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Aktuelle Nachrichten

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Im Aufzug gefangen

Halberstadt l Die Wohnung in der Maxim-Gorki-Straße bietet einen traumhaften Blick über Halberstadt. Man kann den Dom sehen, die Türme der Martinikirche, bei gutem Wetter den Brocken. Dieser Ausblick war einer der Gründe, warum sich Angelika und Peter Mettner vor gut einem Jahr für ihr neues Heim entschieden haben. Dass die Senioren dafür in den sechsten Stock ziehen mussten, war kein Problem – schließlich gibt es in dem kürzlich sanierten Mehrfamilienhaus einen Fahrstuhl. Doch dieser wurde nun zur Falle.

Mehr als eine Stunde saßen die Eheleute in der vergangenen Woche im Lift fest. „Wir waren schon ganz oben. Aber die Tür ging nicht auf. Sie ruckelte, öffnete sich aber nur ein kleines Stück“, berichtet Angelika Mettner. Schnell machte sich Panik bei den beiden Halberstädtern breit. Nicht nur, dass sie Angst vor engen Räumen hat, er ist schwer krank. „Vor etwas mehr als einem Jahr hatte ich einen Schlaganfall. Ich bin zu 80 Prozent schwerbehindert“, berichtet Peter Mettner. Laufen und Stehen fallen ihm schwer. Hinzu kommt: Der 68-Jährige ist zuckerkrank. „Vier Mal am Tag muss ich mich spritzen. Die Zeit für die nächste Spritze war schon wieder ran.“

Doch es dauerte mehr als eine Stunde und mehrere Anläufe, bis die Rentner befreit werden konnten. „Ich habe ständig den Notfallknopf gedrückt, doch erst nach zehn Minuten jemanden erreicht. In Berlin, die wollten jemanden aus der Nähe schicken“, so Mettner.

Nach einer halben Stunde sei Personal eines Sicherheitsdienstes gekommen. Mit einem Spezialschlüssel, dank dem sich die Fahrstuhltüren im Notfall öffnen lassen. Normalerweise. „Es passierte nichts. Die Tür ging nicht auf“, so Angelika Mettner. Alle Versuche, den Spalt händisch zu vergrößern, scheiterten.

Derweil ließen die Kräfte von Peter Mettner nach. „Ich wurde ganz wackelig auf den Beinen.“ Zum Glück versorgte die zur Hilfe gerufene Nachbarin, Burglinde Neumann, das Ehepaar mit Wasser und klappbaren Campingstühlen.

Nach etwa einer Stunde rückte die Feuerwehr an. Die Kameraden sind für solche Notfälle geschult, berichtet Abteilungsleiter Jörg Kelle. Zehn, zwölf derartiger Einsätze sind es jedes Jahr. „Normalerweise reichen moderate Mittel, um die Tür gewaltfrei zu öffnen.“ Doch das sei am Mittwoch nicht möglich gewesen. „Die Tür war verklemmt.“ Möglicherweise aus der Halterung gerutscht. Den Männern blieb deshalb nichts anderes übrig, als die Tür mit einem Spreitzer und Hebekissen zu öffnen, erläutert Kelle.

Eine Notärztin, die zeitgleich mit den Kameraden der Feuerwehr kam, versorgte zwischenzeitlich die Eheleute.

„Wir waren wirklich froh, wieder draußen zu sein. Das hätte schlimmer ausgehen können“, sagt Angelika Mettner.

Doch nach der ersten Erleichterung folgte die Ernüchterung: Die Tür ist so beschädigt, dass sie ausgetauscht werden muss. Der Fahrstuhl kann bis dahin nicht genutzt werden. „Wir sind zwölf Parteien im Haus, alle schon älter“, klagt Angelika Mettner. Ein Nachbar sitze im Rollstuhl. „Da muss schnell was gemacht werden.“ Zumal es schon mehrfach zu Problemen mit dem Fahrstuhl gekommen sei. Darüber haben sich Hausbewohner beim Vermieter beschwert. „Das ist ja nicht alles. Es gibt mehrere kleine Mängel im Haus“, sagt Mettner. Unter anderem der Wasserdruck im Bad. Mehrfach sei Personal der Hausverwaltung gekommen, um die Mängel in Augenschein zu nehmen, beseitigt wurden sie jedoch nicht.

„Was da passiert ist, tut uns sehr leid für die Betroffenen“, betont Uwe Kalabuch. Er ist Vorstandsmitglied der zuständigen Wohnungsbaugenossenschaft Halberstadt eG (WGH). Von einer solchen Situation habe er das erste Mal in seiner Karriere gehört. „In unseren Häusern sind gut 130, 135 Aufzüge im Einsatz. Dass einer stecken bleibt, passiert selten.“ Dass dann auch noch die Feuerwehr kommen muss, noch seltener.

Das Problem sei, dass der Schaden nicht schnell behoben werden kann. Richten lassen sich die Türen nicht mehr. „Solche Türen hat jedoch niemand auf Lager, die müssen angefertigt werden“, erläutert Kalabuch. Mit dem Hersteller sei man in Kontakt, alle arbeiteten unter Hochdruck, versichert der WGH-Vorstand. Dennoch: „Vor Mitte nächster Woche wird das wahrscheinlich nichts. Das hätten wir uns auch anders gewünscht.“

Der WGH sei bewusst, dass es für Mieter, die schlecht laufen können, ein erhebliches Problem darstellt, wenn der Lift nicht funktioniert. „Betroffene können sich an uns wenden, damit wir eine kurzfristige Lösung finden.“

 Im Aufzug gefangen
Kloster Ilsenburg vor Quantensprung

Ilsenburg l Sie wollen die Chance nutzen, ihr Einsatz soll sich gelohnt haben. Sie, dass sind die Mitglieder und Freunde der Stiftung Kloster Ilsenburg, die sich mit Unterstützung der Stadt an einem Projekt beteiligen wollen, um mit Fördergeld vom Bund für eine erhebliche Aufwertung des Denkmalareals zu sorgen.

Dass das Kloster samt Schloss und Schlosspark bundesweit für den Denkmalschutz Bedeutung hat, zeigte bereits die Auswahl der Ilsenburger für die MDR-Sendung „Mach dich ran“. Julia Ivancenco, Henri Fischer, Ingo Kugenbuch und Martin Knauff stiegen für die Stiftung in den Wettkampfring und gewannen am Ende die Siegerprämie von 200.000 Euro. Im Finale in der Stefanie-Hertel-Schlagershow wurde das Quartett unter Goldlamettaregen gefeiert und versicherte, das Geld sei für die weitere Sanierung des Klosters.

In den vergangenen Jahren hat sich unter Federführung von Stiftungschef Rainer Schulze schon viel getan. Die Dächer sind saniert, das fertiggestellte Klausurgebäude wird für Veranstaltungen wie Trauungen, Ausstellungen, Märkte und Vorträge genutzt. Der Schlosspark wurde in das „Gartenträume“-Programm aufgenommen und soll in den nächsten Jahren saniert werden. „Doch das Schloss mit Bothobau, Torhaus und Abtsbau ist noch in einem sehr schlechtem Zustand, lediglich zum Teil entkernt“, sagt Schulze. Viel zu tun gäbe es auch auf dem Innenhof des gesamten Komplexes, über den die in städtischem Eigentum befindliche Klosterkirche zu erreichen ist.

Wenn die Ilsenburger bei der Bewerbung für das Bundesförderprojekt berücksichtigt werden, könnten sie das gewonnene Geld verzehnfachen. Und wenn sie es geschickt anstellen, könnten sie noch mehr herausschlagen als die notwendigen zwei Million Euro für die Sanierung der Gebäude. Entsprechend des kommunalen Finanzanteils wird nämlich eine Förderung von 90 Prozent in Aussicht gestellt.

Mit weit mehr als zwei Millionen Euro würde es laut Rainer Schulze möglich sein, den Bothobau samt Nebengebäuden und vor allem auch den Klosterinnenhof zu sanieren. Dann könnten eine Crola-Ausstellung und mehr Leben als bisher einziehen sowie das gesamte Areal verschönert werden. Erst dann wäre ein Eintritt von fünf Euro im Kloster gerechtfertigt, und die Stiftung könnte bei etwa 26.000 Besuchern, wie in diesem Jahr, endlich selbsttragend sein. Bislang werde drei Euro Eintritt kassiert, „weil wir einfach noch zu wenig zu zeigen haben“, sagt der Stiftungsvorsitzende.

Für diesem ehrgeizigen Plan, Schloss und Kloster Ilsenburg touristisch erheblich aufwerten zu können, bedarf es die Unterstützung des Ilsenburger Stadtrats. Zunächst geht es in der morgigen Sitzung um einen Grundsatzbeschluss, sich an dem Bundesförderprojekt, vergleichbar mit einem Denkmalschutzprogramm, zu beteiligen. Den Antrag kann nur die Stadt Ilsenburg stellen, weil es sich um ein städtebauliches Projekt handelt. Die Anmeldefrist endet am 30. November.

Gelangt Ilsenburg in die Projektauswahl, geht es in der zweite Phase um die konkrete Beantragung des Fördergeldes. Und hierfür schlägt Bürgermeister Denis Loeffke (CDU) einen städtischen Zuschuss zum TV-Geld der Stiftung vor, „damit auch die Missstände auf dem Klostergelände in erheblichem Umfang beseitigt werden“. Die Höhe des Zuschusses, so Loeffke, sollte erst benannt werden, wenn „wir in der Auswahl sind“.

Dennoch, so scheint es, scheiden sich beim Geld bereits die Geister. Dass die Stadt Ilsenburg sich bewerben sollte und die 200.000 Euro aus der TV-Show als Eigenanteil der Stadt genutzt werden, darüber besteht in allen Fraktionen Einigkeit, so das Ergebnis der Volksstimme-Nachfrage. Die Linke-/Grünen-Fraktion will eine Deckelung bei 200.000 Euro, aber auch die Hofsanierung. Auch die SPD lehnt mehr Geld ab und verweist auf den kritischen Haushalt.

 Kloster Ilsenburg vor Quantensprung
Glühweinduft vor Blankenburgs Rathaus

Blankenburg l Eine Mischung aus altbewährten und neuen Angeboten haben die Mitglieder des Blankenburger Weihnachtsmarktvereins für die kleinen und großen Besucher des diesjährigen „Sternthaler Weihnachtsmarktes“ organisiert. Die Neuauflage findet vom 7. bis 16. Dezember wieder im und vor dem historischen Rathaus statt.

Auf der jüngsten Beratung des Vereins im „Kartoffelhaus“ wurden die letzten Absprachen für das vorweihnachtliche Treiben getroffen. Vereinschef Andreas Weiß zeigte sich danach einmal mehr begeistert, wie viel aktive Vereinsmitglieder sich inzwischen einbringen, aber auch welch große Unterstützung der Markt von den Gewerbetreibenden der Stadt erfährt. So können die Teilnehmer des Gewinnspiels „Spur der Sterne“ wieder hochkarätige Preise gewinnen: unter anderem ein Wochenende mit einem Elektro-Auto, ein Candle-Light-Dinner für zwei Personen mit Übernachtung im Halberstädter „Schlösschen“, ein Ritteressen für zwei Personen und einiges mehr. Die Gewinner werden zum Abschluss des Weihnachtsmarktes am Sonntag, 16. Dezember, auf der Marktbühne ermittelt.

Zuvor freut sich der Weihnachtsmarktverein auf zehn stimmungsvolle Tage. Den Auftakt gestalten in diesem Jahr vor allem jüngere Musiker und Künstler in der Bartholomäuskirche. Das traditionelle Eröffnungskonzert beginnt am Freitag, 7. Dezember, um 17 Uhr. „Mit dabei sind gleich zwei Gospelchöre und zwei Kinderchöre“, lädt Andreas Weiß herzlich ein. So werden die Knirpse der Evangelischen Kindertagesstätte und der Grundschule „Martin Luther“, der Gospelchor des Gymnasiums „Am Thie“ (GAT) und der Gospelchor Um Himmels willen alte und neue Weihnachtslieder interpretieren. Orgel und Posaunenchor dürfen ebenfalls nicht fehlen. Als besondere Überraschung bereichern einige Schülerinnen des Landesgymnasiums für Musik (Wernigerode) sowie ein Geigenvirtuose das Eröffnungsprogramm. „Ein besonderer Höhepunkt wird das gemeinsame Singen eines Friedensliedes zum Abschluss sein“, freut sich Weiß auf diesen Nachmittag, der mit einem Gang zum Marktplatz weitergeht. Dort werden das Sternthalermädchen und ein Weihnachtsmann die Gäste erfreuen.

Vor dem Rathaus bieten Gastronomen, der Lions Club Blankenburg, weitere Vereine, ehrenamtliche Gruppen und private Initiativen einen bunten Mix aus Geschenkartikeln, traditionellem Handwerk, Kunstgewerbe, aber auch Glühwein, Puffer und die hausgemachten „Blankenburger“ an. Neben den zehn Marktbuden finden sich allein 16 Stände im Festsaal des Rathauses. Dort werden, so Andreas Weiß, erstmals Schüler des Gymnasiums „Am Thie“ das Café im Rathauskeller betreuen. Mit dabei ist auch wieder Familie Köhler, die im vergangenen Jahr eine überaus erfolgreiche Benefizaktion für den Verein für krebskranke Kinder im Harz gestartet hatte. Für Kinder werde es eine Mal- und Bastelstation geben, die Münzprägestätte der Pfadfinder, Kreatives vom Freundeskreis „Malerei und Grafik“ und vieles mehr.

Neben den Ständen wird den Besuchern des „Sternthaler Weihnachtsmarktes“ einmal mehr ein vielfältiges Rahmenprogramm auf der Marktbühne geboten. Erstmals sind dabei Alphornklänge zu hören, die vom Blankenburger Alphorntrio dargeboten werden. Aus Hannover bringt die Popkantor-Band poppige Rhythmen auf den Markt, ebenso wie IsyVoice alias Isabelle Reulecke, die Sängerin Anna Schaffarczyk, die Dixieland-Band des GAT und viele andere mehr.

Highlights für die Kleinsten dürften die vereinseigene Kinder-Eisenbahn zum Mitfahren sein sowie der Märchengang im Rathauskeller, wo die mit großem Aufwand aufgearbeiteten Märchenfiguren wieder präsentiert werden.

 Gl?hweinduft vor Blankenburgs Rathaus
Start in Wernigerodes Friedrichstraße 2021

Wernigerode l Freud und Leid liegen in der Friedrichstraße dicht beieinander. Einerseits Autofahrer, die auf der Landesstraße 100 über eine desolate Asphaltdecke holpern und Anwohner, die beim Vorbeifahren schwerer Laster Erschütterungen bis in ihre Häuser ertragen müssen. Andererseits werden monatelange Staus und einspurige Verkehrsführung so in die Zukunft verschoben. Und: Gut möglich, dass die aktuell auf Landesebene aufgekommene Debatte um die Abschaffung der Straßenausbaubeiträge für die Anlieger positive Fakten mit sich bringt, wenn der Projektstart als solcher um drei Jahre auf 2021 verschoben wird.

Wobei die von Stadtsprecher Tobias Kascha genannten drei Jahre noch nicht verbindlich sein müssen. „Es laufen Gespräche zwischen Land, Landkreis und Stadt mit dem Ziel, den Maßnahmebeginn so weit wie möglich nach vorn zu verlagern.“

Dass der Straßenbau zwischen dem bereits sanierten Abschnitt in Höhe der Lutherstraße und dem Bahnübergang der Harzer Schmalspurbahn (HSB) nicht heute und morgen, sondern bestenfalls übermorgen startet, hat nach Kaschas Angaben letztlich finanzielle Gründe: Die Förderperiode des angepeilten Programms ende im Jahr 2019, das setze einen Abschluss des Vorhabens bis dahin voraus.

„Für den Bau sind jedoch bis zu zwei Jahre zu veranschlagen. Bei unverzüglicher Ausschreibung hätte damit nur ein Baujahr zur Verfügung gestanden.“ Und damit wäre die Finanzierungssicherheit hinsichtlich der Fördermittel nicht gesichert, denn Überhänge ins neue Fördermittelprogramm ab 2020 werde es nicht geben.

Deshalb verschieben die Verantwortlichen des Gemeinschaftsprojektes von Landesstraßenbaubehörde (LSBB), der Stadt und den Ver- und Entsorgungsunternehmen das Vorhaben in die Zukunft, haben dabei besagte nächste Förderperiode im Blick und hoffen obendrein auf höhere Fördersätze. Die Kosten seien im gegenwärtigen Haushaltsplanentwurf verankert, so Kascha mit Blick auf den kommunalen Anteil.

Stichwort Kosten: Im Rahmen der Planungen habe es bereits eine enorme Kostensteigerung auf rund 1,7 Millionen Euro als städtischen Anteil für Nebenanlagen, Beleuchtung, allgemeine Umlagen und Planungen gegeben. Die Kostensteigerung sei nicht nur dem gestiegenen Preisniveau im Bausektor geschuldet, sondern auch der Bautechnolgie und Verkehrsführung während der Bauphase.

Der Verkehr müsse einspurig aufrecht erhalten werden, da Umleitungsstrecken über aktuell noch ungesicherte Bahnübergänge der HSB an der Kirch-, Luther- und Frankenfeldstraße nicht genehmigungsfähig seien. „Das verlängert die Bauzeit und erhöht die Baukosten“, so Kascha.

Positiver Aspekt, der zumindest die Hoffnung aufkommen lässt, das ambitionierte Projekt doch noch vor 2021 zu beginnen: Die Entwurfs- und Genehmigungsplanungen für den dritten Bauabschnitt lägen seit September dieses Jahres fertig in der Schublade. Das erlaube bei Vorliegen der Voraussetzungen eine unverzügliche Ausschreibung der Bauleistungen, so Tobias Kascha.

Besagter dritter Abschnitt ende am bereits sanierten HSB-Bahnübergang und sei der letzte Abschnitt der Friedrichstraße. Die Sanierung des vierten Bauabschnitts mit Amtsfeldstraße und Drängetal soll ab 2023 erfolgen.

Die Verschiebung bis 2021 sei auch Bauvorhaben anderer Projektträger im Bereich Hasserode geschuldet. So sollen besagte HSB-Bahnübergänge im Jahr 2020 saniert werden. Zudem soll 2019 die Vorflut für Regenwasser aus der Friedrichstraße mit dem Sturzbach vorbereitet werden.

Die Baulastträger LSBB und Stadt garantierten bis zum angepeilten Baustart im Jahr 2021 einen verkehrssicheren Zustand in der Friedrichstraße, so Stadtsprecher Kascha.

 Start in Wernigerodes Friedrichstra?e 2021
Mit neuen Ideen in schwarze Zahlen

Deersheim l Schaut man auf den Vorstand, so ist aus der vierköpfigen Startformation mit Arnd Müller nur noch ein Mitglied dabei. Zuletzt hat Elke Selke aufgehört, die als Agenda-21-Koordinatorin beim Landkreis die Deersheimer von der Idee an begleitet hat und den Dorfladen auch weiterhin unterstützen wird, wie sie betonte.

Für Selke nun ist Ortsbürgermeister Wolfgang Englert (Wählergemeinschaft Deersheim) in den Vorstand nachgerückt, zunächst bis zur Bestätigung auf der nächsten Mitgliederversammlung. Außerdem gehört Franziska Brandt zum jetzt drei Mitglieder zählenden Vorstand.

Englert war bisher Aufsichtsratsvorsitzender. Dieses siebenköpfige Gremium leitet nun Rüdiger Brandt. Dessen Stellvertreter ist Hans-Jürgen Müller geworden.

War schon der Weg von der Idee im Jahr 2012 bis zur Eröffnung am 18. November 2016 ein Kraftakt, so wurde der Aufwand danach nicht weniger. „Wir mussten Erfahrungen sammeln, haben auch Fehler gemacht“, sagte Hans-Jürgen Müller. Dazu gehören betriebswirtschaftliche Fehler, die die Genossenschaft in die roten Zahlen führten. Ebenso wie unerwartet hohe Nachzahlungen für Energiekosten.

Jetzt ist das Gröbste überstanden. Dazu trugen auch die Einnahmen aus dem Herbstmarkt bei. Die Akteure an der Spitze der Genossenschaft hoffen, dass bis zum Jahresende die Verluste abgebaut sind. Die Zahlen der letzten Monate lassen das für möglich erscheinen, sagte Rüdiger Brandt.

Rund 140 Mitglieder hat die Deersheimer Genossenschaft, deren Gremien ausschließlich ehrenamtlich arbeiten. Mit mindestens 50 Euro ist man dabei. „Es wäre schön, wenn Mitglieder ihre Einlagen erhöhen“, sagte Müller, um ein größeres Finanzpolster zu haben.

Auf der Mitgliederversammlung vor zwei Monaten waren die zwischenzeitlichen Finanzsorgen angesprochen worden. „Das Engagement der Ehrenamtlichen ist danach noch größer geworden“, freute sich der Aufsichtsrats-Vize. „Dafür sind wir sehr, sehr dankbar.“

Ein Problem, das von Anfang an bestand, aber ist geblieben: „Uns fehlt eine Fachkraft als Marktleiter“, stellte Hans-Jürgen Müller fest. „Wir suchen dafür dringend eine ausgebildete Verkäuferin.“ Derzeit sind drei Teilzeitbeschäftigte hauptamtlich im Dorfladen tätig.

Die Genossenschaft sucht also weiter ihren Weg, um in ein gesichert ruhiges Fahrwasser zu kommen. Dazu gehört ab dieser Woche die Hereinnahme von Tiefkühl-Backwaren ins Sortiment. „Handwerksprodukte“, wie Müller unterstrich. Damit sollen die Waren eines Bäckers aus der Region ergänzt werden, der montags und bei Urlaub nicht beliefern kann.

Umgebaut wird derzeit der bisherige Büroraum des Ladens. Hier wird ein Herd installiert, der es ermöglicht, die Frühstücks- und Mittagsversorgung zu erweitern. Den Herd selbst hat die Genossenschaft von einer Deersheimer Familie gesponsert bekommen.

Der Herd in dem kleinen Raum kann jedoch nur eine Übergangslösung sein. In einer „Baureserve“ unter dem selben Gebäudedach soll eine richtige Küche installiert werden. Kostenpunkt 100 000 Euro. Die Verantwortlichen halten die Küche für die Sicherung des Dorfladens für unentbehrlich, um weitere dringend benötigte Einnahmen zu erzielen.

Die Genossenschafter sind seit Langem dran, dafür eine Förderquelle aufzupüren, hatten mehrere Landespolitiker bis zum Minister hier. Noch ohne Erfolg. „Bisher gab es nur gute Worte“, beschrieb Müller die Unterstützung durch Landespolitik. Die seinerzeitige große Förderung von 150 000 Euro für den Bau des Ladens war vom Bund gekommen.

Eine neue Idee ist schließlich auch das Regal, das jetzt im Café steht. Darüber können Erzeuger aus der Region Waren direkt anbieten. Zunächst sollen dort Honig- und Bastelprodukte eingestellt werden. Das Regal soll ebenso ausgebaut werden wie der Bestellservice. Auch hier läuft nichts ohne die Ehrenamtlichen. Sie liefern nicht nur aus, sondern sie kaufen Ware ein, bestücken die Verkaufsregale, reinigen den Dorfladen. 45 Leute, die sich jede Woche auf unterschiedliche Weise engagieren. Müller: „Weil es ihr Laden ist.“

 Mit neuen Ideen in schwarze Zahlen
Rübeland für Harzdrenalin-Erweiterung

Rübeland l „Die Ecke kann durch diesen Ausbau nur gewinnen“, ist Henry Raschke mit Blick auf das Areal um die Rappbodetalsperre auf der Seite nach Rübeland hin überzeugt. Der Ortschaftsbürgermeister hat gerade gemeinsam mit einer Mehrheit im Rat gegen jeweils eine Gegenstimme die weiteren Planungsdokumente für eine „Freizeitanlage Rappbodetalsperre“ befürwortet und dem Stadtrat Oberharz zur Beschlussfassung empfohlen.

Erstmals wurde dabei das überarbeitete Gesamtprojekt, von dem bisher fast nur die Parkplatzvergrößerung bekannt war, vorgestellt. Danach wird der Bereich der Tourismusfirma Harzdrenalin um Parkplatz, Hängebrücke und Urania-Infopunkt auf eine Fläche von 4,9 Hektar neu gestaltet. Geplant sind rund 430 Parkplätze (derzeit 125) sowie ein Aussichtsturm, ein Restaurant und auch Übernachtungsmöglichkeiten (Cottages). Vor allem der Randbereich, in dem bisher Verkaufsstände stehen, soll naturverträglich neu geordnet und gestaltet werden.

Dazu hat Rübelands Ortschaftsrat auch die bisherigen Hinweise von den Trägern öffentlicher Belange behandelt. So fordert zum Beispiel die Obere Naturschutzbehörde, dass bei dem Bau artenschutzrechtliche Ver­stöße auszuschließen sind. Eine Biotopkartierung liege bereits vor, heißt es dazu, die Ergebnisse fließen in die Pla­nung ein.

Ein Teil der Waldumwandlung, also der Aufforstung von Waldflächen als Ersatz für in Anspruch genommene Waldfläche, ist nach Informationen der Stadtverwaltung bereits vorgenommen worden, die nötigen weiteren Flächen sollen hinzukommen. Gefordert - und zugesagt - wurden außerdem Nachweise über diese Waldumwandlung sowie über die vollständige Kompensati­on des zu erwartenden Eingriffs in die Natur. Dazu gehören eine Vegetationskartierung mit der Angabe von Habitaten, also großen und wichtigen Bäumen.

Auch gilt es noch, das Vorkommen von Fledermäusen, Brutvögeln, Amphibien und anderem Getier im Bereich zu erfassen. Bis hin zu möglichen Auswirkungen hinsichtlich des Wanderfalken-Brutplatzes am Kohlenberg, wie es heißt. Bisher wird in den insgesamt 70 Seiten umfassenden Hinweisen der Träger öffentlicher Belange keine Hürde für den Ausbau des viel besuchten Areals ersichtlich.

„Das Projekt ist ein Gewinn für Rübeland und die Region“, bringt Bürgermeister Raschke die Meinung der Ratsmehrheit auf den Punkt. Das habe er auch den 20 Gegnern des Projektes in der „endlich mal wieder gut besuchten Tagung“ erklärt, informiert Raschke. „Es geht ja hier um neue Flächen, auf denen meist nur Buschwerk wächst und wo der Aushub vom Tunnelbau liegt“, erklärt der Bürgermeister. Es werde Zeit, dass die Gestaltung der touristischen Angebote mit so erfreulich vielen Besuchern in „vernünftige Kanäle“ geleitet werde. Das sehen Katja Nitsche, Andreas Rothschuh, Maik Breternitz und 17 andere Gegner des Projektes anders.

Sie verweisen mit Schildern und in der Debatte mit Worten auf die „Opferung“ von Wald für eine Freizeitanlage, auf lärmige Treffs von Fahrergruppen am Tunnel, auf vorhandene Parkplätze am Hotel Zur Talsperre. „Hier entsteht eine richtige Kleinstadt mitten im Naturschutzgebiet, das ist überflüssig“, sagt Breternitz der Volksstimme.

Was die Parkplätze am Hotel Zur Talsperre betrifft, legt Michael Kubocz, Vize-Bauamtsleiter des Oberharzes, in der Tagung dar, würden diese gerade erst auf ihre Rechtmäßigkeit geprüft und seien daher keine Alternative. Die lauten Motorradfahrer oder Treffs der Tuning-Szene, so erklärt Raschke, hätten mit dem Projekt nichts zu tun. Diese Belästigung habe es schon vor dem Bau der Hängebrücke gegeben. Sie abzustellen, sei Sache der Ordnungsämter Oberharz und Thale.

Der Ortschaftsrat gibt die Pläne zur öffentlichen Auslegung ab Dezember/Januar frei. Sie gehen als nächstes in die Ausschüsse sowie zur Entscheidung am 11. Dezember in den Stadtrat Oberharz.

 R?beland f?r Harzdrenalin-Erweiterung
Glasmanufaktur wappnet sich für Ansturm

Wernigerode l Die Glasmanufaktur Harzkristall in Derenburg will in Sachen Parkplätze expandieren. Diesmal soll eine etwa ein Hektar große Ackerfläche auf der Gemarkung des Wernigeröder Ortsteils Silstedt ausgebaut werden. Um die planungsrechtlichen Schritte fortsetzen zu können, bedarf es einer Entscheidung des Stadtrats. Vorab hatten sich die Mitglieder des Bauauschusses mit der Vorlage beschäftigt und sie mit sechs Ja-Stimmen, einer Enthaltung und einer Gegenstimme zum Beschluss empfohlen.

Begründet wird das Vorhaben seitens des Bauherren, dass auf Grund der gestiegenen Besucherzahlen und dem Zuwachs an Mitarbeitern mehr Stellplätze in unmittelbarer Nähe der Glasmanufaktur gebraucht werden. Die bereits 2016 neu errichteten rund 50 Stellplätze an der Erschließungsstraße würden dafür nicht mehr ausreichen.

Somit möchte die Manufaktur links der Erschließungsstraße - von Wernigerode kommend - einen Parkplatz mit insgesamt 290 Abstellflächen bauen. Dort soll am Rand zur Landesstraße 82 hin ein „gut sichtbarer, etwa fünf Meter hoher Werbeträger aufgestellt werden“. Wie Michael Zagrodnik vom Bauamt der Stadt weiter informierte, soll der neue Parkplatz in erster Linie für Großveranstaltungen und somit nicht ständig genutzt werden.

Die bebaute Ackerfläche gehört nach Volksstimme-Informationen nicht der Agrargenossenschaft Silstedt. Sie wurde durch ein Flurbereinigungsverfahren vom Eigentümer der Glasmanufaktur, Gerhard Bürger, erworben.

 Glasmanufaktur wappnet sich f?r Ansturm
Ballenstedter Priester liegt Betrügern auf

Ballenstedt/Magdeburg l Am Tag nach der großen Beichte des katholischen Ballenstedter Priesters Bernard Gawlytta mischt sich ins fassungslose Entsetzen unter den Mitgliedern der Kirchengemeinde die Frage, wie naiv man sein muss, um solchen Betrügern auf den Leim zu gehen. Eine Mail mit einem angeblichen Lottogewinn über knapp eine Million Euro, obwohl man doch gar nicht gespielt hatte. Müsste man da nicht sofort stutzig werden? Zumal die Masche alles andere als neu ist. Die Polizei wird nicht müde, davor zu warnen, ebenso Verbraucherschützer. Gawlytta – mit 64 Jahren noch voll im Dienst der katholischen Kirche stehend – schöpfte erst endgültig Verdacht, „als das Kind in den Brunnen gefallen war“, wie er am Montag gegenüber der Volksstimme sagte.

Der Dreh, mit dem ihn die offensichtlich in Spanien sitzenden Betrüger seit Juli um den Finger wickelten, passt, so wie es Gawlytta berichtet, ins klassische Bild. Erst der angebliche Gewinn, dann täuschend echt wirkende Zertifikate einer staatlichen spanischen Bank, dann scheibchenweise Gebühren, Steuern und Kosten für die Online-Transfers, die vorab zu zahlen seien.

Er habe, sagt Gawlytta, zunächst keinen Verdacht geschöpft und gezahlt. Mal 1200 Euro, dann 5000 Euro und zum Schluss gar 20.000 Euro auf einmal auf spanische Konten. „Und als dann bei mir Zweifel aufgekommen sind und ich nachgefragt habe, bin ich mit plausiblen Erklärungen eingefangen worden. Ich sei kurz vor dem Ziel, hieß es im Oktober“, berichtet der 64-Jährige.

Das Ziel, man kann es angesichts der Situation nur so formulieren, war der persönliche Abgrund. Nachdem Bernard Gawlytta zunächst 35.000 Euro Privatvermögen überwiesen hatte, griff er irgendwann in die Kirchenkasse und veruntreute weitere 120.000 Euro – er hatte alleinigen Zugriff auf bis zu 10.000 Euro. Dafür muss er nun sowohl kirchlich als auch strafrechtlich einstehen.

Der Magdeburger Bischof Gerhard Feige, dem sich Gawlytta Anfang voriger Woche offenbarte, habe ihn alle kirchlichen Vollmachten entzogen, so Bistums-Sprecherin Susanne Sperling. Er dürfe nur noch kirchliche Tätigkeiten im Rahmen seiner Priester-Funktion wahrnehmen. Alle Vollmachten lägen nun beim bisherigen Stellvertreter im Kirchenvorstand. Außerdem habe Bischof Feige Gawlyttas Bitte, ihn von der Funktion als Dechant im Dekanat Halberstadt zu entbinden, entsprochen.

„Im Gespräch mit dem Bischof sind wir uns einig gewesen, dass wir hier nichts unter den Teppich kehren und die Polizei einschalten“, so Gawlytta. Das habe er in Form einer Selbstanzeige gegenüber dem Landeskriminalamt (LKA) am Freitag per Post gemacht.

Susanne Sperling bestätigt Gawlyttas Darstellung im Kern. So stelle sich der Sachverhalt nach den bisherigen kirchlichen Erkenntnissen tatsächlich dar. „Es gibt eine Mail, in der ihm mitgeteilt wird, in einer spanischen Lotterie gewonnen zu haben – ohne dass er daran teilgenommen hat“, so die Bistums-Sprecherin. Zugleich dementierte sie verbreitete Informationen, wonach der Priester das Geld beim illegalen Glücksspiel verzockt habe. „Letztlich bleibt natürlich abzuwarten, zu welchem Ergebnis Polizei und Staatsanwaltschaft kommen.“

Im LKA in Magdeburg wird derweil die vom Priester angekündigte Selbstanzeige erwartet. Laut dem Halberstädter Oberstaatsanwalt Hauke Roggenbuck drohen bei Untreue in besonders schwerem Fall, der hier vorliegen könnte, bis zu zehn Jahre Haft.

Letztlich, so LKA-Sprecher Andreas von Koß, scheint der Mann perfiden Betrügern aufgesessen zu sein. Von derartigen Gewinnversprechen seien der Polizei im vorigen Jahr landesweit rund 150 Fälle bekannt geworden, 2018 sei mit einer ähnlich hohen Zahl zu rechnen. Die Täter gingen clever vor – ausländische Callcenter, Wegwerf-Mail-Adressen für kurzfristige Nutzung, Datentransfer mit Rechnern ohne IP-Adressen und schließlich Konten im Ausland, die in bar geleert werden. Das mache die Fahndung nach den Tätern schwer.

Und – was wollte Gawlytta, der als hilfsbereit bekannt ist, mit einer Million Euro? „Ich habe alles, wollte anderen Menschen helfen.“ Er hatte alles, nun hat er nichts mehr.

 Ballenstedter Priester liegt Betr?gern auf
Kreative Ideen für Baulücke

Blankenburg l Warum das Eigenheim immer auf der grünen Wiese bauen? Auch in den Innenstädten gibt es oft noch genügend Bauland, man muss es nur entdecken. Die Architektenkammer Sachsen-Anhalt hat sich dieser Aufgabe angenommen und lobt deshalb den Wettbewerb „Mut zur Lücke“ aus, der mit Unterstützung des Ministeriums für Landesentwicklung und Verkehr jetzt in die fünfte Runde ging – erneut unter Beteiligung der Stadt Blankenburg. Diese hatte sich bereits 2011 an der zweiten Staffel beteiligt, realisiert wurden die Ferienhäuser an der Schulstraße mit ihrer schlichten aber markanten Architektur.

Diesmal hatten sich Architekten, Stadtplaner und Bauherren eine größere Lücke in Blankenburgs Stadtbild vorgenommen. Das Grundstück Katharinenstraße 2 bis 4 liegt seit vielen Jahren brach und wird zurzeit provisorisch als Parkplatz genutzt. Mit einbezogen in den Wettbewerb waren die Grundstücke Katharinenstraße 1 und Tränkestraße 14 bis 16 mit ihrer historischen denkmalgeschützten Bebauung. Hier galt es eine zeitgemäße, aber auch für den Bauherrn bezahlbare Lösung zu finden.

Zehn Architekturbüros beteiligten sich an dem Wettbewerb um die beste Idee, aus dem schließlich das Büro „Urbisch Architekten“ aus Osterwieck als Sieger hervorging. Zuvor hatte die Jury unter Vorsitz von Professor Axel Teichert, Präsident der Architektenkammer Sachsen-Anhalt, getagt und die eingegangenen Entwürfe eingehend geprüft. Dem Preisgericht gehörten neben Architekten und Städteplanern auch Joachim Eggert, Fachbereichsleiter für Planung und Bauen, als Vertreter der Stadt sowie der Bauherr Steffen Seiffert an. Alle eingegangenen Entwürfe wurden im historischen Ratssaal der Öffentlichkeit vorgestellt und die drei bestplatzierten Entwürfe ausgezeichnet.

„Der Entwurf wertet das Viertel in der Katharinenstraße durch den Lückenschluss auf, er bietet eine moderne Wohnform, ist insgesamt wirtschaftlich und geht sensibel mit der historischen Situation um“, begründet das Preisgericht seine Entscheidung. Entstehen sollen hier sogenannte „Stadthäuser“, die zwar nach außen einen geschlossenen Baukörper bilden, aber einzeln als in sich abgeschlossene Gebäude genutzt werden können. Helle Räume mit viel Licht sollen durch das Prinzip des „Durchwohnens“ entstehen, erläutert Helmut Urbisch, Inhaber des Siegerbüros, seinen Plan: Es gibt zwischen Vorder- und Rückseite des Gebäudes keine trennenden Wände. Bei Bedarf könnten die dreigeschossigen Gebäude aber auch in zwei übereinander liegende Wohnungen aufgeteilt werden, erläutert er. Die Eckbebauung sei barrierearm geplant und werde mit einem Lift versehen.

Der zweite Preis geht an das Büro „Frießleben Architekten BDA“ aus Halle. „Flexibilität der Grundrisse und Wohnformen, die breite Schichten ansprechen“, sieht Peter Frießleben als Hauptvorteil seines Entwurfs: „Ich wünsche mir an dieser Stelle durchmischtes Wohnen.“

Besonderen Mut zur Lücke beweist das drittplatzierte Büro von Falk Zeitler, ebenfalls aus Halle. Geplant seien kleine Eigenheime, die auch optisch voneinander getrennt sind, erläutert Tobias Kilz-Weisenburger, der an dem Entwurf beteiligt war.

Fachbereichsleiter Joachim Eggert zeigt sich begeistert von der Vielfalt der Entwürfe: „Hier waren zahlreiche Herausforderungen zu meistern.“ Auch die Denkmalpflege habe ein gewichtiges Wort mitzureden gehabt. „Bis zum Schluss spannend“, nennt Kammerpräsident Axel Teichert den Wettbewerb, „hier können auch junge Büros ihre Ideen vorstellen, immer zum Vorteil der Stadt.“ Nun liegt es an Steffen Seiffert, die Aufgabe zu realisieren. Allerdings werde bis zum Baustart noch etwas Zeit vergehen, sagt er. Auch habe er sich noch nicht entschieden, welcher der drei Siegerentwürfe zum Zuge kommt. Vielleicht laufe es auch auf eine Kombination von Ideen aus allen dreien hinaus, sagt der Bauherr, der in Blankenburg bereits mehrere Objekte saniert und erfolgreich vermietet hat.

Wer sich die zehn Wettbewerbsbeiträge in ihrer ganzen Spannweite von konventionell bis gewagt ansehen möchte, hat dazu bis zum 30. November Zeit. Sie werden jeweils montags, donnerstags und freitags von 14 bis 16 Uhr, mittwochs von 14 bis 15 Uhr sowie am Dienstag, 27. November, von 14 bis 18 Uhr im Ratssaal öffentlich ausgestellt. Während der Ausstellungszeit haben die Bürger und Bürgerinnen die Möglichkeit, ihren ganz persönlichen Gewinner mittels Stimmzettel zu bestimmen.

 Kreative Ideen f?r Baul?cke
Wenn‘s glatt ist, wird es ernst

Wernigerode l Die beiden Lagerhallen sind bis an die Decke mit Salz gefüllt. Die Fahrzeuge sind gewartet. Die Touren sind festgelegt. Seit Anfang November 2018 ist der Winterdienst der Straßenmeisterei in Wernigerode in Alarmbereitschaft.

„Die meisten Menschen verbinden Winterdienst automatisch mit Schnee“, sagt Stefan Hörold, Chef der Landesstraßenbaubehörde in Halberstadt. Aber auch ohne Flockenwirbel und Dauerfrost seien die Mitarbeiter des Winterdienstes aktiv. „Und das wird oft gar nicht wahrgenommen“, so Hörold. Temperatur um die null Grad und etwas Feuchtigkeit – wie in diesen Tagen – reichen aus, um eine Fahrbahn in eine spiegelglatte Fläche zu verwandeln. Und dann sind die Winterdienstler gefragt.

Zuständig sind die 30 Mitarbeiter mit 17 Fahrzeugen für die Landes- und Bundesstraßen im Altkreis Wernigerode – insgesamt 400 Kilometer Betreuungslänge. Dazu kommen noch zwei mal 60 Kilometer B 6n.

Die Männer und Frauen der Straßenmeisterei arbeiten nach drei Einsatzstufen: Stufe 1 – alles normal, keine Gefahr. Schon bei Stufe 2 gilt für die Winterdienstler Rufbereitschaft. Neuralgische Punkte wie Brücken werden regelmäßig kontrolliert. Stufe 3 heißt voller Winterdienst und Schichtbetrieb, und das von Montag bis Sonntag. Welche Einsatzstufe ausgerufen wird, entscheidet der Schichtleiter. Wichtigste Quelle dafür ist der Deutsche Wetterdienst mit seiner täglichen Wetterinfo und der Vorausschau. „Das ist für uns die Grundlage.“

Müssen die Mitarbeiter tatsächlich auf die Straße, beginnt der Tag sehr früh. „Winterdienst soll von 6 bis 22 Uhr stattfinden, bei Schneekatastrophen auch rund um die Uhr“, sagt Stefan Hörold. Für die Winterdienstler der Straßenmeisterei heißt das, um 3 Uhr morgens am Arbeitsplatz sein, Rüstzeit, und dann geht es auf Tour. Der Schichtleiter koordiniert die Einsätze, hält Kontakt zu den Fahrern.

„Ziel ist es, dass das Netz innerhalb von drei Stunden einmal durchexerziert ist“, so Hörold. Die B 6 stellt die Winterdienstler vor weitere Herausforderungen: vier Spuren, dazu die Abfahrten und Standstreifen – zwischen Hoym und der Landesgrenze – die von 0 bis 24 Uhr betreut werden. „Im Winter ist das schon eine extreme Leistung“, so Hörold.

Dem Chef der Straßenmeisterei ist es sehr wichtig, dass die Winterdienstler ihre Arbeit sicher und zuverlässig erledigen können. Dazu gehöre auch die Rücksichtnahme der anderen Verkehrsteilnehmer, die aber oftmals zu wünschen übrig lässt. Da wird gedrängelt und gehupt, riskant überholt – „immer wieder“. Dabei sei doch allen geholfen, wenn die Straßen von Eis und Schnee befreit sind.

Wenig Verständnis hat Hörold zudem für Autofahrer, die trotz winterlicher Temperaturen noch mit Sommerreifen oder einfach zu schnell unterwegs sind.

Wie heftig der Winter in dieser Saison sein wird, wie viel Schnee fallen wird und wie oft die Mitarbeiter am Ende im Einsatz sind, ist gegenwärtig noch nicht abzusehen. „Der Winterdienst der letzten Saison war für uns sehr teuer“, so Stefan Hörold rückblickend. Geschneit habe es zwar nur in den höheren Lagen. „Aber wir hatten fast durchgängig Temperaturen um die null Grad und waren ständig im Streueinsatz. Der Materialverbrauch war immens.“

2000 Tonnen Salz seien für diesen Winter in Wernigerode eingelagert, dazu noch einmal 600 Tonnen im Winterdienststützpunkt Almsfeld. „Sollte das nicht reichen, können wir jeder Zeit nachbestellen.“

 Wenn‘s glatt ist, wird es ernst