Frank Wollweber, 10.22.2003 Das Schloss des Grafen von Wernigerode stand früher südwestlich der heutigen Stelle, da, wo heute noch die Gräben der Harburg zu erkennen sind. Als der Hausstand des Grafen sich vergrößerte, fehlte es an Platz für einen Erweiterungsbau. Gern hätte er auf dem heutigen Burgberge ein neues Schloss errichtet, aber dafür reichten die Barmittel nicht. Als er sich nicht zu helfen wusste, gab ihm die Gräfin den Rat, seinen Wunsch dem Hausgeist vorzutragen.

Um Mitternacht kniete der Graf in der Burgkapelle und flehte zu Gott um seinen Schutz. Danach ging er auf den Dachboden, wo der Hausgeist seine Wohnung hatte, und bat ihn laut um Hilfe. Kaum hatte er seine Bitte ausgesprochen, da zog ein wundersames Klingen durch den Raum. Beruhigt ging der Graf zum Schlafen hinunter. Als er am anderen Morgen den Fensterladen öffnete, rieb er sich verwundert die Augen. Die Umgebung schien verändert. Die Häuser der Stadt Wernigerode sah er tief unter sich am Fuße des Berges. Der Hausgeist hatte sich in der Nacht gegen die Grundmauern gestemmt und das ganze Schloss mit dem Zauberwort "Rutsche fort!" nach dem jetzigen Platze hinübergeschoben. Nun konnte der Erweiterungsbau begonnen werden. Zur Erinnerung nannte der Graf sein Jagdschloss im Ardennenwald: "Rutsche fort!", woraus die Franzosen, die es in den Raubkriegen Ludwigs XIV. dem Deutschen Reich entrissen, "Rochefort" machten.