 3. August 1802 nahm Friedrich Wilhelm III. von Preußen das Eichsfeld samt beider Reichsstädte Mühlhausen und Nordhausen in Besitz. Das kurmainzische Fürstentum Eichsfeld hatte aufgehört zu bestehen. Die Säkularisation der Klöster begann. Bereits 4 Jahre später hörte Worbis schon wieder auf, eine preußische Stadt zu sein. Napoleon trat auf den Plan und schlug das Eichsfeld dem Königreich Westfalen zu. Nach dem Niedergang des Napoleonischen Interregnums, 1813, ging das Eichsfeld wieder an Preußen. Die bisherige Eichsfeldverwaltung erfuhr einen grundsätzlichen Strukturwandel. Worbis kam zum Regierungsbezirk Erfurt in der neugebildeten Provinz Sachsen. Im Staatsvertrag vom 15. Juni 1816 tauschte Preußen Schwarzburg-Sondershausen gegen das Amt Ebeleben ein. Das alte schwarzburgische Amt Großbodungen mit Hauröden, Wallrode, Craja und Epschenrode, das Gericht Allerburg, das schwarzburgische Haynrode und weitere Orte wurden mit 40 ehemals kurmainzischen Orten zum Kreis Worbis vereinigt. Erster Landrat des neugeschaffenen Kreises wurde der Domänendirektor Reiche in Heiligenstadt. Gemeinsam mit einem Sekretär verwaltete er 52 Ortschaften, die insgesamt 29 337 Seelen zählten.Es folgten 70/71er Krieg und 44 Jahre später der 1. Weltkrieg. Wer hat je die Gedenktafeln im Kreis gezählt, auf denen die Namen der Gefallenen verzeichnet sind! Starben sie für Preußens Gloria oder pro patria, fürs Vaterland? Und wenn, sahen das auch so ihre Angehörigen? Kaum war die Weimarer Republik gestürzt, nagelten neue "Knobelbecher" auch über das Worbiser Straßenpflaster. Erst zeigten sich die braunen, dann die gefürchteten schwarzen Uniformen, an den Schirmmützen Totenköpfe. Bald kam Feldgrau hinzu. Trotz bitterer Erfahrung aus dem 1. Weltkrieg wagten Verderber den zweiten. Was mit Vernichtung von Gut und Leben im eigenen Land begann, überschritt bald Grenzen und Kontinente, bis es vernichtend auf jene und alle zurückschlug, "die da ausgezogen waren". Klein war das Häuflein derer, die aus dem Schlachten-Inferno zurückkehrten oder dem Tod in den Lagern entkamen. Wer zählte die Toten unter Bombenschutt begraben! Dennoch wurde bald danach und östlich der nahen Weser-Elbe-Wasserscheide Militantes wieder großgeschrieben. Die, die FRIEDEN auf ihre Fahnen schrieben, mißachteten ihn 40 Jahre gegenüber Andersdenkenden im eigenen Haus.Wie jedermann hat auch eine Stadt Facetten. Im Stadt- und Umgebungsbild von Worbis gibt es derer viele, oft wunderschöne. Ohne die unbestrittenen Worbiser Naturschönheiten und neuen Anlagen außer acht zu lassen, sind es zumeist seine Kirchen und Kapellen, die den Hauch alter Frömmigkeit atmen oder sich als Verweilorte stiller Betrachtung anbieten. Um dort in sonntäglicher Gemeinschaft oder allein vor einer unscheinbaren Kerze Zwiesprache halten zu können, bedarf es nichts weiter als schlichte Hinwendung. Wieviele Gebete mögen vor dem Vierzehnnothelferbild des 17. Jhs. in der einsamen Hardtkapelle aufgestiegen sein, das Carl Duval noch 1845 dort beschrieb. Was bewegt den Besucher, der um die Geschichte der St. Rochuskapelle im alten Sintefrieden weiß. Und blickt er dort springlebendig zu Tal fließenden Hahle nach, mag er an Jugend und Unbekümmertheit denken, an gestern und heute.Immer noch beginnt die junge Wipper an St. Nikolaus ihren Lauf. Aber suchst du das alte Ober- oder Untertor, bemühst du dich vergebens. Anders als die für Worbis so vertrauten Quellbäche verloren sich die mittelalterlichen Tore in der Zeit. Nimmst du einen alten Stadtplan zur Hand, wunderst du dich, wie kurz einmal die Wege innerhalb der Stadtmauern waren. Nur wenige hundert Schritte maß des Stundenrufers Weg von einem Tor zum anderen. Vieles war dazumal kleiner, verwinkelter, näher. Obwohl Worbis jahrhundertelang kurmainzischer Amtssitz war, blieb es überschaubar. Inzwischen blickt der Ort auf über 175 Jahre Kreisstadtdasein zurück. Man müßte schon Augen und Ohren verschließen, um den hoffnungsvollen Neubeginn und Aufschwung nicht wahrzunehmen.Stadtgeschichte - von Wolfgang Trappe
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Trink genug Wasser auf Wanderungen durch den Harz

Der Harz verführt das ganze Jahr über dazu, in ihm sich sportlich zu betätigen. Egal ob es einfach nur ein gemütlicher Spaziergang werden soll - der hier in diesem verwunschen anmutenden, deutschen Mittelgebirge schnell zu einer Wanderung werden kann - oder ob man aktiv Radfahren, Bergsteigen, Rudern auf einem der Talsperren oder im Winter Skifahren ist: Sport gehört in diesen Tagen zum Harz dazu wie Wald und frische Luft. Und genau diese Natur ist es, die einen dazu bringt, rauszugehen und sich zu bewegen.

Dazu ist es unabdingbar, immer genügend zu trinken. Das ausreichende Auffüllen der körpereigenen Depots - Wasser, Mineralstoffe und Vitamine - ist dabei unabdingbar. Deshalb sollte man am Besten immer etwas zu trinken dabei haben, gerade wenn man zudem noch (sportlich) aktiv ist. Dabei sind natürlich Wasserflaschen immer ideal. Sie können mehrfach genutzt werden, was die Umwelt dauerhaft schonen kann, da man die Mengen an Plastikmüll durch Nichtkaufen langfristig reduzieren kann. Dies natürlich nur dann, wenn man nicht Plastikflaschen kauft, um sie dann - unsinnig - in Trinkflaschen umschüttet. Besser ist es hier, wenn man das sehr gute und bestens geprüfte Trinkwasser nutzt, welches direkt zuhause aus dem Hahn kommt.

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