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Aktuelle Nachrichten

Aktuelle Nachrichten aus dem Landkreis Harz. Erfahren Sie, was los ist. - Powered by Volksstimme.de

Engagierte Leute für Sportmobil gesucht

Wernigerode l Die Sportjugend im KreisSportBund Harz veranstaltet vom 22. bis 24. Februar mit Unterstützung der Sportjugend Sachsen-Anhalt und der Bildungs- und Freizeitstätte Schierke den schon traditionellen Teamerlehrgang in Schierke.

Der Lehrgang dient als Startschuss und Vorbereitung für die neue Saison. Die Mobilen Projekte benötigen immer wieder engagierte Leute für das Ehrenamt – mit und ohne Führerschein, auch gern für PKW-Hänger – für die Sport- und Spielmobile, SportsFunMobile (mobiler Jugendtreff) und für die Riesenrutsche „Jurassic“.

Zum Aufgabenbereich gehören der Auf- und Abbau der Sport- und Spielgeräte, Beschallungstechnik und die Animation und Betreuung der kleinen und großen Besucher auf zahlreichen Events nah und fern. Für den Einsatz gibt es natürlich auch eine Aufwandsentschädigung.

„Sport, Spiel und Spaß erleben in einem super Team. Sei auch du dabei“, heißt es in einer Pressemitteilung. Der Lehrgang zum Schnuppern ist natürlich für alle Interessenten und Teilnehmer kostenlos.

Weitere Informationen, Bilder und Clips gibt es auf der Internetseite der Sportjugend Harz, auf Facebook oder auch persönlich über das Büro unter Telefon (0 39 43) 5 57 11 20. Anmeldung mit Name, Telefonnummer und Alter gern per E-Mail info@sportjugend-harz.de entgegen genommen. „Also kommt in ein tolles Team - habt Spaß und engagiert euch im Ehrenamt.“

 Engagierte Leute f?r Sportmobil gesucht
Zentimeterarbeit für freie Fahrt zum Brocken

Schierke l Manchmal muss man auch mal Glück haben: So wie am Mittwoch. Als Thomas Demuth, Florian Koppelin und Thomas Beyer an der Begegnungsstelle am Goethebahnhof von der Lok klettern und den Führerstand der Gleis-Schneefräse verlassen, ist ihre Aufgabe klar. Das Trio greift zu Schneeschiebern, Schippen und Besen, um die über Nacht völlig eingeschneite und zugewehte Weiche freizulegen. Ziel der Übung ist es nicht nur, die Weichenzunge gangbar zu machen, sondern der unterhalb der Stahlkonstruktion platzierten Gasheizung Luft zu verschaffen, damit sie durchzündet und Schnee und Eis sprichwörtlich einheizt.

Heute hat das Trio echt Glück. Es ist zum ersten Mal an diesem Morgen mit diesem Knochenjob gefordert. Und hat obendrein Unterstützung: Der Reporter der Volksstimme, der im ersten Leben als Reichsbahner selbst mal Gleisduft geschnuppert hat und heute den Fräseinsatz mit Stift und Kamera begleitet, schippt mit.

Der Schnee ist nass, schwer und stellenweise vereist. Zehn, 15 Minuten sind nötig, dann markiert aufsteigender Dampf, dass die Auftauautomatik angesprungen ist. „Wenn wir Pech haben und es bis runter nach Wernigerode geschneit hat, können es bis hier oben schon ein Dutzend Weichen sein, bei denen wir anpacken müssen“, überschlägt Thomas Beyer.

Heute also nicht. Heute kann es gleich technisch weitergehen. Tino Fügner oben auf dem Führerstand der V 100-Diesellok löst die Bremse und gibt dem bulligen Zwölfzylinder-Motor, der bislang im Hintergrund nur monoton getuckert hat, Stoff. Der Motor heult auf und die weinrote Lok rollt ins Ausweichgleis, die gelb lackierte Schneefräse am Haken.

Wenig später fliegen die Schneeflatschen nur so ins Gelände. Tino Fügner schiebt mit der 67 Tonnen schweren V 100 im Schrittempo die 23 Tonnen schwere Fräse zurück aufs Hauptgleis. Im Führerstand der Fräse sitzen Florian Koppelin und Thomas Beyer und dirigieren die rotierenden Fräswalzen. Sie können mit Joysticks in Höhe und Breite verstellt werden.

Gemessen von der Gleismitte können so bis zu 2,19 Meter in jeder Richtung freigemacht werden – in Summe also eine 4,38 Meter breite Schneise. Genügend seitliches Lichtraumprofil, damit anschließend reguläre Züge der Harzbahn hier entlang rollen können. Oft sind aber mehrere Fahrten nötig, um in Höhe und Breite den gesamten Schnee wegzufräsen.

Wie aufwändig und zeitraubend die Arbeit ist, wird wenig später oben auf dem Brockengipfel deutlich. Die dortigen Schneedimensionen – im Schnitt rund 1,35 Meter – fordern nicht nur von diesem Team alles ab. Während sich das Quartett von unten her auf der Strecke nach oben voran arbeitet, haben schon vor Stunden Kollegen oben im Brockenbahnhof damit begonnen, im Tiefkühlschrank auf rund 1125 Metern Höhe klar Schiff zu machen.

Das Ziel aller ist klar: Wenn es Wind und Schneefall zulassen, sollen Gleise und Bahnsteige soweit vom Schnee befreit werden, dass die Brockenbahn starten kann. Mit dieser Aufgabe ist das Fräs-Quartett gegen 7.15 Uhr am Westerntor-Bahnhof gestartet. Erst geht es durch das noch im Schlaf liegende Wernigerode, dann schraubt sich der Train mit der Fräse an der Spitze langsam durch den Harzwald empor. Vorn sitzen Florian Koppelin und Thomas Beyer. Irgendwann ist die Schneedecke soweit angewachsen, dass sie die Fräse absenken und der erste Schnee ins Gelände geschleudert wird.

Je weiter es hinauf geht, desto langsamer muss Tino Fügner schieben. Die Fräse darf mit dem schweren, nassen Schnee nicht überlastet werden. Stellenweise geht es nur im Schritttempo voran. Oben auf dem Berg sind immer wieder mehrere Fahrten – hin und her – nötig, um die „weißen Wände“ wegzuräumen.

An der Teufelskanzel türmen sich letztere gut zwei Meter hoch auf. An dieser Stelle war am Dienstag voriger Woche ein Brockenbahn-Zug mit Volldampf in eine Schneewehe gerauscht und steckengeblieben. Das Personal auf der Lok hatte im dichten Schneetreiben nur noch weiß gesehen und die Wehe nicht erkannt.

Die Lok und mehrere Waggons mussten in einem dreitägigen Kraftakt freigeschippt und -gefräst werden. Wenige Tage später – am Samstagnachmittag – war dann auf dem Gipfel schneebedingt eine Dampflok entgleist. Seither ruhte der Bahnbetrieb rauf zum Brocken. Orkan, Schneetreiben und eisiger Wind mit gefühlt bis zu 30 Grad unter dem Gefrierpunkt ließen jeden Gedanken an Zugfahrten schockgefrieren.

Nun also am Mittwochmorgen der neue Versuch, die Gleise befahrbar zu machen. Wie extrem die Bedingungen dort oben sind, wird mit jedem Meter deutlich. Die Signale wirken wie eingezuckert, Eis und Schnee machen die roten, grünen, gelben und weißen Signallichter fast unerkennbar. Tino Fügner muss immer wieder per Funk die Lokleitung kontaktieren und sich für jede Fahrt mündliche Befehle geben lassen. Abstimmung ist alles hier oben, Sicherheit hat absolute Priorität. Schließlich agieren zig Bahnmitarbeiter parallel.

Der 35-Jährige, der einst als Zimmermann ins Berufsleben gestartet ist, „aber schon immer zur Bahn wollte“, ist und bleibt der ruhige Pool. Einmal entlang an Bahnsteig eins mit der Fräse. Dann retour, damit der Gleisbagger rein kann, um die Schneeberge von den Bahnsteigen ins Gleis zu ziehen. Dann erneuter Einsatz des Schneefräs-Teams, um diesen Schnee rauszuschleudern.

Irgendwann gegen 10 Uhr entscheiden die Verantwortlichen oben am Bahnhof, dass es heute passen wird und der Zugbetrieb aufgenommen werden kann. Während Tino Fügner – in seiner Freizeit hat er sich übrigens dem Bau von Garteneisenbahnen im XXL-Format verschrieben – mit der Fräse im Schlepp langsam talwärts rollt, bekommt die erste Dampfbahn, die 9.40 Uhr in Wernigerode gestartet ist, das entscheidende Signal: Die Fahrt endet nicht in Schierke, sondern heute auf dem Harzer Gipfel. Die Schmalspurbahnen informieren täglich auf ihrer Internetseite, ob es bis hinauf geht.

 Zentimeterarbeit f?r freie Fahrt zum Brocken
Harzer Imkerin gibt nach Bienentod nicht auf

Drübeck l Das Harzer Polizeirevier hat zu Wochenbeginn über einen Fall von Sachbeschädigung in Drübeck berichtet. Unbekannte hatten ein Bienenvolk getötet, indem sie dessen Behausung, die Beute, gewaltsam zerstört hatten. Dabei entstand ein Sachschaden von 800 Euro.

Die der Tat zum Opfer gefallenen Tiere waren ganz besondere Bienen, wie Hobby-Imkerin Dorothea Welke gegenüber die Volksstimme sagte. „Dieses Volk betreue ich zwei Jahren und habe sie von gewöhnlichen Bienen zu Bienen im Naturbau umgezüchtet“, sagt Welke. Das ganze Unternehmen geschah unter tierärztlicher Aufsicht und auch mit Zustimmung und Beratung durch den regionalen Imkerverein.

„Der Naturbau hat den Vorteil, dass er eine natürliche Immunität gegen den Befall mit der Varroamilbe ermöglicht. Die Bienen bauen keine großen Waben, aus denen der Mensch den Honig ernten kann, sondern sie bauen kleinere, die zwar weniger ertragreich sind, dafür aber eine Größe haben, in der sich die schädliche Milbe nicht einnistet“, sagt Dorothea Welke. Das Bienenvolk ist somit ganz natürlich vor dem gefährlichen Parasiten geschützt.

„Das hat zwar den Nachteil, dass der Mensch nur wenig Honig gewinnt, dafür ist die Bestäubungsleistung enorm. Und die Biene kann den Honig zur Aufzucht der nächsten Generation nutzen und muss nicht auf das Zuckerwasser, die vom Menschen bereit gestellte Ersatznahrung, zurückgreifen“, so die Imkerin.

Beim Besuch der Volksstimme vor Ort war auch Wilfried Götze, der Vorsitzende des Imkervereins Wernigerode, zugegen. Er zeigte sich über die Tat nicht nur erbost, er kümmert sich auch über die Schadensregulierung, die über die Versicherung läuft. „Es kommt leider immer wieder vor, dass Beuten zerstört werden oder sogar ganze Völker gestohlen werden. Die Imker sind durch den Verein gegen solche Handlungen zumindest soweit geschützt, dass sie keinen finanziellen Nachteil haben. Dass es aber generell Probleme mit dem Überleben der Bienen gibt und solche sinnlosen Handlungen alles nur noch schlimmer machen, das wird den Wenigsten bewusst“, sagt Götze.

Von der Straftat am Wochenende will sich Dorothea Welke aber nicht abschrecken lassen. Sie hat mit dem Eigentümer des Geländes, auf dem die Beute stand, einen Gestattungsvertrag und will auch künftig dort Bienenvölker ansiedeln - ein Ansinnen, dass vom Grundstückseigentümer mitgetragen und unterstützt wird.

Den eigentlichen Anstoß, sich mit dem Thema Imkerei zu beschäftigen, fasste Dorothea Welke schon vor einigen Jahren. Sie betätigt sich nämlich auch als Autorin und Illustratorin von Kinderbüchern. Und da sie das inzwischen globale Problemthema Bienen in einem Buch aufgreifen wollte, wollte sie Näheres wissen. Sie suchte Kontakt zum Wernigeröder Imkerverein, ließ sich zur Imkerin ausbilden und begann mit dem Imkern.

Viel Honig hat sich nicht geerntet und Geld verdienen kann man damit erst recht nicht. „Es ist ein Hobby und wird es auch bleiben. Für mich ist wichtiger, dass ich einen Beitrag zum Erhalt der natürlichen Ressourcen leisten kann“, sagt die Drübeckerin.

Und sie lässt sich auch von Rückschlägen nicht entmutigen. „Vor einem Jahr hatte ich noch fünf Völker. Eines wurde komplett gestohlen, das zweite jetzt durch die Sachbeschädigung vernichtet. Aber ich werde weitermachen“, versprach sie. Unterstützung gibt es privat vom Wilfried Götze, der Dorothea Welke im Frühjahr ein Bienenvolk schenken will. „Das ist sehr nett, aber es werden Jahre vergehen, bis auch diese Bienen sich an den Naturbau gewöhnt haben,“ so Dorothea Welke abschließend.

 Harzer Imkerin gibt nach Bienentod nicht auf
Orkanartige Böen im Harz

Wernigerode l Für Mittwochnacht bis Donnerstagmittag können im Landkreis Harz in Lagen über 1000 Meter laut Deutschem Wetterdienst orkanartige Böen auftreten. Auf den Bergen wie dem Brocken sei zwischen ab 20 Uhr zunehmend mit schweren Sturmböen zu rechnen. Bis Donnerstag etwa 12 Uhr kündigt der Wetterdienst weiterhin einen starken Wind mit einzelnen steifen, in Schauer- bzw. Gewitternähe auch stürmischen Böen an.

Aufgrund der Sturmböen können zum Beispiel Bäume entwurzelt und Dächer beschädigt werden. Laut Wetterdienst sei besonders auf herabstürzende Äste, Dachziegel oder Gegenstände zu achten und alle Fenster und Türen geschlossen zu halten. Menschen sollen insbesondere Abstand von Gebäuden, Bäumen, Gerüsten und Hochspannungsleitungen halten und den Aufenthalt im Freien vermeiden.

 Orkanartige B?en im Harz
Brockenbahn fährt wieder

Wernigerode l Der wegen der starken Schneefälle der vergangenen Tage eingestellte Bahnverkehr auf den Brocken ist wieder aufgenommen worden. Wie Dirk Bahnsen, der Sprecher der Harzer Schmalspurbahnen (HSB) sagte, fährt die Brockenbahn seit Mittwochvormittag wieder planmäßig zwischen Schierke und dem Brockenbahnhof. 

Dem vorangegangen war am Mittwoch der Einsatz einer Schneefräse, die den Weg freiräumte. Der Verkehr war Wochenende eingestellt worden, nachdem zwei HSB-Bahnen auf dem Weg zum Brocken im Schnee steckengeblieben waren.

Laut HSB-Sprecher Bahnsen ist in den nächsten Tagen eine Wetterbesserung in Sicht. "Der Ausnahmezustand ist vorbei", sagte er, die HSB könne nun ihre normale Arbeit wieder aufnehmen.

 Brockenbahn f?hrt wieder
Blankenburg auf Eis und Schnee eingestellt

Blankenburg l Bereits im Sommer 2018 ist das Streugutlager des TEB an der Alten Halberstädter Straße in Blankenburg wieder aufgefüllt worden. „So wurden rund 220 Tonnen Streusplitt und etwa 100 Tonnen Auftausalz zu den Restbeständen des letzten Winters neu eingelagert“, erläutert Uwe Duckstein, der beim Winterdienst auf ein gut eingespieltes Team und deren Einsatzroutine setzen kann.

So erfolgte im Herbst die routinemäßige Einweisung sowie eine Belehrung der Winterdienst-Mitarbeiter im Rahmen einer Personalversammlung. „Dabei wurde auch der Winterdienstplan des TEB für den Winter 2018/19 bekanntgegeben“, so der TEB-Chef. Wie in den Vorjahren wurden Rufbereitschaftsgruppen und die Tourenpläne festgelegt. „Es kommen nach Erfordernis insgesamt acht Fahrzeuge mit Pflug und Streuer sowie vier Fahrzeuge mit Arbeitskräften zur Handreinigung zum Einsatz“, erläutert Duckstein.

Seine Kollegen sind sowohl in der Kernstadt von Blankenburg als auch in den Ortsteilen Börnecke, Derenburg, Heimburg, Hüttenrode, Cattenstedt und Wienrode aktiv. In Timmenrode wird der Winterdienst in Absprache mit dem TEB von einem privaten Dienstleistungsunternehmen übernommen. In Derenburg können die dortigen Mitarbeiter über ein eigenes kleines Zwischenlager auf Salz und Splitt zurückgreifen.

Die Rufbereitschaft für den Winterdienst gelte im Zeitraum vom 29. Oktober bis zum 31. März. „Die Rufbereitschaftsgruppen sind im wöchentlichen Wechsel zunächst in Bereitschaft und dann nach Erfordernis im Einsatz“, so Duckstein. Dieses Prozedere habe sich mit den Jahren bewährt. Dazu gehöre selbstverständlich auch das genaue Verfolgen des Wetterberichts: „Bahnt sich ein größeres Schneegebiet an, so ist der TEB ab vier Uhr morgens im Einsatz - wenn nötig auch noch mit einer zweiten Schicht zum Abend“, erläutert er. Bei unsicheren Witterungslagen, insbesondere um null Grad Celsius, werden vom Einsatzleiter Winterdienst Kontrollfahrten unternommen und dann kurzfristig Einsätze veranlasst.

Der TEB-Chef bittet darüber hinaus die Bürger um Verständnis, dass nicht alle Straßen gleichzeitig geräumt werden können: „Vorrang haben Zufahrten zu Krankenhäusern, Feuerwehren, Schulen, Kindertagesstätten sowie die Hauptstraßen und Buslinien. Der TEB ist jedoch bemüht, die Beräumung des Schnees und die Verteilung des Streuspitts schnellstmöglich zu erledigen.“

 Blankenburg auf Eis und Schnee eingestellt
Wernigerodes "Kleiner Harz" ganz groß

Wernigerode l Kleines Jubiläum für den „Kleinen Harz“: Seit zehn Jahren gibt es die Miniaturenausstellung im Wernigeröder Bürgerpark. Der „Kleine Harz“ sei für die Stadt eine Erfolgsgeschichte, bilanziert Andreas Meling, der Bürgerpark und „Kleinen Harz“ seit einem Jahr leitet. „600.000 Besucher seit der Eröffnung, 1,3 Millionen Gäste im Bürgerpark insgesamt. Für Wernigerode ist das eine touristische Hausmarke“, so Meling weiter. „Und das wollen wir auch bleiben.“

Die über 60 Modellhäuser im Maßstab 1:25 sind in einem von der Kommunalen Beschäftigungsagentur geförderten Projekt in mehr als zwölf Jahren Bauzeit an der Oskar-Kämmer-Schule Wernigerode entstanden. Ziel war es, einen weiteren Anziehungspunkt auf dem Gelände der ehemaligen Landesgartenschau zu schaffen.

Mitarbeiter der Kämmer Schule gestalteten aus teilweise winzigsten Einzelteilen und mit viel Liebe zum Detail Harzer Sehenswürdigkeiten im Kleinformat – darunter das Wernigeröder Rathaus, den Brocken, den Halberstädter Dom und die Goslarer Kaiserpfalz. Mit rund 68 000 Stunden hält das Schloss Wernigerode den Rekord, was die Arbeitszeit betrifft. Alle Modell sind mit Informationen versehen. Sie sollen die Besucher anregen, auch die Originale im Harz zu besichtigen.

Zur Saisoneröffnung am 13. April kommt übrigens eine neue Harzer Sehenswürdigkeit hinzu – das Große Schloss Blankenburg. „Für unseren Park wird das eine Bereicherung“, sagt Andreas Meling. Neben der Präsentation des neuen Modells wird es auch eine Festveranstaltung geben. „Wir wollen Revue passieren lassen, wie die Modelle entstanden sind, wer beteiligt war“, kündigt Meling an. Der zehnte Geburtstag der Miniaturenausstellung soll im Laufe der Saison 2019 mit „kleinen und großen Highlights“ gefeiert werden. So soll in einer Veranstaltung allen am Bau Beteiligten gedankt werden.

„Wir wollen alle einladen, die mitgeholfen haben“, informiert der Parkchef. „Das sind mehrere 100 Menschen, die mitgewirkt haben.“ Einige von ihnen seien noch immer im Bürgerpark angestellt, andere hätten einen ganz neuen Berufs- und Lebensweg eingeschlagen. „Sicherlich ein interessantes Wiedersehen.“ Noch in Vorplanung ist ein Menü im Grünen im Miniaturenpark in Zusammenarbeit mit der Oskar-Kämmer-Schule.

Auch die Ausstellung 2019 im Schafstall zusammen mit der Volksstimme greift den 10. Jahrestag des „Kleinen Harzes“ auf. Unter dem Motto „Kleines ganz groß“ können sich die Besucher auf „sehr schöne Bilder“ freuen. Die Ausstellung mit eingesandten Fotos der Volksstimme-Leser wird am 26. Mai eröffnet.

Ein echter Höhepunkt ist für den 15. September vorgesehen – ein aufwändiges Jubiläumskonzert mit dem Philharmonischen Kammerorchester Wernigerode und dem Orchester des Nordharzer Städtebundtheaters, großem Chor und Solisten. Gespielt wird „Carmina Burana“ von Carl Orff.

Die Zeit bis zum Auftakt des Jubiläumsjahres nutzen die Mitarbeiter im Bürgerpark, um die Modellhäuser aufzuarbeiten. „Einige von ihren werden zwölf Jahre alt“, sagt Andreas Meling. „Sie sind in die Jahre gekommen.“ Spätestens zum 13. April sollen sie sich wieder in voller Schönheit präsentieren.

 Wernigerodes "Kleiner Harz" ganz gro?
Pegel der Harz-Flüsse bleibt stabil

Wegeleben/Derenburg l Die Pegel der Flüsse im Harz und der Börde sind trotz der Hochwasserwarnung weitgehend stabil. So ist der Wasserstand der Bode in Wegeleben zwar seit Montag um vier Zentimeter auf 124 cm gestiegen, es ist aber noch Platz im Flussbett.

Probleme könnten in den nächsten Tagen entstehen, wenn bei weiteren Pegelanstieg noch mehr Treibholz an den Brücken hängen bleibt. Dies ist schon jetzt in Derenburg deutlich zu erkennen. Hier führt die Holtemme durch die Ortschaft.

 Pegel der Harz-Fl?sse bleibt stabil
Treppensteigen hält Derenburgerin fit

Derenburg l Sie hat zwei Weltkriege erlebt, eine Monarchie, eine Republik, die Nazi-Diktatur, ein sozialistisches und ein Nachwende-Deutschland: Amanda Schneider aus Derenburg. Am Dienstag, 15. Januar, feierte sie in ihrer Heimatstadt ihren 105. Geburtstag. Und dazu haben sich in ihrem Häuschen einige Gratulanten angekündigt, darunter die Großnichte und der Großneffe, die sich beide liebevoll um die Jubilarin kümmern und ihr im Haushalt helfen – beim Wäschewaschen und Essenzubereiten. Allerdings ist Amanda Schneider geistig voll auf der Höhe und versucht nach wie vor, soviel wie möglich selbst zu erledigen.

„Ich bewege mich viel“, sagt die Jubilarin, die mehrmals am Tag die schmale Steige vom Erdgeschoss in die erste Etage und zurück bewältigen muss. „Aber das Treppensteigen hält mich fit“, sagte sie lachend. Und nicht nur das: Einmal pro Woche gehts mit ihrem Großneffen Ronald Künne zum Einkaufen. Ein Rollator gibt ihr beim Gehen zusätzliche Sicherheit. „Sie ist sehr diszipliniert. Auch wenn sie mal keine Lust hat, ist unsere Tante auf den Beinen“, ergänzt Großnichte Isolde Fiebig.

Dass Amanda Schneider mit 105 Jahren immer noch so agil ist, scheint nicht nur in den Genen verankert zu sein. „Ich habe immer und gern gearbeitet“, blickt sie auf ein vielfältiges Arbeitsleben zurück. Nachdem sie am 15. Januar 1914 in der alten Sägemühle an der Wernigeröder Straße in Derenburg zur Welt gekommen war, verlebte sie ihre Kindheit gemeinsam mit ihren Eltern und den drei älteren Geschwistern in der Holtemmestadt. Später verschlug es sie für einige Jahre nach Magdeburg, Naumburg und nach Lindau am Bodensee, wo sie in einem Geschäftshaushalt arbeitete.

Mit dem Ende des Zweiten Weltkriegs zog es sie aber wieder in die Heimat. In den Wirren dieser Tage gestaltete sich die Fahrt zurück als abenteuerlich. In Halle angekommen fehlte ihr beispielsweise das nötige Ticket, um auf den Bahnsteig zu kommen. Für drei Äpfel besorgte ihr eine Reisende die begehrte Fahrkarte.

In Derenburg arbeitete Amanda Schneider dann in einer Fleischerei, als Leiterin einer Wäscherei und sogar über das Rentenalter hinaus im „Schuh-HO“. Noch als Rentnerin trug sie außerdem die Zeitung im Ort aus und war als Versicherungsvertreterin unterwegs. Nebenbei kümmerte sie sich noch um ihren Garten.

Und einem kleinen Laster hat sie bis vor wenigen Jahren noch gefrönt: Sie hat Zigaretten geraucht. „Man kann alles machen, aber immer in Maßen“, erklärt Amanda Schneider, die sich für ihren Ehrentag nur eines wünscht. „Hauptsache, ich bleibe gesund.“

 Treppensteigen h?lt Derenburgerin fit
Manöverkritik nach Winterchaos am Brocken

Schierke l Der 1141 Meter hohe Brocken am Wochenende: Extremwetter mit Eisregen, Schneesturm und Orkanböen mit bis zu 120 Kilometer pro Stunde. Winterwetter – punktgenau so, wie es Marc Kinkeldey von der Wetterwarte am Freitag vorhergesagt hatte. Trotzdem pilgerten Hunderte Touristen hinauf oder ließen sich von Brockenbahnzügen rauf fahren. Bis am Samstagabend erneut ein Zug in eine Schneewehe geriet, eine Lok entgleiste und am Ende gut 250 Menschen mit rund 40 Touren via Brockenstraße evakuiert werden mussten. Ganz genau so, wie zuvor schon am Dienstag. Da waren mehrere Waggons plus Lok in eine Wehe geraten und mussten in einem drei Tage währenden Kampf befreit werden.

Muss das so sein? Müssen oben auf dem Berg immer wieder Situationen riskiert werden, die für alle Beteiligten – Betroffene wie Retter und Helfer gleichermaßen – kreuzgefährlich enden können? Sollte mit Blick auf die zuweilen ahnungslosen Harzbesucher bei Extremwetterlagen wie am Wochenende nicht klarer und deutlicher gewarnt und von neutraler Stelle notfalls eine offizielle Reisewarnung ausgesprochen werden?

Eine Frage, die hinter den Kulissen bereits diskutiert wird. Der Wernigeröder Oberbürgermeister Peter Gaffert (parteilos) hatte schon am Wochenende dringenden Gesprächsbedarf mit den Verantwortlichen der Harzer Schmalspurbahnen (HSB) signalisiert. Am Montag kam Gaffert nach Angaben seines Sprechers Tobias Kascha mit HSB-Geschäftsführer Matthias Wagener zusammen.

Tenor des Gesprächs: Kein unnötiges Risiko durch Brockenbahnfahrten bei Extremwetterlagen, um im Gegenzug möglichst hohe Einnahmen zu generieren. „Den Grundsatz, den Zug lieber einmal mehr stehen zu lassen, trägt der Aufsichtsrat ausdrücklich mit“, berichtete Kascha nach dem Gespräch. Zudem wünsche sich Gaffert, dass alle Kommunikationswege – interne wie externe – auf den Prüfstand gestellt werden. Und: Auch die Kommunikation zwischen HSB und Wetterwarte sollte – so lange die Warte noch personell besetzt ist – intensiviert werden. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) will die Warte zum Jahresende 2019 automatisieren.

Dem Gedanken, alle Informationen zu bündeln und bei Bedarf eine klare Warnung auszusprechen, stehe Peter Gaffert nicht abgeneigt gegenüber, so Kascha.

Das Prinzip könnte so aussehen: An Tagen mit extremen Wettersituationen im Oberharz fließen die Informationen der Praktiker vor Ort direkt und auf kurzem Weg zusammen: Die Ranger beim Loipenlegen im Wald. Die HSB-Beschäftigten, die oben auf dem Brocken die Gleise freifräsen und daher die Situation einschätzen können. Und eben auch die Profis aus der Wetterwarte, die die weitere Entwicklung einschätzen können wie kaum ein anderer. Und Brockenwirt Daniel Steinhoff als Kenner der Materie.

Am Ende könnte tatsächlich eine breit kommunizierte Warnung von neutraler Stelle stehen: Die Brockenbahn ruht und vor Wanderungen zum Brocken wird ausdrücklich gewarnt. Mit der Konsequenz, dass Rettungsaktionen, wenn sie denn nötig werden, um Unverbesserliche zu retten, entsprechend berechnet werden.

„Das würde ich absolut begrüßen“, so die spontane Reaktion von Brockenwirt Daniel Steinhoff. Der 47-Jährige kennt die Realitäten am Berg: „Wenn meine Mitarbeiter nachmittags auf der Brockenstraße Wanderer warnen, die noch bergwärts unterwegs sind, stoßen sie nicht selten auf taube Ohren und Kritik: Man müsse doch erwachsene Menschen nicht belehren.“ Das münde zuweilen in krasse Fälle wie am Sonntag, berichtet Steinhoff: Oben auf dem Brocken Orkan, keine Brockenbahn, die fährt, und gegen 15.15 Uhr auf dem Gipfel eine Schwangere, die nicht wisse, wie sie runterkommen soll. Am Ende war die Bergwacht der Rettungsanker.

Ähnlich die Reaktion bei der HSB selbst: „Wir haben Web-Cams in den Ticketschaltern, unsere Mitarbeiter raten bei entsprechendem Anlass vom Besuch auf dem Brocken ab und stoßen nicht selten auf schroffe Ablehnung und Unverständnis“, berichtet HSB-Sprecherin Heide Baumgärtner.

Auf die nötige Selbstreflektion und Gefahreneinschätzung verweist auch HSB-Geschäftsführer Matthias Wagener. Ansonsten gilt: Wir haben einen Transportauftrag, wollen den Besuchern den Harz zeigen, wägen dabei eigenständig und bei Bedarf nach Rücksprache mit der Wetterwarte eigenverantwortlich ab. Gesprächen mit dem Ziel, die Gesamtsituation mit Blick auf die Touristen weiter zu verbessern, würde sich die HSB aber keineswegs verschließen, so Wagener. „Letztlich geht es auch darum, das Gespür der Harzbesucher zu verstärken“, so Wagener.

Ob die Brockenbahn am Dienstag wieder auf den Berg hinauf fährt, werde zwischen 9 und 10 Uhr entschieden und dann auf der Internetseite kommuniziert.

 Man?verkritik nach Winterchaos am Brocken