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Aktuelle Nachrichten

Aktuelle Nachrichten aus dem Landkreis Harz. Erfahren Sie, was los ist. - Powered by Volksstimme.de

Starken Partner an Bord geholt

Wernigerode/Magdeburg l Die Harzer Volksbank mit Sitz in Wernigerode ist zu einem der wichtigsten Förderer der mittelständischen Wirtschaft in ganz Sachsen-Anhalt aufgestiegen. Das Land Sachsen-Anhalt hat der Regionalbank einen Großteil seiner Anteile an der BB/MBG übertragen. Damit halten die Wernigeröder nun 12,8 Prozent Gesellschafteranteile an dem Unternehmen, das als wichtigstes Förderinstitut für kleine und mittelständische Unternehmen im Land wirkt.

Der Verkauf der Landesanteile bildete den Schlusspunkt eines monatelangen Prozesses, wie Andreas Grobe, Leiter Zentrales Beteiligungsmanagement im Finanzministerium, gegenüber der Volksstimme erklärte. Er sei überzeugt, die richtigen Partner ausgewählt zu haben, die die Leistungsfähigkeit der BB/MBG erhalten und weiter steigern. Neben der Harzer Volksbank sicherte sich auch die Magdeburger Volksbank Anteile und stieg mit 3,1 Prozent bei der Förderbank ein.

Wie deren Geschäftsführer Wolf-Dieter Schwab ergänzte, war neben der wirtschaftlichen Stärke nicht zuletzt die regionale Kenntnis bei der Auswahl der neuen Gesellschafter besonders wichtig. „Dies zeigt deutlich, welch hohen Stellenwert unsere Region in Sachsen-Anhalt hat“, erklärte Volksbank-Vorstand Hans-Heinrich Haase-Fricke. Deshalb freue es ihn ganz besonders, über diese Konstellation die Wirtschaftskraft des Harzes nun im Land stärker einbringen und an Entscheidungsprozessen beteiligen zu können.

Für Haase-Fricke werde es künftig immer wichtiger, Existenzgründer finanziell zu unterstützen, um ihnen Investitionen in innovative Projekte zu ermöglichen, gerade wenn eigenes Kapital oder Kreditsicherheiten nicht ausreichend vorhanden sind. „Um solche Finanzierungen abzusichern, beteiligt sich die MBG mit Risikokapital an diesen Firmen“, erläuterte Haase-Fricke das Procedere. Dies sei für kleine und mittelständische Unternehmen eines der wichtigsten Förderinstrumente. „Manche Finanzierungen wären ohne die MBG nicht zum Tragen gekommen oder zu ganz anderen, schlechteren Konditionen“, wie Volksbank-Vorstand Heino Oering ergänzte. Für ihn ganz klar „eine intelligente Form der Finanzierung.“

Laut Wolf-Dieter Schwab habe sich die BB/MBG seit ihrer Gründung vor 26 Jahren mit rund 270 Millionen Euro an Unternehmen im Land beteiligt und damit Investitionen von rund 1,4 Milliarden Euro angestoßen. Die finanziellen Beteiligungen lägen dabei im Durchschnitt bei rund 300 000 Euro.

Allerdings seien es durchweg „Innovationsfinanzierungen“, die im Vorfeld genau beleuchtet werden. „Es sind keine Selbstläufer. Wir benötigen dabei Fachkenntnis, um zu beurteilen, ob die geplante Innovation auch am Markt nachgefragt wird, ob sie Durchschlagskraft besitzt“, so Hans-Heinrich Haase-Fricke. Die regionale Kenntnis vor Ort sei bei dieser Beurteilung besonders wichtig. „Deshalb haben wir die Harzer mit ins Boot geholt“, betonte Schwab.

Die BB/MBG ist in ihrer Gesellschafterstruktur breit aufgestellt. Mitgesellschafter sind neben der Harzer Volksbank weitere große deutsche Kreditinstitute, die Industrie- und Handelkammern, die Handwerkskammern des Landes, Versicherungen und mehrere Wirtschaftsverbände.

 Starken Partner an Bord geholt
Grünes Licht für gläserne Werkstatt

Wernigerode l Es gibt Momente und Themen, da sind die Vertreter der HSB-Chefetage alles andere als amüsiert. Beispielsweise wenn es um den dampfbetriebenen Fuhrpark und damit um das Herzstück und Aushängeschild der Schmalspurbahn geht. Aktuell fehlen im betriebsfähigen Bestand der HSB zwei Dampfmaschinen. Der Grund: Die Experten in der Dampflok-Schmiede im thüringischen Meiningen kommen mit den Arbeiten für die turnusmäßig fälligen Haupt- untersuchungen der beiden Maschinen nicht hinterher. Der daraus resultierende zeitliche Verzug nötigt die Verantwortlichen der HSB zu einem Schritt, der einem Tabubruch gleichkommt: Auf der Brockenbahn – Glanzstück und Touristenmagnet der HSB gleichermaßen – müssen in diesem Sommerfahrplan erstmals auch Dieselloks eingesetzt werden.

Ein Schritt, den die Manager an der Spitze der HSB besser heute als morgen korrigieren möchten. Allein: Die jetzigen baulichen und technologischen Möglichkeiten in der betagten, 1936 gebauten Lokwerkstatt am Bahnhof Wernigerode-Westerntor setzen ihnen Grenzen. Eine Dampflok in ihre 4000 bis 5000 Einzelteile zu zerlegen, scheitert bereits am fehlenden Platz.

Deshalb soll auf dem vis à vis gelegenen Ochsenteichgelände eine entsprechend großzügig geschnittene gläserne Lokwerkstatt gebaut werden. Nun hat das Projekt mit 10,5 Millionen Euro Investitionsvolumen die nächste entscheidende Hürde genommen: Nach Angaben von HSB-Sprecherin Heide Baumgärtner liegt seit wenigen Tagen die Baugenehmigung vor.

Damit, so die Unternehmenssprecherin, seien nun die Weichen für die europaweite Ausschreibung und Vergabe der Bauleistung gestellt. Wenn hierbei alles planmäßig laufe, könne der praktische Part des Werkstattneubaus Anfang kommenden Jahres starten.

Dann soll binnen anderthalb Jahren auf dem Areal des Ochsenteichgeländes eine rund 70 mal 30 Meter große Werkstatt mit direkter Anbindung ans HSB-Streckennetz gebaut werden. „Wir planen dort vier Werkstatt-Gleise mit den entsprechenden Arbeitsmöglichkeiten und Hebetechnik“, skizziert die Unternehmenssprecherin die Pläne. Hinzu komme ein Gleis mit Prüf- und Abnahmetechnik im Außenbereich. Und besagter gläserner Bereich für Gäste: Interessierte Besucher sollen die Möglichkeit bekommen, den HSB-Mechanikern von einem gläsernen Gang aus erhöhter Perspektive bei der Arbeit zuzuschauen.

Jene Transparenz ist nur ein Aspekt, gewissermaßen ein I-Tüpfelchen des Gesamtvorhabens, an dem die HSB-Manager bereits seit 2007 feilen. Insbesondere wollen sie mit diesem Schritt unabhängiger werden von externen Dienstleistern wie besagter Dampflok-Schmiede in Meiningen.

In der thüringischen Stadt befand sich zu DDR-Zeiten das auf Wartung und Instandsetzung von Dampfloks spezialisierte Reichsbahnausbesserungswerk. Es hat die Wendejahre nicht nur überlebt, sondern sich als Dampflok-Schmiede über Ländergrenzen hinweg einen Namen gemacht.

Jenes Renommee hat freilich seinen Preis: Die Mechaniker sind wegen ihres Fachwissens nicht nur bundesweit gefragt, die Verweildauer für eine alle acht Jahre fällige Hauptuntersuchung (HU) der Dampfrösser ist deshalb deutlich länger geworden. Während früher die einsatzarmen Monate des Winterfahrplans ausgereicht hätten, zwei Maschinen zur HU zu schicken, sei das heute leider nicht mehr der Fall, berichtet Heide Baumgärtner.

Daher die aktuellen Engpässe beim Fuhrpark und der Zwang, auch mit Dieselmaschinen auf den Brocken zu fahren. Hinzu komme die Kostenexplosion: Habe eine Hauptuntersuchung Anfang/Mitte der 1990er Jahre noch mit 125.000 Mark zu Buche geschlagen, müssten dafür heute zwischen 800.000 und eine Million Euro hingeblättert werden.

Nicht nur diese beiden Aspekte haben die HSB-Manager schon vor Jahren motiviert, die Planungen für eine moderne, großzügige Werkstatt voranzutreiben. Letztlich wollen die Verantwortlichen die Rahmenbedingungen rund um die Dampfmaschinen in ihrer Hand behalten. „Die Dampfloks sind heute wie auch künftig unser Pfund. Und unsere Zukunft wollen wir mit unseren eigenen Mitarbeitern selbst sichern“, betont Heide Baumgärtner. Letztlich gehe es bei der Millionen-Investition auch darum, von Meiningen und der dortigen Entwicklung unabhängig zu werden.

Jene Investition stemmt die HSB übrigens aus eigener Kraft. Fördermittel oder Zuschüsse gebe es nicht, so die Unternehmenssprecherin. Die Bauzeit für die gläserne Werkstatt werde auf ein bis anderthalb Jahre veranschlagt. Folglich sei – bei einem Baustart Anfang kommenden Jahres – mit einer Einweihung im Jahr 2021 zu rechnen.

Gänzlich unabhängig von Meinigen – gewissermaßen der Uniklinik für Dampfrösser in Europa – werde man damit allerdings nicht. Auch künftig gebe es einige Arbeitsschritte, die allein dort realisiert werden könnten. Aber: Allein mit dem weitgehenden Lösen vom Monopolisten in Thüringen lassen sich nach Angaben von HSB-Betriebsleiter Jörg Bauer jährlich rund zwei Millionen Euro einsparen.

 Gr?nes Licht f?r gl?serne Werkstatt
Eiskalte Verführung auf Meisterkurs

Wernigerode l Eine spezielle Mischung aus Ziegenjoghurt und griechischem Joghurt, marmoriert mit Heidelbeeren und von Schokoladenstückchen gekrönt. Die eiskalte Köstlichkeit trägt den Namen „Edelweiß“. Damit will Claudia Trotta aus Wernigerode beim Gelato Festival überzeugen.

Beim Deutschlandfinale der Eismeisterschaft, welches am 1. und 2. Juni in Berlin ausgetragen wird, wetteifern die besten 16 besten Eismacher um die Gunst der Jury. Für Claudia Trotta eine besondere Herausforderung.

Kreiert hat die gebürtige Schweizerin ihr Edelweiß-Eis zusammen mit ihrem Mann Giovanni Santin – extra für das Festival. Bei der Vorrunde in Hamburg haben sie damit schon Begeisterung bei den Experten ausgelöst und sich für das Finale in Berlin qualifiziert.

Sie hätten sich bei ihrer Kreation bewusst für die Verwendung von Ziegenjoghurt entschieden. „Viele Leute haben Probleme mit Allergien“, begründet Claudia Trotta. Ziegenjoghurt sei gut verträglich. Aber dafür nicht ganz so cremig wie andere Produkte. Deshalb wird griechischer Joghurt untergemischt – und das im richtigen Verhältnis. „Denn zu viel Ziegenjoghurt schmeckt scharf.“ Auch bei der Auswahl der geeigneten Frucht vertrauten die Eismacher ihrem Gaumen. „Wir experimentieren gern.“ Mehrere Früchte waren in der engeren Wahl. „Wir haben es zum Beispiel mit Mandarinen probiert, uns dann aber für Heidelbeeren entschieden“, verrät Claudia Trotta. „Das schmeckt viel besser.“

Die Wochen vor dem Deutschlandfinale des Gelato Festivals nutzen Claudia Trotta und ihr Mann Giovanni, um zu üben und um an der Rezeptur zu feilen. „Wir schauen, ob wir unser Eis noch verbessern können.“ Denn beim Wettbewerb auf dem Berliner Alexanderplatz müssen die Eismacher nicht nur eine Expertenjury überzeugen. Das Urteil des Publikums und einer Kinderjury fließt ebenfalls in die Entscheidung ein. Der Hersteller der beliebtesten Eissorte darf mit ein bisschen Glück zum Finale des Gelato Festival World Masters 2021 reisen.

Was das Handwerk der Eisherstellung betrifft, ist Claudia Trotta nicht unbeleckt, sondern schon lange ein Profi. Das Eismachen hat die sympathische Schweizern von Ehemann Giovanni gelernt. Mit ihm betreibt sie in Wernigerode zwei Eisdielen. Seit 1995 lebe sie in der bunten Stadt, sei hier längst heimisch. „Wir fühlen uns hier richtig wohl.“

Und hat sie Lampenfieber vor dem großen Auftritt in der deutschen Eishauptstadt? „Aufgeregt bin ich schon“, sagt Claudia Trotta. „Aber mein Mann und meine Familie unterstützen mich, wo es nur geht.“ Welche Chancen rechnet sie sich beim Gelato Festival aus? Claudia Trotta lacht. „Dabeisein ist alles, sagt man doch. Aber natürlich hoffe ich, weiter zu kommen.“

Hintergrund: Das Gelato Festival wurde von Gabriele Poli ins Leben gerufen. Der toskanische Unternehmer richtete das Festival 2010 erstmals in Florenz aus. Nach dem Erfolg der ersten Veranstaltungen beschlossen Poli und seine Mannschaft, das Festival und damit die Suche nach dem besten Eis zu erweitern – zuerst auf andere italienische Städte und dann auf die europäischen Großstädte. 2017 überquerte das Gelato Festival den Atlantik und tourte bis in die USA. Inzwischen wird es sogar in Japan ausgerichtet. Ansporn für alle Teilnehmer ist die mögliche Qualifikation für das Gelato World Master Festival, wo der begehrte Weltmeistertitel verliehen wird.

 Eiskalte Verf?hrung auf Meisterkurs
Harz blieb weitgehend verschont

Harzkreis/Goslar l Die Unwetterfront, die mit Dauerregen zwischen Montagnachmittag und Dienstagvormittag über die Region hinweg gezogen ist, hat im Harzkreis vergleichsweise wenige Schäden verursacht. Zwischen Osterwieck und Hoppenstedt wurde Schlamm auf die Landesstraße 87 gespült. In Drübeck und Bühne wurden Straßen überflutet. Über Verletzte wurde laut Leitstelle nichts bekannt.

Unterhalb des Kleinen Fallsteins wurde in den Nachtstunden vom ergiebigen Regen Schlamm auf die Verbindungsstraße zwischen Osterwieck und Hoppenstedt gespült. Die Feuerwehr Hoppenstedt wurde am Dienstagmorgen gegen 6.30 Uhr alarmiert, berichtete Einsatzleiter Dietmar Weißer. Zusammen mit Kameraden aus Bühne und Osterwieck fegten sie den Schlamm von der Fahrbahn, auch ein Fahrzeug mit Kehrbesen von der Putenfarm in Bühne kam dabei zum Einsatz. Die Straße war in dieser Zeit gesperrt, der Verkehr wurde über Stötterlingen umgeleitet.

Auch in Drübeck war nach Angaben eines Sprechers der Leitstelle in der Nacht zum Dienstag Land unter angesagt. Mehrere Straßen seien betroffen gewesen. Teilweise hätten die Fluten eine Gasleitung freigespült, sodass der Netzbetreiber hinzugerufen werden musste. Eine abenteuerliche Einlage gab es am Morgen für Schulbus-Benutzer in Bühne. Auch dort war eine Straße überspült, sodass der Bus nicht auf direktem Weg sein Ziel erreichen konnte. Alles in allem sei der Harzkreis im Vergleich zu anderen Regionen Deutschlands beim jüngsten Unwetter weitgehend glimpflich davongekommen, so die Bilanz eines Sprechers der Leitstelle.

Glimpflich – das ist auch mit Blick in die niedersächsische Stadt Goslar das Stichwort, wenngleich der Westharz vom Unwetter insgesamt stärker tangiert wurde. Wie Stadtsprecherin Vanessa Nöhr informierte, gab es lediglich drei Einsätze, zu denen 30 Frauen und Männer der freiwilligen Feuerwehr ausrückten. Beim ersten Alarm musste am Montag gegen 18 Uhr auf der Graudörfer Wehr ein umgestürzter Baum beseitigt werden. Kurz nach 21 Uhr drohte in der Bismarckstraße Wasser von der Dachterrasse in eine Wohnung zu laufen. Die Kameraden dichteten die Terrassentür mit Sandsäcken ab.

Im Klaus-Groth-Weg schließlich war gegen Mitternacht ein Fallrohr vollgelaufen. Damit das Wasser nicht in den Keller eindrang, wurde die Verstopfung in der Dachrinne beseitigt.

Wie die Sprecherin weiter mitteilte, hatte der Deutsche Wetterdienst für die Zeit von Montag, 15 Uhr, bis Dienstag, 12 Uhr, vor ergiebigem Dauerregen gewarnt. Vanessa Nöhr: „In Abstimmung mit der Stadtverwaltung bereitete der Fachzug Logistik der Goslarer Feuerwehr 1000 Sandsäcke vor, von denen letztlich rund zehn benötigt wurden.“

Dafür wurden in Liebenburg unwetterbedingte Schäden registriert. Nach Angaben eines Sprechers der Kreisverwaltung Goslar kam es in der dortigen „Schule am Schloss“ an einigen Stellen zu Wassereinbrüchen, die einen Einsatz der örtlichen Feuerwehr nach sich zogen. Auf den Schulbetrieb habe der Vorfall jedoch keinen Einfluss gehabt, dieser habe am Dienstagmorgen wie gewohnt aufgenommen werden können.

Die Ursachen für den Wassereintritt sind laut Angaben des Gebäudemanagements des Landkreises Goslar auf die extrem großen Wassermengen und die aktuelle bauliche Situation zurückzuführen. Die Schule am Schloss wird gegenwärtig umfassend saniert, sodass unter anderem die Entwässerungssysteme zum Teil erst als Provisorium installiert sind.

 Harz blieb weitgehend verschont
Tut sich was?

Wernigerode l Es ist sehr wahrscheinlich, dass die Gebäude- und Wohnungsbaugesellschaft und die Stadt Wernigerode bei der Sanierung der Francke-Grundschule gemeinsame Sache machen. Nur über den Weg müssen sich Wernigerodes Stadträte noch einigen. Die CDU-Stadträte Matthias Winkelmann, Frank Diesener und Uwe-Friedrich Albrecht (allesamt GWW-Aufsichtsräte) hatten vorgeschlagen, dem städtischen Wohnungsunternehmen die Schule zu übertragen. Die GWW könnte die Schule sanieren oder neu bauen und dann an die Stadt vermieten. Wernigerode käme dadurch um eine Großinvestition im mehrstelligen Millionenbereich herum und würde von der Kompetenz der Tochterfirma und der zügigen Realisierung der Bauarbeiten profitieren, so die Hoffnung der Antragsteller.

Oberbürgermeister Peter Gaffert (parteilos) wurde nun vom Stadtrat beauftragt, eine Veräußerung zu prüfen. Zudem soll auch die Variante Erbbaurecht abgecheckt werden. Für letzteres hatte sich Sabine Wetzel stark gemacht. Die bündnisgrüne Stadträtin hätte es am liebsten gesehen, wenn der CDU-Vorschlag noch einmal in den Fachausschüssen diskutiert worden wäre, „um genau zu prüfen, welche Aufgaben man den Stadtgesellschaften überträgt“, so Wetzel. „Wir freuen uns doch, wenn sich was tut.“ Und vier Wochen mehr seien „nicht schädlich“ für das Projekt. In den Ausschüssen könnten sich die Stadträte zusammen mit der GWW mit den Planungen befassen. „Warum geben Sie uns die Chance nicht?“, wollte Wetzel wissen.

Rückenwind erhielt sie von den Linken. „Wir sind uns alle einig, dass etwas getan werden muss“, sagte Thomas Schatz, der sich ebenfalls für eine Diskussion in den Ausschüssen aussprach. „Wir fahren sonst mit Vollgas in den Nebel. Und das ist falsch.“ Zudem kritisierte Schatz den Antrag der CDU als „widersprüchlich“. Prüfung und Vorbereitung der Grundstücksübertragung – das sei nicht ergebnisoffen. Die Ergänzung der Variante Erbbaurecht war der Kompromiss, auf den sich die Stadträte schließlich mehrheitlich einigen konnten.

Die Sanierung der Grundschule in Hasserode ist schon lange Thema. Mehrere Jahre hatte sich die Stadt um Fördergeld aus dem Programm Stark III bemüht. Der erste Antrag wurde vom Land abgelehnt. Den Folgeantrag zog die Stadt 2017 selber zurück. Die Förderung sei an eine energetische Sanierung gebunden gewesen, hieß es damals. Die allgemeine Sanierung wäre nur mit einem sehr geringen Prozentsatz gefördert worden. Deshalb entschied man sich dafür, in Eigenregie zu sanieren. Seither sei man „hausintern nicht untätig“ gewesen, versicherte Sozialdezernent Rüdiger Dorff. Für die Sanierung gebe es ein vollständiges Konzept. Auch ein Neubau werde in Erwägung gezogen. „Was wir brauchen, ist, dass die GWW schätzt, wieviel es kosten wird.“

Die Partnerschaft mit einer städtischen Tochterfirma wird aktuell bereits in Reddeber praktiziert. In dem Wernigeröder Ortsteil bauen die Stadtwerke Wernigerode für 2,2 Millionen Euro einen neuen Kindergarten, in den sich die Stadt später einmietet. Verwaltung und Stadträte hatten sich auf diese Lösung verständigt, um vom fachlichen Sachverstand des Investors zu profitieren – aber auch, um den Haushalt nicht mit einer großen Ausgabe zu belasten.

 Tut sich was?
Montagearbeiter starb an Herzversagen

Schierke/Halberstadt (dpa) l Der bei Montagearbeiten auf dem Gipfel des Brockens ums Leben gekommene Mann ist an Herzversagen gestorben. Es gebe keinerlei Hinweise auf Fremdverschulden, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Halberstadt am Montag. Der Unfallort sei auch vom Gewerbeamt genau untersucht worden. Alle Vorgaben zum Arbeitsschutz seien eingehalten worden. Auf eine Obduktion der Leiche des 53-Jährigen verzichteten die Ermittler deshalb, wie der Sprecher der Staatsanwaltschaft weiter sagte.

Der Mann aus dem niedersächsischen Ort Weener war am vergangenen Dienstag bei Arbeiten an einer Antenne auf dem Harzgipfel bewusstlos geworden und von einem Mitarbeiter leblos gefunden worden. Es gelang, den 53-Jährigen von der Plattform in rund 40 Metern Höhe zu bergen. Trotz Reanimationsmaßnahmen starb er jedoch wenig später.

 Montagearbeiter starb an Herzversagen
Rückschau auf ein Jahrhundert

Ilsenburg l Auf ereignisreiche 100 Jahre Ilsenburger Feuerwehrgeschichte haben die Brandschützer aus der Ilsestadt am Freitagabend zurückgeblickt. Während einer Festveranstaltung in der Harzlandhalle war es der aktuelle Wehrleiter Fabian Gaede, der die Gäste der Veranstaltung auf eine spannende Zeitreise mitnahm.

Bis zur Gründung der städtischen Wehr am 1. Mai 1919 oblag es der Hüttenwehr - der Feuerwehr der Fürst-Stolberg-Hütte - auch in der Stadt für Brandsicherheit zu sorgen und im Bedarfsfall zu löschen. Als die Hüttenwehr dieses Engagement im März 1919 aufkündigte, warb eine Anzeige in der „Ilsenburger Zeitung“ um Freiwillige, die diesen Dienst übernehmen sollten. So wurde zunächst im März eine Pflichtfeuerwehr gegründet und dann im Mai die freiwillige Wehr.

Einer der 18 Mitgründer war der Uhrmacher Otto Sterl, der Urgroßvater des heutigen Wehrleiters Fabian Gaede. Die Ausstattung der ersten Wehr war sehr primitiv. Das Domizil der Truppe war zunächst in der Kroatenbstraße, später in einem kleinen Schuppen in der Hochofenstraße. Erst in den Jahren 1920/21 konnte das Gerätehaus am Forellenteich bezogen werden, das heute weitgehend vom städtischen Bauhof genutzt wird.

Die Weltwirtschaftskrise, der Zweite Weltkrieg, wechselnde politische Systeme bestimmten danach das Werden und Wachsen der Wehr. Mit der Zeit und dem technischen Fortschritt wuchsen aber auch die Aufgaben der Kameraden.

Das heutige Feuerwehrgerätehaus ist im Jahr 2002 in Betrieb genommen worden. An der Planung war damals Dittmar Mehwald stark beteiligt. Mehwald war es, der der Feuerwehr insgesamt 22 Jahre lang vorstand und somit die längste Amtszeit aller inzwischen zwölf Wehrleiter schaffte. Im Jahr 2000 wurde er von Lutz Siebel abgelöst, der die Endphase des Baus begleitete.

Auf Lutz Siebel folgte 2012 André Münzberg und im vergangenen Jahr dann Fabian Gaede. Die Feuerwehr Ilsenburg hat aktuell 36 Frauen und Männer in ihrer Einsatzgruppe und absolviert im Schnitt 120 Einsätze pro Jahr. Diese reichen vom Fehlalarm bis zum Katastropheneinsatz bei Großbränden oder zuletzt den mehrfachen Hochwassern.

Nach Fabian Gaede sprach Ilsenburgs Bürgermeister Denis Loeffke (CDU). Er dankte im Namen der Bürger der Stadt den Brandschützern für deren ehrenamtliches und nicht selten gefährlichen Engagement.

Der Sonnabend gehörte der Öffentlichkeit. Die Feuerwehr veranstaltete ein Fest vor der Harzlandhalle und präsentierte sich mit einem Festumzug den Bewohnern der Stadt. Auch Innenminister Holger Stahlknecht (CDU) war dazu nach Ilsenburg gekommen. Höhepunkte des Nachmittagsprogramms war eine Vorführung der Jugendwehr der Stadt. Mit einem Tanzabend und einem Feuerwerk endete der Tag.

 R?ckschau auf ein Jahrhundert
Einmal in Augenhöhe mit DFB-Pokal

Wernigerode l Der Nicolaiplatz ist am Sonnabend fest in den Händen der Fußballfans gewesen. Der DFB-Pokal-Bus hat auf dem Nico Station gemacht. In dem mobilen Museum sind Erinnerungsstücke aus 75 Jahren DFB-Pokalgeschichte ausgestellt – darunter Spielertrikots und Fußballschuhe berühmter Spieler. Höhepunkt aber war der originale DFB-Pokal. Anfassen durften ihn die Besucher zwar nicht, aber immerhin ein Erinnerungsfoto schießen, kurz bevor am 25. Mai das Finale zwischen RB Leipzig und Bayern München im Berliner Olympiastadion steigt.

„Das ist die Gelegenheit, den Pokal mal live und in Farbe zu sehen“, so Heike Härtel-Dressel. Die Wernigeröderin und Ehemann Wolfgang gehörten zu den vielen Fußballfans auf dem Nico, die ein Foto mit dem Pokal ergattern wollten. „Und vielleicht kann ich den Leipzigern dadurch ein bisschen Glück fürs Finale bringen“, sagte der bekennende RB-Fans. Steffen Bohun war mit seinem kleinen Sohn Johann gekommen. Der Fünfjährige harrte geduldig in der Schlange aus. Sein Lieblingsteam? „Dortmund“, so Johann wie aus der Pistole geschossen.

Präsentiert wurde die Tour des fahrenden DFB-Museums vom Versicherungskonzern Ergo. Agenturleiter Michael Baumgarten hatte sich für Wernigerode beworben und Glück gehabt. Die Stadt wurde aus mehr als 300 Bewerbern als Standort für den dreistöckigen Bus ausgewählt – sehr zur Freude der Wernigeröder Fans.

„Ich bin mit der Resonanz sehr zufrieden“, sagte Michael Baumgarten. Um 11 Uhr sollte es auf dem Nico losgehen. Aber schon halb 11 habe sich eine Warteschlange gebildet. „Deshalb haben wir etwas eher angefangen“, so der Fußballfan und Chef des Wernigeröder Tennis-Clubs.

Auch Wernigerodes Fußball-Legenden ließen es sich nicht nehmen, den Pokal in Augenschein zu nehmen. Lothar Jänicke hatte seine alten Spielerfreunde zusammengetrommelt. Das sei eine spontane Idee gewesen. „Ich habe in der Volksstimme gelesen, dass der DFB-Bus kommt und dann einige Leute angesprochen.“ Alle seien sofort begeistert gewesen. Für die Kicker von einst wie Klaus Hoppe, Reinhard Bilsing, Herbert Reulecke, Ulrich Deparade, Klaus Walther, Peter Havekost, Arno Henke und Bernd Meyer Gelegenheit, in Erinnerungen zu schwelgen. Mit dabei auch zwei richtige Stars: Axel Tyll und Hans-Bert Matoul. Im Gespräch mit Trainer-Legende Georg Mewes verrieten sie einige Anekdoten aus ihrer Karriere. Tyll, der 1974 beim Europapokal-Finale für den 1. FC Magdeburg das 2:0 vorbereitete und damit Fußballgeschichte schrieb: „Der AC Mailand hat uns damals total unterschätzt. Die dachten, sie gewinnen sowieso.“ Das 2:0 sei mehr als verdient gewesen. Die Mannschaft von damals halte immer noch zusammen. „Wir treffen uns einmal im Jahr.“ Von Hans-Bert Matoul wollte Mewes wissen, was man als Fußballer damals so verdient hat. „Es hat gereicht“, so der Oberliga-Torschützenkönig von Lok Leipzig im WM-Jahr 1974. „Ich wollte damals gar nicht mehr. Heute würde man viel mehr verdienen.“

Und welches Team nimmt den Pokal am 25. Mai mit nach Hause? „Das ist schwierig“, sagte Lothar Jänicke gegenüber der Volksstimme. Er gönne es Leipzig, wenn die Bayern Meister werden. „Aber vielleicht schaffen die Bayern das Double.“ Michael Baumgarten drückt dagegen den Leipzigern die Daumen. „Sie sind aus der Region. Das wäre das erste Mal.“

Kommentar

 Einmal in Augenh?he mit DFB-Pokal
Winterberg: Jenseits der roten Linie?

Wernigerode l Für den Bau der Erlebniswelt am Schierker Winterberg muss die Stadt tiefer in die Tasche greifen als angenommen. Wernigerode will das Seilbahn-Projekt mit Investor Gerhard Bürger und seiner Winterberg Schierke GmbH realisieren. Die Stadt ist für den Aufbau der Infrastruktur zuständig. Rund 9,7 Millionen Euro wurden bislang für Skipistenbau, Speicherteich, Ver- und Entsorgungsmedien und die Wasserfassung kalkuliert. Inzwischen rechnet die Stadt mit rund 11,49 Millionen Euro – also 1,8 Millionen Euro mehr. Ein Großteil der Summe – etwa 9,76 Millionen Euro – soll mit Fördergeld finanziert werden, das das Land in Aussicht gestellt hat. Die restlichen 1,72 Millionen Euro müssen aus der Stadtkasse beglichen werden. Eingeplant waren bisher lediglich 970 000 Euro.

„Ich will das nicht schön reden, aber wir kennen die Entwicklung in der Baubranche“, so Wernigerodes Oberbürgermeister Peter Gaffert (parteilos) in der Sitzung des Stadtrats. „Die ursprünglichen Planungen liegen einige Zeit zurück.“

Dass die Stadtverwaltung plötzlich mit neuen Zahlen rausrückt, kommt nicht von ungefähr. Matthias Winkelmann (CDU) hatte nach der Kostenexplosion beim Bau der Einsatzzentrale für Feuerwehr, Bergwacht und Bauhof in Schierke eine neue Kalkulation für den Winterberg verlangt. Erst daraufhin hatte die Verwaltung geliefert.

Die schriftliche Antwort aus der Feder von Ordnungsdezernent Christian Fischer weist noch weitere Baustellen finanzieller Art aus. So geht aus dem Papier hervor, dass die Kosten für den Ausbau der verkehrlichen Infrastruktur, für den Schallschutz und den geplanten Parkplatz überhaupt noch nicht in die Rechnung einbezogen wurden. „Das ist kein Inklusivpaket“, so Fischer gegenüber der Volksstimme. „Ich habe das deshalb fairerweise mit rein geschrieben.“ Für den Bau des Parkplatzes könne man sich eventuell eines „Dritten bedienen“. Die Finanzierung für den Ausbau von Wegen und Straßen sowie die „absehbar notwendigen Schallschutzmaßnahmen“ sind laut Fischer noch nicht abschließend geklärt.

Und noch ein anderes offenbar schwerwiegendes Problem beschäftigt die Verwaltungsspitze. Im Rathaus wird geprüft, ob der Stadt die Nutzung von Planungsunterlagen der Winterberg Schierke GmbH in Rechnung gestellt werden könnte. Die Stadt habe die Planungen weder in Auftrag gegeben noch finanziert, verwende sie aber mit Erlaubnis des Investors in den laufenden Verwaltungsverfahren, stellte Dezernent Fischer in der Sitzung klar. Bisher habe es keine Forderung der GmbH in Richtung Wernigerode gegeben. „Aber die Kosten stehen im Raum. Da sind noch Gespräche zu führen.“

Sollte für die Stadt eine Rechtspflicht zum Ersatz der Planungsleistungen bestehen, könnte es teuer werden. Allein für die notwendigen Umplanungen der Seilbahntrasse wären 310 000 Euro fällig. Investor Bürger hatte diesen Anteil von der Stadt gefordert, aber nicht erhalten. Weil abzusehen war, dass die entsprechende Beschlussvorlage keine politische Mehrheit findet, hatte OB Gaffert sie Ende 2018 vor der Abstimmung zurückgezogen. Bürger ließ dennoch weiter planen, ohne dass Geld von der Stadt floss. Und das ist nicht alles. Es ist kein Geheimnis, dass seine GmbH auch davor schon Planungen für die Stadt verauslagt hat. „Das Thema liegt auf meinem Tisch“, so Fischer zur Volksstimme. „Ich prüfe auf eventuelle Prozessrisiken.“

Derweil muss die Stadt in Sachen Raumordnungsverfahren nacharbeiten. Das hatte jüngst die vom Verkehrsministerium anberaumte zweitägige Erörterung ergeben. „Für uns ist deutlich geworden, dass die Kritik am Projekt sehr substantiell ist“, so ein sichtlich zerknirschter Oberbürgermeister. Die umweltrechtlichen Belange würden dabei eine große Rolle spielen. „Wir sind aufgefordert, bis zum 22. Mai zu einigen Punkten nachzuarbeiten. Wir arbeiten daran, dass der Termin gehalten werden kann.“ Aufgrund der langen Laufzeit des Projektes stehe die Stadt ständig vor neuen Herausforderungen, „deren Komplexität nicht vorherzusehen war“, so Gaffert. Die Hürden seien „unglaublich hoch. Man hat es uns wirklich nicht leicht gemacht.“

Dennoch werden Gaffert wie auch der Investor den Ausgang des Raumordnungsordnungsverfahrens abwarten. Danach will der OB das weitere Vorgehen mit den Stadträten besprechen. „Wegen einer Million Euro Mehrkosten müssen wir das Kind nicht mit dem Bade ausschütten.“ Er sehe durchaus Potenzial in der Verwaltung. „Aber wir sollten Risiken abwägen und schauen, was möglich ist“, so Gaffert ganz ohne die gewohnte Euphorie. „Wir müssen Prioritäten setzen. Wenn das Geld nicht reicht oder der Winterberg keine Priorität hat, müssen wir das Projekt nach hinten schieben oder abspecken.“ Die rote Linie lege der Stadtrat fest, so Gaffert. Es sei eine politische Entscheidung, ob und in welchem Umfang die Stadt weiter Geld in das Projekt stecke.Kommentar/Seite 21

 Winterberg: Jenseits der roten Linie?
Frau fährt in Graben, flieht und stellt sich

Blankenburg (dpa) l Eine betrunkene Autofahrerin ist in Blankenburg (Landkreis Harz) eine Böschung hinuntergerast und anschließend vom Unfallort geflohen.

Die 20-Jährige sei am späten Freitagabend nach rechts von der Fahrbahn abgekommen, ins Schleudern geraten und in einen Graben gekracht, teilte die Polizei am Sonnabend mit. Dabei überschlug sich das Auto. Die Frau floh zu Fuß vom Unfallort.

Später rief sie bei der Polizei an und gestand ihren Fehler. Sie hatte einen Atemalkoholwert von 1,33 Promille.

 Frau f?hrt in Graben, flieht und stellt sich