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Aktuelle Nachrichten

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Muss Domina neu gegossen werden?

Halberstadt l Es ist traurige Gewissheit. Die unter großer Anteilnahme der Halberstädter 1999 neu gegossene Domina ist beschädigt. So sehr, dass sie nicht mehr klingen wird. Nie mehr.

Wie von Rolf Lindemann, Baudirektor der Kulturstiftung Sachsen-Anhalt, zu erfahren war, hatte man bei den turnusmäßigen Wartungsarbeiten an den Glocken des Halberstädter Doms festgestellt, dass die Domina, mit 8,2 Tonnen größte Glocke des Geläuts, einen Riss hat. „Wir haben die Glocke daraufhin erstmal nicht geläutet und einen Sachverständigen hinzugezogen, berichtet Lindemann. Der Sachverständige stellte fest: Der Schaden ist so groß, dass die Glocke gar nicht mehr geläutet werden darf. „Wir haben sie also komplett außer Betrieb genommen“, sagt Lindemann und fügt an: „Ich hätte mit gewünscht, dass gerade diese Glocke länger gehalten hätte.“

Die Kulturstiftung ist Eigentümerin des Doms und damit auch der Glocken und somit zuständig für Wartung und gegebenenfalls Reparatur des Geläuts, dass deutschlandweit die meisten noch aus dem Mittelalter stammenden Glocken besitzt.

Der Schaden an der Domina, die am 3. September 1999 vor den Augen von fast 10 000 Besuchern auf dem Domplatz gegossen worden war, ist offenbar erheblich. Man prüfe zurzeit, ob die Glocke neu gegossen werden muss, sagte Lindemann. „Eine Reparatur wäre nach bisherigen Schätzungen nicht sehr viel billiger.“

Bis es dazu kommt, muss die Stiftung zunächst Angebote einholen und schauen, wie und wann so ein Neuguss finanziert werden kann. Ganz so teuer wie der Guss 1999 wird es wohl nicht werden, da man das Material schon zur Verfügung habe, wenn die Glocke eingeschmolzen wird. Doch was wird mit der Glockenzier, gearbeitet von Johann-Peter Hinz, müsste sie dann vorher abgeformt werden. „Er hatte den Glockenschmuck von Hand modelliert, es gibt also keine Vorlagen mehr dafür“, sagt Ralf Lindemann.

Im Jahr 1999 hatte nach einer vierjährigen Vorbereitung der öffentliche Neuguss der 1944 zu Kriegszwecken eingeschmolzenen Domina erfolgen können. Rund 300.000 D-Mark mussten für das Vorhaben damals an Spenden gesammelt werden, federführend engagiert hatte sich Dr. Harald Hausmann.

 Muss Domina neu gegossen werden?
Ins Sommerlager dank Altpapier

Blankenburg l Die Pfadfinder vom Blankenburger Stamm „Sankt Josef“ beteiligen sich zweimal im Jahr an der gemeinsamen Sammlung von gebrauchten Kleidungsstücken und Schuhen sowie Altpapier. Unter der Federführung von Andrea Rubrecht organisierten sie ihre Herbst-Aktion, an der sich zahlreiche Pfadfinder beteiligten.

Die gespendete Sammelware, die von der Kinder- und Jugendorganisation bei Spendern abgeholt oder von diesen gebracht wird, gelangt anschließend über das Kolping-Werk, ebenfalls eine katholische Organisation, zum Recyceln oder Aufarbeiten für den weiteren Verkauf. Mit dem so ersammelten Geld finanzieren die Pfadfinder einen Teil ihrer Gemeinschaftsarbeit, vorrangig ihr gemeinsames Sommerlager während der Ferienzeit.

Etwa 115 Kinder und Jugendliche im Alter zwischen sechs und 21 Jahren, etwas mehr Jungen als Mädels, gehören zum Blankenburger Pfadfinderstamm. Ihre Religionszugehörigkeit sei dabei zweitrangig, erklärten die jungen Leute während der Sammlung auf dem Hof der katholischen Kirche in der Helsunger Straße. Alle waren eifrig bei der Sache und entdeckten sogar noch manches interessante Fundstück unter den gesammelten Zeitschriften und ausrangierten Büchern.

Die diesjährige Herbstsammlung erbrachte nach Schätzung der Organisatoren wieder mehrere Tonnen Altkleider, Schuhe, Bettzeug und Altpapier, die auf dem Kirchhof in Plastiksäcke verpackt oder in Containern verstaut für den Abtransport vorbereitet wurden. Die Sachspenden gehen nach jeder Aktion in Kooperation mit der Kolping Recycling GmbH Fulda an Vertrags-Sortierbetriebe zur Wiederverwendung und fachgerechten Aufarbeitung. „Der Betrieb veräußert branchenüblich die sortierte Ware in das In- und Ausland. Die Gewinne fließen zu 100 Prozent in Sozialprojekte des Kolpingwerkes“, erklärt Organisatorin Andrea Rubrecht. Die erzielten Erlöse würden in Blankenburg, wie auch anderswo üblich, vollständig in die Kinder- und Jugendarbeit des Stammes investiert. Gestern gestalteten die Pfadfinder wieder das ökumenische Martinsfest mit.

Das genaue Ergebnis der Sammlung kann allerdings erst in einigen Tagen bekannt gegeben werden, da die gesammelten Dinge noch abtransportiert und gewogen werden müssen.

 Ins Sommerlager dank Altpapier
Erste Pleite schon vor Abellio-Start

Halberstadt/Wernigerode l Wird die Harz-Region abgehängt, wenn ab 9. Dezember 2018 die Abellio Rail Mitteldeutschland GmbH die Bahnleistungen vom bisherigen Anbieter Hex (Harz-Elbe-Express) übernimmt? Eine Befürchtung, die seit wenigen Tagen im Raum steht und die die Wernigeröder Stadträtin Dr. Martina Tschäpe (SPD) in der jüngsten Ratssitzung veranlasst hatte, Alarm zu schlagen. „Ich habe bemerkt, dass mit dem Fahrplanwechsel die Verbindungen zwischen Wernigerode-Halberstadt und Halle um 50 Prozent reduziert werden“, so die Stadträtin, die nur eine Schlussfolgerung hatte: „Da muss doch ein Aufschrei durch die Stadt gehen.“

Martina Tschäpe hatte das Defizit bemerkt, als sie mittelfristig eine Bahn-Verbindung von Wernigerode nach München herausgesucht hatte. Bei der Hinfahrt – vor Fahrplanwechsel und Abellio-Start am 9. Dezember – sei alles paletti. Danach – bei der Rückfahrt – werde sie über Göttingen und Goslar geleitet. Den Grund für diesen Umweg habe sie bei der genauen Recherche im Fahrplanwerk entdeckt: Statt bislang stündlichen Verbindungen werde die Region Wernigerode-Halberstadt-Halle dann nur noch alle zwei Stunden bedient.

Oberbürgermeister Peter Gaffert (parteilos), den Martina Tschäpe direkt ansprach und zum Handeln aufforderte, zeigte sich im Stadtrat überrascht „und ein bisschen entsetzt“. Ihm sei seitens der Abellio-Geschäftsführung versichert worden, dass sich im Vergleich zum bisherigen Hex-Angebot nichts verschlechtere.

Ganz offensichtlich ist dieser Fakt grundsätzlich richtig. Allerdings – das belegt die Recherche der Volksstimme – hat Abellio mit Defiziten im Service den Eindruck von weniger dichter Zugfolge selbst verursacht. Sprecher Matthias Neumann räumt Probleme beim Einstellen der Fahrpläne im Internet ein. „Bislang sind noch nicht alle künftigen Verbindungen dort registriert.“ Das sorge für Lücken und erwecke den Eindruck, dass zwischen Halle und Wernigerode nur noch alle zwei Stunden Züge unterwegs sind.

Wenn überhaupt: Am Donnerstagabend wurden auf der Abellio-Internetseite für Dienstag, 11. Dezember, zwischen Wernigerode und Halle noch gar keine Verbindungen ausgewiesen. Tags drauf gab es zumindest alle zwei Stunden Reisemöglichkeiten mit Umsteigen in Halberstadt.

Diese Möglichkeiten basieren auf der Linie RE 24 Halle-Halberstadt. Dort müssen die Reisenden in einen von Magdeburg kommenden Zug der Linie RE 21 umsteigen, der via Wernigerode nach Goslar fährt. Beim Start um 10.46 Uhr in Halle ergibt sich eine Ankunft um 12.17 Uhr und damit 91 Minuten Reisezeit. Im Internet findet sich – bislang – die nächste Verbindung zwei Stunden später um 12.46 Uhr ab Halle mit Ankunft um 14.17 Uhr in Wernigerode.

Was im Internet im Moment noch fehlt, ist der Fahrplan der RE-Linie 4, die direkt zwischen Halle, Halberstadt, Wernigerode und Goslar pendelt. Wie der RE 24 alle zwei Stunden, zu diesem aber um eine Stunde versetzt, sodass sich in Summe der Überlagerung ein Stunden-Takt ergibt.

Beispiel: Mit dem RE 4 um 11.46 Uhr ab Halle mit Ankunft um 13.20 Uhr in Wernigerode. Macht ohne Umsteigen 94 Minuten Reisezeit.

Die noch nicht komplett eingestellten Fahrpläne sorgen nach Angaben von Abellio-Sprecher Neumann auch zwischen Wernigerode, Halberstadt und Magdeburg aktuell für Irritationen. Auch hier fehlten noch die RE-4-Verbindungen. Die Folge: Reisende werden jede zweite Sunde von Wernigerode mit dem Bus nach Blankenburg oder Halberstadt chauffiert, sind rund zwei Stunden unterwegs, während die Direktverbindung auf der Schiene nur gut eine Stunde benötigt.

„Ab Freitag, 16. November, werden die Fahrplan-Daten vollständig im Internet verfügbar sein, dann kann man sich vollständige Fahrtinformationen abrufen“, versichert Abellio-Sprecher Neumann und signalisiert Bedauern für die jetzige Situation.

Bei der Nahverkehrsservice Sachsen-Anhalt GmbH (Nasa), dem Auftraggeber von Abellio, sorgen die Verzögerungen und Defizite beim Bereitstellen der Fahrpläne für großen Unmut. „Um es ganz deutlich zu sagen: Wir planen seit Jahren den Übergang von Hex zu Abellio und wollen den Reisenden ab 9. Dezember mindestens ebenso viel Service bieten. Wenn knapp vier Wochen vorher aufgrund lückenhafter Fahrplan-Publikationen derartige Irritationen entstehen, ist das völlig inakzeptabel“, unterstreicht Nasa-Sprecher Wolfgang Ball. Daher gebe es seitens der Nasa ernsthafte Erwägungen, Zahlungen an Abellio zu kürzen. Auch Ball betont: „Überall, wo Hex bislang im Stundentakt gefahren ist, wird es auch ab 9. Dezember einen Stundentakt geben.“Kommentar

Fahrplanauskünfte im Internet unter www.insa.de, www.bahn.de sowie im DB-Railnavigator.

Bis 16. November ist allerdings noch mit unvollständigen/fehlerhaften Verbindungen zu rechnen.

 Erste Pleite schon vor Abellio-Start
Wernigerodes Breite Straße ab Montag frei

Wernigerode l Für die Anwohner und Geschäftstreibenden der unteren Breiten Straße wird es wieder etwas ruhiger vor ihrer Haustür. Die Bauarbeiten zwischen Großer Schenkstraße und Grüner Straße stehen kurz vor dem Abschluss. Der Straßenabschnitt soll am Montag, 12. November, um 9.30 Uhr wieder für den Verkehr freigegeben werden. „Derzeit läuft die Markierung und Beschilderung“, informiert Wernigerodes Rathaussprecher Tobias Kascha auf Nachfrage der Harzer Volksstimme.

Damit gehört auch die baustellenbedingte Umleitung vorerst der Geschichte an, so Tobias Kascha weiter. Die Verkehrsführung verläuft dann wieder in gewohnter Weise.

Stadt, Stadtwerke Wernigerode und Wasser- und Abwasserverband Holtemme-Bode hatten in den vergangenen Monaten in einem Gemeinschaftsprojekt Versorgungsleitungen, Regen- und Schmutzwasserkanäle sowie die Straßenbeleuchtung erneuert und neue Gehwege angelegt.

Mit Abschluss der Arbeiten ist die zweite Etappe der Sanierung von Wernigerodes touristischer Hauptschlagader erledigt. Im vergangenen Jahr war bereits der Abschnitt zwischen Stadtecke und Grüner Straße saniert worden. Mit einigen Verzögerungen, weil den Bauarbeitern damals Hochwasser, Vandalismus und vor allem das Leitungs-Wirrwarr im Untergrund zu schaffen machten. Bis zum Lückenschluss zur Ringstraße folgen in den nächsten zwei Jahren zwei weitere Bauetappen. Im Frühjahr 2019 werden die Arbeiten fortgesetzt. Die Fahrbahn, die vorerst nur provisorisch mit Asphalt abgedeckt wurde, soll nach Abschluss des vierten Bauabschnittes in einem Rutsch gepflastert werden.

Übrigens: Nach Öffnung der Breiten Straße am Montag folgt die Sperrung der Johannisstraße zwischen Breiter Straße und Brandgasse. Die Straßenoberfläche soll erneuert werden. Die Arbeiten dauern voraussichtlich bis Ende November an.

 Wernigerodes Breite Stra?e ab Montag frei
Seniorin um Geld betrogen

Wernigerode l Ein Mann, der sich als Polizeibeamter ausgab, hat am Donnerstag eine Wernigeröderin um viel Geld betrogen. Wie die Polizei am Sonnabend mitteilte, meldete sich der Unbekannte am späten Abend bei der 89-Jährigen und gab sich als Polizeibeamter aus. Er sagte, dass Einbrecher festgenommen wurden, ihr Geld auf dem Sparbuch nicht mehr sicher sei und es sich um Falschgeld handeln könnte.

Mit der Behauptung, dass ihr Telefon nicht sicher sei und vermutlich abgehört werde, untersagte der Mann ihr Telefonate vom Festnetz. Es verabredete mit ihr, dass sie ihre gesamten Ersparnisse von der Bank abholen und einem angeblichen Polizeibeamten am Tag darauf übergeben solle. Das tat die Frau auch. Sie ging zu ihrer Hausbank. Da dort die Gesamtsumme nicht verfübar war, ging sie zu einer weiteren Filiale und holte insgesamt 25.000 Euro, die sie dem falschen Polizeibeamten übergab.

Zum wiederholten Male weist die Polizei darauf hin, dass auch Angestellte von Kreditinstituten sensibilisiert sein sollten und in solchen Fällen jederzeit das Polizeirevier Harz benachrichtigen können, um eine Prüfung zu veranlassen. Hinweise erbittet die Polizei unter der Telefonnummer (03941) 674293.

 Seniorin um Geld betrogen
Nächste Phase für Parkplatz an Rappbode

Rübeland l Während auch an diesem Wochenende wieder zahlreiche Besucher und Autos an den Attraktionen rund um die Rappbodetalsperre erwartet werden, geht die Arbeit an dem Projekt zur Verbesserung der Parkplatzsituation in die nächste Phase.

Bereits seit März wird intensiv an Plänen für eine naturverträgliche Erweiterung der von Besuchern und Betreibern gleichermaßen geforderten zusätzlichen Stellplätze gearbeitet. Insgesamt 240 neue Parkplätze sollen zu den derzeit oft voll besetzten 125 Parkflächen am Zugang zur Hauptattraktion Hängeseilbrücke entstehen. Die dafür notwendige 9700 Quadratmeter Fläche sollen an einer anderen Stelle im Zuge eines Waldumtauschverfahrens aufgeforstet werden, um den Verbrauch von Naturflächen auszugleichen.

Kritiker wie Katja Nitsche aus Hasselfelde und ihr Partner Maik Breternitz haben bereits Widerstand signalisiert. Straßenbauexperten wie Baurat a. D. Werner Bleßmann aus Trautenstein sehen das Projekt als notwendig vor allem für die Verkehrssicherheit in dem neuralgischen Bereich am Tunnel der Straße von der Rappbodetalsperre nach Rübeland an. „Außer um die Sicherheit geht es zugleich um die schnellere Zugänglichkeit der Attraktion für die Touristen, dafür sollte die Erweiterung schon vorgenommen werden“, so Bleßmann. Lange war auch nach anderen Varianten zur Entlastung gegen die ohnehin nicht abwendbaren und für die Region eigentlich positiven Zuströme von Gästen gesucht worden.

So gab es die Idee, die Straße zeitlich befristet bis zum Bau der neuen Parkplätze als Einbahnstraße zu führen. Auch eine Verbreiterung der Straße zum Parken am Straßenrand – ähnlich wie an der Bundesstraße 4 nahe Torfhaus – wurde diskutiert, aber wohl wegen der Kosten verworfen. Ebenso das Anlegen eines festen Fußweges neben der Straße.

„Wir können eine Landesstraße, die für den überregionalen Verkehr gewidmet wurde, nicht zur Parkmeile machen“, sagt Stefan Hörold, Chef der Landesstraßenbaubehörde West. Zum Projekt der Parkplatzerweiterung selbst äußerte er sich nicht. „Das ist jetzt hauptsächlich Sache der Stadt Oberharz am Brocken“, so Hörold. Seine Behörde werde sich im Zuge des Planungsverfahrens bei der Anhörung zu dem Vorhaben äußern. Das rückt nun auch in Sichtweite.

Der direkt betroffene Ortschaftsrat Rübeland behandelt die nötigen Flächennutzungs- und Baupläne in seiner Tagung am 15. November. Anfang Dezember werden der Bau- und Ordnungsausschuss und am 11. Dezember der Stadtrat Oberharz am Brocken über die Parkplatzerweiterung beziehungsweise die „Freizeitanlage Rappbodetalsperre“, wie das Projekt auch heißt, befinden. In bereits erfolgten ersten Stellungnahmen seien keine gravierenden Einwände gegen die seit längerem vorliegenden Pläne und die damit verbundene Aufforstung von Ausgleichsflächen im Wald vorgebracht worden, wie zu erfahren war.

Inzwischen seien die Pläne weiter gediehen und auch weiter entwickelt worden, hieß es, so dass die aktuellen Ausarbeitungen demnächst erneut den Trägern öffentlicher Belange wie etwa der Landesstraßenbaubehörde West vorgelegt werden können und müssen.

„Die Frist für die Auslegung soll ab Mitte Dezember beginnen. Ab diesem Zeitpunkt wird der Landkreis durch Behördenbeteiligung mit einbezogen“, teilte die Kreisverwaltung Harz auf Nachfrage mit. Sie werde dann nicht nur die aktuellen Pläne bewerten, sondern habe zugleich auch ein Auge haben auf die Frage, ob die derzeit am Hotel und Reiterhof Zur Talsperre angebotenen Parkplätze alle legal eingerichtet wurden. Das war zuletzt von der Kreisverwaltung zumindest teilweise infrage gestellt worden.

„Zur Klärung über den Bestandsschutz der entsprechenden Parkplätze wurde ein ordnungsbehördliches Verfahren eingeleitet. Im Rahmen der Anhörung wird dem Betreiber die Möglichkeit zur Aufklärung des Sachverhaltes gegeben“, kündigte Matthias Schönhardt vom Kreisbauordnungsamt an.Parallel wird derzeit die Straße vom Parkplatz in Richtung Rübeland (L 96) mit modernem Kompaktasphalt ausgestattet und trotzdem der Zugang zur Talsperre gewährleistet.

Eigentlich sollte die Trasse nach nur achtwöchiger Bauzeit bereits am morgigen Sonntag, 11. November, wieder befahrbar sein. Das verzögert sich jedoch etwas, wie Stefan Hörold am Freitag mitteilte. Als neuen Freigabetermin nannte er kommenden Mittwoch, 14. November. Danach würden Schutz- und Leiteinrichtungen installiert, aber nur unter punktueller Einziehung eines Fahrstreifens.

 N?chste Phase f?r Parkplatz an Rappbode
Grünes Licht für Hexenampel in Wernigerode?

Wernigerode l Die Idee klingt zunächst wie ein Aprilscherz. Eine Hexenampel für Wernigerode – also statt des herkömmlichen Ampelmännchens eine auf einem Besen fliegende Hexe. Hinter dieser Idee steckt Andreas Vogt. Der ist zwar kein Harzer, sondern Rheinländer, fühlt sich aber seit Jahren mit Wernigerode verbunden. Regelmäßig zu Walpurgis fliegt er als Düsselhexe Andy mit Gleichgesinnten in der bunten Stadt am Harz ein, um mit aufwendigen Kostümen und Maskierungen auf der Rathaustreppe für Spaß und Heiterkeit zu sorgen.

Eine Hexe – vielleicht für die Fußgängerampel an der Westerntor–Kreuzung – das ist Anregung und Wunsch der Düsselhexen, so Andreas Vogt gegenüber der Volkstimme. „Für Wernigerode wäre das eine tolle Werbung – die erste Hexenampel in Deutschland.“ Schon vor einigen Jahren sei er mit seinem Vorschlag an die Stadtverwaltung herangetreten. Damals holte sich der Düsseldorfer eine Abfuhr, da man einen rechtswidrigen Eingriff in den Straßenverkehr befürchtete.

Das scheint in einigen anderen Städten kein Problem zu sein. Sie setzen bereits auf alternative Ampelfiguren als Werbeträger und Touristenattraktion. Mainz zum Beispiel, dort wurde eine Ampel mit Mainzelmännchen bestückt. Weil das bei Einwohnern wie Besuchern super ankommt, sollen weitere Mainzel-Ampeln folgen. In Duisburg leuchtet seit Oktober eine Bergmannsampel. In Erfurt gibt es gar zwölf besondere Lichtgestalten – ob mit Regenschirm, Wanderstock oder Geburtstagstorte – sie geleiten Passanten trotzdem sicher über die Straße. In Bremen ersetzen die berühmten Stadtmusikanten das Ampelmännchen. In Trier ist es Karl Marx.

„Warum nicht auch in Wernigerode?“, fragt Andreas Vogt. Doch auch mit seinem neuerlichen Vorstoß rennt der Düsseldorfer keine offenen Türen ein. „Eine durchaus charmante Idee, die wir aber als Stadt Wernigerode in der Umsetzbarkeit kritisch sehen“, heißt es von Stadtsprecher Tobias Kascha. Die Gestaltung der Ampeln sei immer mit Blick auf die Straßenverkehrsordnung und die Sicherheit zu betrachten. „Aus unserer Sicht wiegt hier der Wiederkennungswert der Ampelanlagen für alle Personengruppen und auch ausländischer Gäste schwerer als der touristische Nutzen.“ Zudem sei die Stadt nicht einmal federführend. Für Ampeln und damit auch für die Genehmigung einer Ampelhexe sei die Landes-Straßenbaubehörde (LSBB) zuständig.

Das sei nur teilweise richtig, heißt es von Stefan Hörold, Chef der LSBB in Halberstadt. Für die Umgestaltung einer Ampel bedarf es einer „verkehrsbehördlichen Anordnung“ des Landkreises. Liegt diese vor, wolle er „den Spaß gern mitmachen“, so Stefan Hörold mit einem Schmunzeln.

Rein rechtlich spricht nichts gegen eine Hexenampel, lässt die Kreisverwaltung auf Anfrage mitteilen. „Inwiefern Aufwand und Nutzen in einem annehmbaren Verhältnis stehen, sei dahingestellt“, so Sprecherin Ingelore Kamann. Die Stadt Wernigerode müsse selbst entscheiden, ob eine solche Umgestaltung gewollt und finanziell machbar ist. Damit liegt der Ball wieder im Wernigeröder Rathaus. Die Reaktion von Tobias Kascha ist knapp: „Wir prüfen das.“

Andreas Vogt bleibt auf jeden Fall dran, verspricht er. Zu Walpurgis wollen die Düsselhexen auf der Rathaustreppe für ihren Vorschlag trommeln, kündigt er an und verabschiedet sich mit „hexlich harzhaften“ Grüßen.

Hintergrund: Es ist nicht das erste Mal, dass sich Andreas Vogt für Wernigeröder Belange stark macht. So setzte er sich jahrelang für eine Gedenktafel zur Erinnerung an die Opfer der Wernigeröder Hexenprozesse ein. Auch damals blieb er hartnäckig. Die Tafel wurde 2017 eingeweiht.

 Gr?nes Licht f?r Hexenampel in Wernigerode?
Rekord für Kleinen Harz und Bürgerpark

Wernigerode l Erfolgssaison für Bürgerpark und „Kleinen Harz“: Etwa 110.000 Besucher sind in den vergangenen sieben Monaten auf dem Gelände zwischen Dornbergsweg und Zaunwiese gezählt worden. „Das sind fast fünf Prozent mehr als im Jahr zuvor“, freut sich Andreas Meling nach Abschluss der Saison. Auch die Nachfrage nach Dauerkarten sei gestiegen. Insgesamt 948 Stück wurden verkauft – 20 Prozent mehr als in 2017. „Wir vermuten, dass der kombinierte Eintritt zur Landesgartenschau in Burg gezogen hat.“

Für Meling, der den Park seit 2018 leitet, eine mehr als zufriedenstellende Bilanz. Das Besucherplus sei wegen der extremen Hitze nicht zu erwarten gewesen. „Andere Anlagen wie der Wörlitzer Park oder auch die Laga hatten mit Besuchereinbrüchen zu kämpfen.“

Die Saison sei ungestört verlaufen. „Wir mussten keinen einzigen Tag witterungsbedingt schließen – anders als im Jahr zuvor während der Juli-Flut.“ Dadurch konnten fast alle der 37 Veranstaltungen bei bestem Wetter stattfinden. Lediglich der Gesundheitstag sei verregnet gewesen, aber dennoch auf Interesse gestoßen. „Die Veranstaltungen wurden allesamt gut angenommen.“ Darunter kleinere wie das Literatur-Café, aber auch Großveranstaltungen wie das Harz Open Air.

Auch gärtnerisch sei es ein gutes Jahr gewesen – trotz der großen Hitze. Durch „kluge Bewässerung“ sei es gelungen, die Blumenbeete in einem guten Zustand zu halten, so Meling. „Wir haben uns auf die Beete, Bäume und Themengärten fokussiert und die Rasenflächen vernachlässigt. So sind wir gut über die heiße Saison gekommen.“ Natürlich sei mehr Wasser verbraucht worden. „Aber dafür mussten wir den Rasen nicht so oft mähen.“

Der Rasen hat sich längst wieder erholt, Bürgerpark und Miniaturenpark selbst werden auf die kalte Jahreszeit vorbereitet. Die Tiergehege sind verlassen. Esel, Hängebauchschwein, Ponys, Ziegen und Co. haben in dieser Woche ihr Winterquartier bei Tierpfleger Gisbert Bürger bezogen. Die kleineren Minihäuser des „Kleinen Harzes“ werden mit Gabelstaplern und Hebebühne in den „Schafstall“ transportiert. Die größeren Modelle sind mit Planen vor der Kälte und Schnee geschützt. In den folgenden Monaten werden die Miniaturen Harzer Sehenswürdigkeiten ausgebessert und für die nächste Saison wieder auf Vordermann gebracht.

Der „Kleine Harz“ feiert 2019 übrigens zehnten Geburtstag – und das mit einem neuen Modell: das Große Schloss Blankenburg. „Und es wird sogar noch schöner als das Original“, sagt Andreas Meling. „Es ist nämlich quasi fertig saniert.“

Und die Besucher der Parkanlage erwartet noch viel mehr Neues. Beispielsweise ein neugestalteter Hortensiengarten mit zwei Pavillons und ein Thementag zur Biene, für den noch Partner gesucht werden. Ein Ziel für 2019 ist laut Meling, den Fokus noch stärker auf Familien mit Kindern zu setzen. Deshalb sind neben den zwei großen traditionellen Kinderfesten eine extra auf jüngere Besucher zugeschnittene Ausgabe des Literatur-Café und die Feier des Weltkindertages geplant.

Und ein weiteres Projekt steht in den Startlöchern, vorausgesetzt es fließt Fördergeld. „Wir wollen einen großen barrierefreien Wasserspielplatz bauen“, verrät der Parkchef, der damit einen neuen Besucheranreiz schaffen will. Der Förderantrag für das Leader-Programm ist gestellt, die Parkmitarbeiter warten nun auf die Zusage.

 Rekord f?r Kleinen Harz und B?rgerpark
Bild und Ton statt vieler Reden

Halberstadt l Sie brauchte kein Storyboard zu schreiben, sagt Noga Zohar, die Idee war so klar formuliert, dass sie gleich loslegen konnte. Die in den Niederlanden und Israel lebende Film- und Videoproduzenten fährt mit ihrem Computerstift sacht über die Arbeitsfläche, um in einem Bild etwas genauer zu positionieren. Sie ist genauso gespannt auf das Ergebnis ihrer Arbeit wie Jutta Dick. Die hatte die Idee, das Gedenken an die Reichspogromnacht mal anders zu gestalten als in den vergangenen Jahren.

Geblieben ist der Ort der Gedenkveranstaltung, Treffpunkt ist wie immer um 17 Uhr an den Steinen der Erinnerung vor dem Westportal des Doms. Doch diesmal soll es keine Reden geben. Stattdessen wird eine Videoinstallation gezeigt, die die Zuschauer durch das Memorbuch der jüdischen Gemeinde Halberstadts führt. Diese Chronik reicht bis ins 17. Jahrhundert zurück und ist schon allein durch die verschiedenen Schriftarten und Sprachen, in denen dort wichtige Ereignisse und Erinnerungen an bedeutende Personen des Gemeindelebens notiert worden waren, ansehenswert.

Die erste Seite dieses Buches ziert ein Blatt, das erst 1939 eingeklebt worden war – vom letzten Gemeinderabbiner Halberstadts. Hirsch Benjamin Auerbach, dessen Vater und Großvater schon Gemeinderabbiner in Halberstadt gewesen waren, hatte das „Gedächtnis“ der jüdischen Gemeinde das Memorbuch, bei seiner Flucht aus Deutschland mitgenommen. „Nicht ahnen könnend, was noch alles geschehen würde, erkannte Rabbiner Auerbach, dass die Pogromnacht das Ende der Halberstädter Jüdischen Gemeinde bedeutete. Die Zukunft der deutschen Juden sah er im damaligen Palästina. Deshalb verfasste Rabbiner Hirsch Benjamin Auerbach für das Halberstädter Memorbuch ein Schlusswort. Um sicher zu stellen, dass dieses Schlusswort nicht übersehen werden könnte – am Ende des Memorbuchs – klebte er das Blatt mit dem maschinenschriftlichen Text an den Anfang ein, sodass nun die Erinnerung an die Pogromnacht 1938 der erste Eintrag in dem ,Gedächtnis‘ der Halberstädter Gemeinde, dem Memorbuch, ist“, erklärt Jutta Dick. Und dieser Text ist sehr eindrücklich. Sollte man den also einfach nur vorlesen an den Steinen der Erinnerung?

Jutta Dick entschied anders. Zumal Ziporah Auerbach, Witwe des Halberstäder Ehrenbürgers und letzten in Halberstadt geborenen Juden, Jizchak Auerbach, der Moses-Mendelssohn-Akademie einiges aus dem Nachlass ihres Mannes übereignete. Darunter sind auch Tonbandaufnahmen aus den 1960er Jahren, auf denen Hirsch Benjamin Auerbach die Halberstädter Liturgie spricht und singt. Und weil Rabbiner Auerbach auf diesen Aufnahmen auch das Totengebet spricht, entstand die Idee, die Bilder vom Memorbuch und die Stimme des letzten Halberstädter Rabbiners zum Gedenken an die Pogromnacht miteinander zu vereinen. „Die Aufnahmen sind alt, nicht sehr klar. Sie wirken fast zerbrechlich“, sagt Noga Zohar, die von Jutta Dick mit der Erstellung der Videoinstallation betraut wurde. „Dankenswerterweise finanziert die Landeszentrale für politische Bildung Sachsen-Anhalt diese Arbeit und auch unser Projekt der offenen jüdischen Häuser am Sonnabend“, sagt Dick.

Noga Zohar wird auch an diesem Projekt beteiligt sein, sie ist die Enkelin einer ehemaligen Halberstädter Jüdin und besucht auf den Spuren ihrer Vorfahren zum vierten Mal Halberstadt. Im Spätsommer hatte Jutta Dick ihr die Filmidee vorgestellt, weil die Leiterin der Moses-Mendelssohn-Akademie von den Arbeiten Zohars begeistert ist. Die hat für das Jüdische Museum Amsterdam Animationen und Videoarbeiten erstellt, vor allem für das zugehörige Kindermuseum.

Beginnen wird das Gedenken heute um 17 Uhr mit dem Klang der Domglocken. Mit deren Verklingen beginnt die zehn Minuten lange Projektion auf die Domwand, die das Team um Pierre Zimny von der Zuckerfabrik technisch organisiert.

 Bild und Ton statt vieler Reden
Investor macht trotz Rückziehers weiter

Wernigerode l „Wir machen auf jeden Fall weiter – ein Projekt dieser Größenordnung scheitert nicht an 310.000 Euro.“ Mit diesen Worten hat der Schierker Seilbahn-Investor Gerhard Bürger auf eine faustdicke Überraschung im Stadtrat reagiert. Dort hatte Oberbürgermeister Peter Gaffert (parteilos) kurz zuvor die höchst umstrittene Vorlage über einen kommunalen Zuschuss zu den Umplanungskosten für die Seilbahn-Trasse am Winterberg zurückgezogen.

Es gebe augenscheinlich noch Beratungsbedarf, so Gaffert kurz und knapp in Richtung der Stadträte. Auf Nachfrage der Volksstimme, in welcher Hinsicht, hieß es nur in mehrfacher. Details blieben offen.

Gaffert reagierte mit dem Rückzug offenbar auf die aktuelle Diskussion unter den Stadträten, die in jedem Fall eine höchst knappe Entscheidung für oder gegen den kommunalen Zuschuss erwarten ließ.

Die Stadt Wernigerode soll sich mit 310.000 Euro an den Umplanungskosten für die Seilbahntrasse am Schierker Winterberg beteiligen. Insgesamt sind rund 464.000 Euro veranschlagt, um die bisherige Linienführung im Zuge des laufenden Raumordnungsverfahrens so zu korrigieren, dass Berührungspunkte mit sensibler Natur minimiert und die Genehmigungsfähigkeit erreicht wird. Wäre die Vorlage durchgefallen, hätte sie erst nach mehrmonatiger Sperre erneut behandelt werden können. Nun kann Gaffert sie in der Ratsitzung am 13. Dezember erneut einbringen.

All das ficht Bürger augenscheinlich nicht an. „Die nötigen Umplanungen sind längst erfolgt und die Kosten dafür beglichen. Wir machen voll weiter und stehen unverändert zu dem Projekt.“ Und: „Mir geht es an dieser Stelle nicht vordergründig um den Kostenbeitrag der Stadt, sondern um ein klares Signal seitens der Kommune“, so der 80-jährige Unternehmer. Er gab sich optimistisch, dass er es noch bekommt.

Jenes Signal in Form einer Zustimmung zum Zuschuss ist nun frühestens am 13. Dezember möglich. Ob OB Gaffert die Vorlage dann erneut in den Stadtrat einbringen wird, bleibt abzuwarten.

 Investor macht trotz R?ckziehers weiter