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Aktuelle Nachrichten

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Neue Pläne für alte Mühle in Blankenburg

Blankenburg l In das alte Herrenhaus hat sie sich auf auf den ersten Blick verliebt. „Wir haben uns beim Wandern auf dem Rückweg vom Regenstein verirrt und standen plötzlich vor der Goldbachmühle“, sagt Jaqueline Fischer. Sofort habe für die Ilsenburgerin festgestanden: „Hier will ich meine Zukunft aufbauen.“ Im Mai 2019 kaufte sie schließlich das Gebäude.

Die ehemalige Arzthelferin, die ihr Herzblut für die Gastronomie entdeckt hat, will das einstige Ferienheim wieder als Pension und Ausflugscafé für Wanderer öffnen. Übernachtungsgäste sollen in den beiden Obergeschossen in acht Doppelzimmern mit Balkon Platz finden, während im Erdgeschoss unter urigen Schiffsbalken Wein ausgeschenkt und Frühstück sowie Snacks aufgetischt werden sollen.

„Der Vorbesitzer hat mit unheimlich viel Liebe zum Detail an den Innenräumen gearbeitet, nur leider nie eröffnet – von daher bauen wir auf besten Voraussetzungen auf“, sagt Fischer, die im nächsten Frühjahr mit ihren Angeboten an den Start gehen will. Dafür laufen derzeit die Bauarbeiten im und um das Haus aus den 19030er Jahren.

Mit dem großen Außengelände, auf dem sich zu DDR-Zeiten ein vom Goldbach gespeistes Schwimmbecken befand, hat die 42-Jährige ebenfalls viel vor: „Ich träume von einem Naturbadeteich, Sauna, einem Kneippfad und einem E-Bike-Verleih – ein Hauch von Abenteuerurlaub“, erläutert sie schmunzelnd. Dazu sollen Touristen auf dem Grundstück in Schäferwagen oder dem eigenen Wohnmobil schlafen können. Auf der gegenüberliegenden Straßenseite – an einem steilen Berghang – will Jaqueline Fischer Wein in einem vorhandenen Felsenkeller ausschenken und die alte Scheune zu Appartements umgestalten.

Voraussetzung für letztere Ergänzungen der Goldbachmühle ist grünes Licht des Blankenburger Stadtrates für einen entsprechenden Bebauungsplan. Ein erstes Signal in diese Richtung sendete in seiner jüngsten Sitzung der Ortschaftsrat von Heimburg, auf dessen Gemarkung das Planungsgebiet teilweise liegt. Die acht Mitglieder empfahlen den Plan einstimmig weiter. „Tourismus ist für uns ein wesentlicher Wirtschaftszweig – von daher befürworten wir diese Belebung“, sagte Ortsbürgermeisterin Ilona Maria Kresse (IG Pro Heimburg). Als nächstes berät der Bauausschuss am Dienstag, 19. November, über das Projekt, bevor der Stadtrat am Donnerstag, 12. November, entscheidet.

„Ich bin mir sicher – unsere Idee ist ein echter Gewinn für Blankenburg“, gibt sich Fischer zuversichtlich. Sie und ihr Partner versprechen am Pfeifenkrug ein für die Blütenstadt völlig neuartiges Konzept auf historischem Grund.

 Neue Pl?ne f?r alte M?hle in Blankenburg
Tauziehen um Schritttempo in Breiter Straße

Wernigerode l Eine Spielstraße in der unteren Breiten Straße? Wo Fußgänger, Radfahrer, Busse und Autos sich gleichberechtig die Fahrbahn teilen? Ist das denkbar?

An der Verkehrsführung in der unteren Breiten Straße scheiden sich die Geister. Seit 2012 rollen die Autos mit Tempo 20 auf dem Abschnitt zwischen Ringstraße und Stadtecke. Zumindest die, die sich an die Geschwindigkeitsbegrenzung halten.

Die Breite Straße ist für Besucher, die über die Bummelmeile in Richtung Markt wollen, sozusagen Haupteinflugsschneise. Dementsprechend viele Fußgänger sind dort unterwegs. Immer wieder ploppt deshalb die Idee auf, den Verkehr in dem Bereich weiter zu beruhigen. Sprich: das Tempolimit herabzusetzen oder Autos dort gänzlich zu verbieten.

Aktuell hat Stadtrat Thomas Schatz (Die Linke) die seit Jahren geführte Debatte wieder aufgewärmt. Er schlägt einen verkehrsberuhigten Bereich – im Volksmund Spielstraße – zwischen Ringstraße und Großer Schenkstraße vor. Anwohner und Geschäftsinhaber würden die Tempo-20-Regelung für „nicht angemessen“ halten, so der Fraktionschef der Linken. Die Straße sei in dem Bereich sehr schmal. Mit einer Tempobegrenzung für Autos auf Schrittgeschwindigkeit könnte das Gefährdungspotential gesenkt werden. Damit das Ganze Hand und Fuß hat, will Schatz die Regelung per Beschluss ins Verkehrskonzept der Stadt formulieren lassen.

Eine Veränderung, die die Stadtverwaltung zum jetzigen Zeitpunkt kategorisch ausschließt, wie im Bauausschuss deutlich wurde. Im Vorfeld der Sitzung hätten sich Bauamt und Ordnungsamt gemeinsam mit Schatz‘ Vorschlag auseinander gesetzt, hieß es.

Eine solche Änderung sei „nicht umsetzbar“, so Caroline Rienäcker. Die Mitarbeiterin des Bauamtes sieht vor allem ein erhöhtes Konfliktpotential zwischen den einzelnen Verkehrsteilnehmern. Zudem befürchtet sie, dass der Citybusverkehr „stark eingeschränkt“ werden könnte. Besonders zu besucherstarken Zeit würden viele Fußgänger die Straße queren. „Die Busse könnten ihre Fahrzeiten nicht einhalten.“ Außerdem sei der etappenweise Ausbau der unteren Breiten Straße und damit auch deren Gestaltung voll und ganz auf die von den Stadträten einst abgenickte Tempo-20-Regelung abgestimmt.

Wie zu erwarten war, gehen die Meinungen von Wernigerodes Stadträten dazu weit auseinander. Siegfried Siegel (SPD) schließt eine Spielstraße aus. „Die Gleichberechtigung aller Verkehrsteilnehmer funktioniert nicht. Das ist ein Pulverfass.“ Stattdessen schlägt Siegel eine Verlängerung der Fußgängerzone in diesem Bereich vor. Nur so lasse sich das Konfliktpotential minimieren, ist Siegel überzeugt.

Sowohl Spielstraße als auch Fußgängerzone würden den Radfahrern „komplett den Hahn zu drehen“, hieß es von Ilja Schicker (Bunte Liste, Bunte Stadt). Die untere Breite Straße sei nun mal die schnellste Möglichkeit, die Innenstadt per Rad zu durchqueren. Und wenn man den Radverkehr abwerte, profitiere davon der Autoverkehr, so Schicker. Und genau das sei doch eigentlich nicht gewollt.

Hagen Bergmann (CDU) warnte davor, „ständig am Verkehr in der unteren Breiten Straße herumzuhacken“. Durch eine Spielstraße werde der Verkehr nicht wirklich beruhigt, sondern nur woanders hin verlagert. Das werde sich erst ändern, wenn Wernigerode eine Umgehungsstraße bekommt . „Solange wir die nicht haben, brauchen wir das Verkehrskonzept nicht ändern.“

Ruth Fiedler (Linke) bezweifelt, dass der Busverkehr unter der Spielstraßen-Regelung leiden könnte. „Das ist doch nur ein kurzes Stück. Da kann man doch mal sieben km/h fahren.“

Matthias Winkelmann (CDU) machte sich ebenfalls für Schritttempo in dem Bereich stark. Immer wieder habe er beobachtet, dass Fußgänger auf der Fahrbahn schlendern. „Gerade da, wo es eng wird, gehen die Leute einfach auf der Straße weiter.“ Zumal es immer wieder „Experten“ gebe, die in ihren Autos „mit Vollgas durchfahren“. „Wir können die Leute in dem engen Bereich doch nicht allein lassen.“

Auch im Wernigeröder Rathaus sieht man dieses Problem. Deshalb sollen die Kontrollen in dem Bereich verschärft werden, so der Kompromiss-Vorschlag der Verwaltung. Außerdem sollen weitere Tempo-20-Schilder aufgestellt und „Aufmerksamkeitsstreifen zur besseren Wahrnehmung der Verkehrsführung“ ergänzt werden.

Ein Kompromiss, mit dem Jürgen Jörn (sachkundiger Einwohner für die SPD) gut leben könnte. Vor allem die Aufmerksamkeitsstreifen hält er für eine gute Idee, weil Touristen oftmals auf dem Fahrradstreifen laufen würden.

Die anschließende Abstimmung deckte sich mit der Diskussion. Mit einem Patt fiel die Spielstraßen-Regelung im Bauausschuss knapp durch. Die Mitglieder des Ordnungsausschusses haben das Thema am Dienstag, 19. November, auf der Tagesordnung. Der Stadtrat entscheidet am 5. Dezember.

Übrigens: Eine Verlängerung der Fußgängerzone in der unteren Breiten Straße ist nicht ganz aus der Welt. Aber erst, wenn der Ausbau beendet ist. Die baulichen Voraussetzungen für eine Fußgängerzone seien gegeben, so Stadtplaner Hans-Dieter Nadler. Alles andere könnte man prüfen. Allerdings sei eine solche Änderung komplex. „Was passiert in den angrenzenden Quartieren? Wie werden die Busse umgeleitet. Das müsste man dann sehen.“

 Tauziehen um Schritttempo in Breiter Stra?e
Unbekannte erpressen Bargeld

Wernigerode (vs) l Ein 32-Jähriger aus Wernigerode ist am Freitagvormittag Opfer eines Raubes geworden. Wie ein Sprecher des Polizeireviers Harz informierte, hatte der junge Mann gegen 9.05 Uhr in der Sparkassenfiliale in der Breite Straße in Wernigerode mehrere hundert Euro Bargeld abgehoben. Von der Filiale ging er durch die Mauerstraße in Richtung Sackgasse. Dort sprach ihn ein bislang Unbekannter an und forderte die Herausgabe von Bargeld. Als der 32-Jährige dieser Aufforderung nicht nachkam, zog der Unbekannte einen Schlagstock, um so seiner Forderung Nachdruck zu verleihen. Daraufhin händigte ihm der Wernigeröder seine Geldbörse aus, aus der der Unbekannte das Bargeld entnahm und dann mit einem zweiten Tatverdächtigen über die Mauerstraße in Richtung Breite Straße flüchtete. Die Geldbörse ließen sie am Tatort zurück.

Die beiden Tatverdächtigen südländischen Phänotyps werden als etwa 1,75 bis 1,80 Meter groß und hager beschrieben. Sie trugen zur Tatzeit jeweils eine so genannte Beanie-Mütze und einen Dreitagebart. Einer der beiden war mit einer schwarzen Jogginghose und einer schwarzen Jacke bekleidet. Der zweite Tatverdächtige trug eine dunkle Jeans und eine schwarze Jacke.

Die Polizei bittet um sachdienliche Hinweise zur Tat und den beiden gesuchten Tätern unter der Telefonnummer (03941) 674293.

 Unbekannte erpressen Bargeld
Bewährungsstrafe für Harzer nach Faustschlag

Hasselfelde/Wernigerode l Wie genau am 15. September 2018 ein Wortgefecht zwischen zwei Auswärtsfans des SV Grün-Weiß Rieder und jugendlichen Flüchtlingen am Sportplatz in Hasselfelde eskaliert ist, lässt sich nicht mehr exakt rekon­struieren. Fest steht aber: Wegen gefährlicher Körperverletzung ist einer der Angeklagten, der 41-jährige Kai-Uwe S. aus Gernrode, am Donnerstag zu einer Freiheitsstrafe von neun Monaten, ausgesetzt auf zwei Jahre zur Bewährung, verurteilt worden. Zudem muss er bis Jahresende 300 Euro Schmerzensgeld an den jungen Afghanen zahlen, dem er mit der Faust ins Gesicht schlug.

Der Verdacht eines massiv ausländerfeindlichen Hintergrunds der Tat habe sich in der Verhandlung nicht erhärtet, sagte Richter Klaus Tesch in seiner Urteilsbegründung am Amtsgericht Wernigerode. Zudem habe der Angeklagte keine Vorstrafen und gehöre „offenbar nicht einer rechten Szene“ an.

Lediglich „Frust über das verlorene Fußballspiel“ seiner Mannschaft Rieder habe zu der Attacke geführt, sagte S., der Reue zeigte: „Ich hätte mich in Zaum halten müssen. Ich entschuldige mich dafür, dass mir die Hand ausgerutscht ist.“

Die Prozessbeteiligten – Staatsanwalt, Verteidigung und Richter – einigten sich zudem darauf, das Verfahren gegen den Mitangeklagten Torsten S. vorläufig einzustellen. Der 37-Jährige muss dem Opfer der Attacke bis Ende Dezember ebenfalls ein Schmerzengeld von 300 Euro zahlen. Zahlt er pünktlich, wird die Akte endgültig zugeklappt.

In der gut zweistündigen Verhandlung wurde mithilfe von drei Zeugen versucht, die damaligen Abläufe nachzuvollziehen. An jenem Sonnabend vor gut einem Jahr war die Harzoberliga-Partie zwischen Hasselfelde und Rieder gerade abgepfiffen, als die jungen Afghanen den Sportplatz verlassen wollten. Die Flüchtlinge trainierten bei den Oberharzern mit, waren bei der Partie aber nur Zuschauer.

Nach übereinstimmenden Zeugenaussagen folgten die beiden Rieder-Fans der Gruppe Richtung Parkplatz, pöbelten wegen der Marken-Turnschuhe der jungen Afghanen. „Die haben wir bezahlt“, sollen die beiden in Quedlinburg geborenen Brüder gerufen haben. Die Betreuerin der Asylbewerber versuchte laut eigener Aussage, diese möglichst schnell in einen bereitstehenden Kleinbus zu bringen, um sie wieder zu ihrer Unterkunft nach Königshütte zu fahren – und so eine Eskalation zu verhindern.

Ein 17-Jähriger hatte bereits im Transporter Platz genommen, als ihn Kai-Uwe S. durch die geöffnete Schiebetür des Wagens auf die linke Wange schlug. „Ich hatte Schmerzen, bin aber nicht zum Arzt gegangen“, berichtete der inzwischen 18-Jährige.

Einer seiner Kumpel – mittlerweile ebenfalls 18 – eilte ihm zu Hilfe. Als der Afghane, der eine Ausbildung zum Berufskraftfahrer absolviert, den Gernröder festhielt, würgte dieser den jungen Mann. Er leide nicht unter Spätfolgen, auf den Polizeifotos vom Tattag seien Druckstellen am Hals zu sehen, so Richter Tesch.

Das Eingreifen des zweiten Flüchtlings animierte wiede­rum Torsten S., sich in die Rangelei einzuschalten: Er packte den jungen Mann und hielt ihn fest – unklar blieb, ob der 37-Jährige damit schlichten oder seinem Bruder den Angriff erleichtern wollte. Schließlich sei die damals 27-jährige Betreuerin der Flüchtlinge beim Versuch, die Streithähne zu trennen, gegen den Transporter geschubst worden. „Ich blieb aber unverletzt“, sagte die Erzieherin. Kurz darauf seien die beiden Rieder-Fans geflüchtet, konnten aber von der Polizei ermittelt werden.

Sowohl Staatsanwalt als auch Verteidiger und Angeklagter kündigten an, den Richterspruch zu akzeptieren und auf Rechtsmittel zu verzichten. Damit ist das Urteil rechtskräftig.

 Bew?hrungsstrafe f?r Harzer nach Faustschlag
Rekordjahr für Bürgerpark

Wernigerode l Einen Besucherrekord hat Wernigerodes Bürgerpark in der zu Ende gegangenen Saison eingefahren. Gut 130.000 Gäste haben den Park zwischen April und Anfang November besucht. Seit der Landesgartenschau im Jahr 2006 das beste Ergebnis für die Anlage zwischen Dornbergsweg und Zaunwiese.

„Für uns war das eine atemberaubende Saison“, fasst es Parkchef Andreas Meling im Volksstimme-Gespräch zusammen. „Eine Saison, die mich sehr stolz macht.“ 2018 seien 110.000 Gäste gezählt worden. Ein Besucherzuwachs um 20.000 sei „schon etwas Besonderes“.

Und das kommt nicht von ungefähr. Der Bürgerpark und der Miniaturenpark „Kleiner Harz“ sind wetterabhängige Ausflugsziele. „Man kann an den Besucherzahlen ablesen, wie das Wetter in Wernigerode war“, sagt Meling schmunzelnd. Und das Wetter sei 2019 gut gewesen. Ein weiterer Grund für das Besucherplus seien die 40 Veranstaltungen im Park gewesen. „Aufgrund des Jubiläums zehn Jahre Miniaturenpark haben wir mehr als sonst angeboten.“ Das habe sich bei den Besucherzahlen bemerkbar gemacht. Ebenso wie das stetige Wachstum bei den Übernachtungszahlen in Wernigerode.

Seine Mitarbeiter seien in dieser Saison allerdings an die „Schmerzgrenze“ gegangen, schätzt Meling ein. „Wir sind alle ziemlich fertig.“ Der Besucherrekord sei „schön“, aber der Mehraufwand habe auch geleistet werden müssen.

Beine hochlegen sei deshalb noch lange nicht – auch wenn im Park langsam Ruhe einkehrt. Die Tiere verlassen das Parkgelände in diesen Tagen. Ponys, Esel, Ziegen, Schweine und Co. ziehen in ihr Winterquartier nach Aspenstedt. Die Gärtner sind damit beschäftigt, etwa 4500 Tulpenzwiebeln in die Erde zu stecken. „Unsere Chefgärtnerin Sandra Pech hat sich intensiv darüber Gedanken gemacht, in welchen Farben der Park 2020 blühen soll“, sagt Meling.

Hauptaufgabe für die nächsten Monate ist allerdings die Ausbesserung der Miniatur-Sehenswürdigkeiten aus dem „Kleinen Harz“. Die Häuschen haben unter der massiven Sonneneinstrahlung gelitten. „Sorgenkind“ ist die Stiftskirche Quedlinburg. Das Dach ist aufgrund von Wettereinflüssen zerschlissen. Wie auch beim Halberstädter Dom. Das Wahrzeichen der Kreisstadt wird schon seit Mai restauriert. „Die Dachstruktur muss komplett überarbeitet werden“, sagt Meling. Und das bis aufs i-Tüpfelchen. Einige Mitarbeiter seien dafür sogar nach Halberstadt gefahren, um die Filialtürmchen einzuscannen. Sie sollen mit dem 3 D-Drucker im Bürgerpark nachmodelliert werden. „Das ist viel Aufwand und viel Arbeit“, sagt Parkchef Meling. „Wir hoffen, dass wir damit bis zur neuen Saison fertig sind.“

Diese startet an Karfreitag, dem 10. April 2020 – und wenn alles nach Plan läuft sogar mit einer neuen Attraktion: einem barrierefreien Wasserspielplatz mit Düsen, Spritzen und Wasserläufen. 92.000 Euro soll er kosten. „Wir haben über das Leader-Programm Fördergeld beantragt und bewilligt bekommen“, informiert Andreas Meling. Der Eigenanteil für den Park liege dabei bei 20 Prozent. Noch im November soll der Bau ausgeschrieben werden. Die Arbeiten sind dann für Februar und März geplant.

 Rekordjahr f?r B?rgerpark
Schmierereien an Gedenkstein im Harz

Harzgerode (vs) l Mit einem Hakenkreuz haben Unbekannte die Vorderseite eines Gedenksteins des an der B 242 bei Harzgerode gelegenen jüdischen Friedhofs beschmiert. Nach Polizeiangaben ereignete sich die Tat zwischen Montag, 14 Uhr, und Mittwoch 10 Uhr. Auf der Rückseite waren zudem SS-Runen aufgesprüht.

Die Beamten haben ein Verfahren wegen des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen eingeleitet. Der Staatsschutz ermittelt. Mitarbeiter des örtlichen Bauhofs haben umgehend damit begonnen, die Schmierereien auf dem seit längerer Zeit geschlossenen Friedhof zu beseitigen.

 Schmierereien an Gedenkstein im Harz
Zoff um Weihnachtsbaum in Wernigerode

Wernigerode l Kurt Reichel ist entrüstet. Am 20. November sollen morgens die Motorsägen anrücken. Im Auftrag der Stadtverwaltung Wernigerode wird eine der Fichten im Park am Floßplatz gefällt. Nicht etwa, weil von dem Nadelbaum eine Gefahr ausgeht, sondern damit er ein paar Wochen lang auf dem Weihnachtsmarkt stehen kann, bevor er dann entsorgt wird.

Für Kurt Reichel und seine Nachbarn ist das „Umweltfrevel“. „Im Wald sterben überall die Fichten“, sagt der Hasseröder. „Und hier haben wir einen gesunden Baum, der gefällt werden soll?“ Reichel schüttelt seinen Kopf. „Dabei brauchen wir doch heutzutage wirklich jeden Baum – gerade wegen der Kohlendioxid-Belastung.“

Der Rentner ist nicht einfach nur ein Anwohner. Kurt Reichel hat eine ganz besondere Beziehung zu der Fichte in der Parkanlage. Er selbst war es nämlich, der den Nadelbaum vor fast 30 Jahren mit einem weiteren in dem Park gepflanzt hat. „Die kleinen Fichten stammten aus meinem Garten.“ Sie hätte sich dort selbst ausgesät, sagt der gelernte Gärtner. Eine dritte folgte ein paar Jahre später. „In den Park musste einfach was hin.“ Die Fichten wuchsen zu stattlichen Bäumen – sehr zur Freude von Reichel und seinen Nachbarn am Floßplatz. Und damit soll nun Schluss sein?

Aus Sicht der Stadtverwaltung: ja. In Sachen Weihnachtsbaum stand man im Wernigeröder Rathaus bis vor kurzem noch mit dem Rücken zur Wand. Das Problem: Im stadteigenen Forst, in dem der Christbaum traditionell geschlagen wird, war einfach keine geeignete Fichte mehr zu finden. Trockenheit und Borkenkäfer hatten den Nadelbäumen in den vergangenen Jahren heftig zugesetzt.

Was also tun, damit Wernigerode in der Adventszeit nicht gänzlich auf seinen Hingucker verzichten muss? Die Stadtverwaltung startete einen Aufruf: Wer hat eine schöne Fichte auf seinem Grundstück stehen, die ohnehin weg muss? Die Resonanz war überwältigend. Mehr als 50 Bäume wurden angeboten, darunter sogar Mammutbäume und Fichten von auswärts.

„Wenn es so viele Alternativen gibt, warum muss es ausgerechnet unser Baum sein?“, fragt sich Kurt Reichel nun. Zumal gar nicht alle Bäume begutachtet wurden. Das habe er von einem Nachbarn erfahren. Der hatte seine Fichte vorgeschlagen. „Er hat daraufhin aber weder jemanden von der Stadtverwaltung gesehen, noch hat er eine Absage erhalten.“

Alle eingegangenen Angebote seien „gesichtet und geprüft“ worden, versichert Stadtsprecher Tobias Kascha auf Volksstimme-Nachfrage. Anhand von Luftbildern und der eingesandten Fotos habe man eine Vorauswahl getroffen. Einige Bäume seien den Stadtgärtnern bereits bekannt gewesen. Andere Angebote aus der Vorauswahl seien besichtigt worden. Viele Bäume hätten nicht mehr sehr gesund ausgesehen, „was sich in einem ausgedünnten Nadelbild“ gezeigt habe, so Kascha weiter. Wichtigstes Kriterium sei aber die gefahrlose Fällung der Bäume gewesen.

„Letztlich mussten wir uns wir uns doch für einen städtischen Baum entscheiden.“ Und dieser sei laut Kascha gar nicht so vital, wie die Anwohner am Floßplatz annehmen. „Man kann nicht mehr von einem gesunden Baum sprechen oder versichern, dass er noch ein, drei oder fünf Jahre dort steht“, teilt der Rathaussprecher mit. So sei nicht einmal hundertprozentig sicher gewesen, dass der Baum im November noch genügend Nadeln hat. „Denn auch er wird bereits in der Spitze leicht schütter.“ Man habe sich also nicht „wahllos“ für einen gesunden Baum entschieden, sondern „bewusst ausgesucht“.

Die Alternative wäre ein „kaum nachhaltiger künstlicher Baum oder der völlige Verzicht auf einen leuchtenden Baum“, so Kascha. Das sei wohl kaum von Einwohnern und Gästen gewollt, „sind wir doch als Touristen- und Weihnachtsstadt für unseren Weihnachtsbaum vor dem historischen Rathaus bekannt“.

Für Kurt Reichel ist das kein Trost. Er zweifelt die Aussagen der Stadtverwaltung an. „Dass der Baum angeblich befallen ist, ist doch nichts weiter als ein Alibi“, sagt der Rentner gegenüber der Volksstimme . Um nachzuweisen, dass der Borkenkäfer im Baum sei, müsse man ein Stück Rinde abtrennen. „Die Rinde ist aber nach wie vor intakt.“ Es hilft nichts: Wenn kein Weihnachtswunder geschieht, müssen sich Reichel und seine Nachbarn wohl oder übel an die Lücke in ihrem Park gewöhnen.

 Zoff um Weihnachtsbaum in Wernigerode
So fiel die Grenze in Stapelburg

Stapelburg l Vor genau 30 Jahren stand Steffi Geisler an der gleichen Stelle. Damals mit ihrem eigenen Kind auf dem Arm und voller Unglauben, dass das Geschehen um sie herum Realität ist, wie sie berichtet. Die Grenze, die 28 Jahre lang den Osten vom Westen trennte, war geöffnet. Um sich das mit eigenen Augen anzusehen, sei sie damals aus Abbenrode gekommen. 10 957 Tage später, erläutert die Lehrerin Drittklässlern aus Stapelburg, wie sie sich damals fühlte, warum es ein Tag zum Feiern ist und warum hier so viele Menschen aus Sachsen-Anhalt und Niedersachsen zusammenkommen.

„Bis vor 30 Jahren durfte hier niemand hergehen“, sagt sie zu den Kindern. Können die überhaupt schon begreifen, was eine Grenze mitten in Deutschland bedeutet? „Es ist erstaunlich, wie viel sie schon wissen“, sagt Steffi Geisler. „Sie stellen viele Fragen, das Thema interessiert sie.“

Die Grundschüler warten gespannt darauf, sich den ehemaligen Grenzbunker und alte Militärfahrzeuge, die auf dem Gelände ausgestellt werden, anzusehen. Derweil präsentieren ältere Schüler – vom Landschulheim Grovesmühle, dem Fallstein-Gymnasium Osterwieck, vom Gerhart-Hauptmann-Gymnasium Wernigerode und vom Niedersächsischen Internatsgymnasium Bad Harzburg – Besuchern der Gedenkveranstaltung des Landes Sachsen-Anhalt und des Harzkreises ihre Auseinandersetzungen mit der jüngeren deutschen Geschichte. Die Jugendlichen zeigen selbst gedrehte Filme und Interviews mit Zeitzeugen wie Benno Schmidt alias „Brocken-Benno“, präsentieren Info-Tafeln und stellen Projekte vor.

Das Osterwiecker Gymnasium besitzt die Patenschaft für das Grenzdenkmal in Wülperode, welches in der Nacht zum 9. November von Unbekannten zerstört wurde. „Lassen Sie sich davon nicht entmutigen“, appelliert Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU). Er verspricht in der Festveranstaltung: „Wir bauen das gemeinsam wieder auf.“ In dem Fall ermittelt nun der polizeiliche Staatsschutz.

Haseloff ist gemeinsam mit Umweltministerin Claudia Dalbert (Bündnis 90/Grüne) zum Empfang der Gemeinde Nordharz am Grenzdenkmal am Grünen Band in Stapelburg gekommen. In seiner Ansprache betont er, wie sehr die Ereignisse vor 30 Jahren ihm in Erinnerung geblieben sind. Und in seinem Ausweis. Das Visum, das er 1989 für Grenzübertritte ausgestellt bekommen habe, trage er darin bis heute bei sich, verrät er, bevor er wieder ernst wird. „Die Menschen haben sich zu Recht das Recht genommen, die Mauer einzureißen.“ Das gelte insbesondere für die Stapelburger, die in Sichtweite zu den niedersächsischen Nachbarn lebten, ohne sie je erreichen zu können.

Heute, 30 Jahre nach dem Mauerfall, gebe es noch immer Unterschiede zwischen Ost und West, räumt der Ministerpräsident ein. „Aber man darf die Lebensleistung, was bisher erreicht wurde, nicht klein reden“, betont er. „Wir können dankbar dafür sein, dass wir heute hier nicht mehr im Todesstreifen sind.“ Haseloff fordert Lehrer und Eltern auf, die Geschehnisse an die folgenden Generationen zu vermitteln.

Interessiert die das überhaupt? Wollen Schüler von heute wissen, was damals passiert ist? „Ich finde das alles sehr spannend“, sagt Marika Linde aus Wernigerode. „Meine Eltern haben mir ganz viel erzählt. Bei ihren Geschichten habe ich mit ihnen gelitten und mich gefreut“, sagt die 15-Jährige.

Wie die Familie der Schülerin erinnern sich dieser Tage viele an die turbulente Zeit rund um die Grenzöffnung. Zu ihnen zählen Margot und Joachim Kiesl. Die beiden leben heute in Seesen, vor 30 Jahren wohnten sie bei Eberswalde (Brandenburg). „Meine Schwester und ich wollten am 10. November 1989 zu unserer Tante nach Bad Harzburg reisen, sie hatte einen Tag später 50. Geburtstag.“

Das Visum schon in der gepackten Tasche, hörte die heute 65-Jährige vom Mauerfall in Berlin – und hat es nicht fassen können. Am nächsten Tag habe sie sich dort auf dem Weg zur Grenze in einem Menschenauflauf wiedergefunden – wohl als eine der wenigen, die ein Visum hatten. Die Grenzöffnung, so sagt sie, sei „das Beste, was passieren konnte“. Sie könne nicht verstehen, dass es bis heute Menschen gibt, die das anders sehen. Ihr und ihrem Mann seien keine Vorurteile entgegengebracht worden, als sie vor 22 Jahren als „Ossis“ nach Seesen zogen. Für das Ehepaar ist es wichtig, heute – natürlich nachdem sie der Tante in Bad Harzburg zum 80. Geburtstag gratuliert haben – beim Jubiläum in Stapelburg dabei zu sein.

Hier sind Werner Simon und Peter Röhling gefragte Interviewpartner. Sie waren damals aktiv an der Grenzöffnung beteiligt – der eine auf DDR-Seite, der andere in der BRD.

Röhling, damals 24 Jahre alt, arbeitete gerade am Haus, das er im 500-Meter-Sperrgebiet in Stapelburg gekauft hatte. „Meine Frau hörte im Radio, dass die Grenze geöffnet werden soll.“ Also habe er Kaffee, Kuchen, Kinder und Stühle ins Auto gepackt und sei losgefahren. Die Grenzer wollten ihn jedoch nicht durchlassen, berichtet der Stapelburger den Besuchern. Unter anderem hätten die Soldaten gesagt, dass ihnen das Werkzeug fehle. „Das war unser Stichwort. Wir waren mit dem Trabbi da, da hat man immer Werkzeug dabei“, berichtet Röhling und erntet dafür Lacher aus dem Publikum.

Auf der anderen Seite der Grenze stand vor 30 Jahren Werner Simon, seit 1966 beim Bundesgrenzschutz. „Eine echte Überraschung“ seien die DDR-Bürger gewesen, die einfach die Grenze auseinander geschraubt haben. „Dafür gibt es kein Drehbuch“, sagt Simon. Bis heute halten die beiden Männer Kontakt und berichten von ihrer ersten Begegnung. Erst vor wenigen Tagen war Röhling dafür in Lochtum eingeladen. „Vor 30 Jahren war es einfacher zum Mond zu kommen, als dahin“, sagt er. Er appelliert an die Schüler: „Hört euch die alten Kamellen an. Man darf die Geschichten nicht vergessen.“

 So fiel die Grenze in Stapelburg
Staus an Auffahrt Blankenburg-Zentrum

Blankenburg l Mehr Zeit einplanen müssen Autofahrer derzeit an Blankenburgs Ortsausgang Richtung Heimburg und Langenstein. Lange Schlangen von Pkw und Lkw bildeten sich am Montag, 11. November, auf der Neuen Halberstädter Straße/ B81. Der Grund für die Staus: Die Auffahrt Blankenburg-Zentrum auf die Autobahn 36 in Richtung Braunschweig/ Wernigerode ist voll gesperrt.

„Die Asphaltdecke der Anschlussstelle wird erneuert“, erläutert Andreas Tempelhof, Sprecher des Verkehrsministeriums von Sachsen-Anhalt, auf Volksstimme-Anfrage. Geplant sei, dass die Auffahrt am Freitag, 22. November, gegen 15 Uhr wieder freigegeben werden soll. „Wenn das Wetter mitspielt“, so Tempelhof über die am 6. November begonnenen Bauarbeiten.

Der Ministeriumssprecher empfiehlt Autofahrern die ausgeschilderten Umleitungen über die benachbarten A36-Anschlussstellen Heimburg und Blankenburg. Die Bauarbeiten an der Auffahrt Blankenburg-Zentrum gehören zu einem Sanierungsprogramm, mit dem Stück für Stück die im Fachjargon Rampen genannten Straßenstücke erneuert werden.

 Staus an Auffahrt Blankenburg-Zentrum
Barrierefreies Reisen im Harz

Wernigerode/Goslar (dpa) l Wanderwege für Rollstuhlfahrer, barrierefreie Ausstellungen und Hubwagen für einen leichten Zustieg in die Brockenbahn: Barrierefreies Reisen gewinnt im Harz an Bedeutung. "Das Thema ist seit langem wichtig für uns", sagte die Sprecherin des Nationalparks Harz, Mandy Gebara, in Wernigerode. Bei Neu- und Umbauarbeiten werde darauf geachtet, dass alle Gäste und Mitarbeiter die Nationalparkhäuser und Besucherzentren gut nutzen könnten. So gebe es mittlerweile rollstuhlgerechte Büroräume, ausgewiesene Parkplätze und barrierefreie Sanitäranlagen. Auch bei Ausstellungen, Waldpfaden und Ausflugsorten in den höheren Lagen werde an Menschen mit Behinderungen oder Einschränkungen gedacht. Allerdings gebe es noch weiteren Handlungsbedarf.

In Deutschland lebten etwa zehn Millionen Menschen mit Behinderungen, sagte die Sprecherin des Harzer Tourismusverbands, Christin Wohlgemuth, in Goslar. "Ein Großteil der Betroffenen möchte auch die Chance erhalten, in den Urlaub zu fahren", erklärte sie. Bei Projekten zum barrierefreien Reisen im Harz seien zahlreiche Ideen in den vergangenen Jahren entstanden und umgesetzt worden. Nicht nur Menschen mit Gehbehinderungen, sondern auch seheingeschränkte, gehörlose oder anderweitig beeinträchtigte Menschen wurden berücksichtigt.

So wurde die im Oktober neu eröffnete Nationalparkausstellung im Brockenhaus auf dem höchsten Berg des Harzes für Menschen mit Behinderungen grundlegend verbessert, erklärte Mandy Gebara. Unter anderem wurde eine bisher nur über Treppen erreichbare Empore mit einem durchgängigen Rundweg für Rollstuhlfahrer ausgestattet.

Viele Exponate in den drei Ausstellungsetagen würden nun über Audio-Module erklärt, hieß es. "Im Multimediaguide sind zudem Audiotexte als Lesetexte verfügbar, Schriftgrößen und Kontrasteinstellungen können auf die persönlichen Bedürfnisse angepasst werden", sagte Gebara. Um überhaupt zum Brockenhaus zu gelangen, können Rollstuhlfahrer in den schneefreien Monaten dank sogenannter Hubwagen in die Brockenbahn gelangen und auf die Kuppe fahren.

"Neben solchen Großprojekten sind wir aber auch stolz auf viele kleine Fortschritte", sagte Gebara weiter. Es gebe mehr Rampen, behindertengerechte Toiletten, Leitsysteme für blinde und sehbehinderte Menschen, ein rollstuhlgerechtes Erlebnis-Kino und neue Ausschilderungen in den Waldgebieten.

Derzeit werde eine Ausstellung im Haus der Natur in der niedersächsischen Stadt Bad Harzburg bis zum kommenden Frühjahr erneuert. "Aktuell noch vorhandene Treppenstufen werden dann Geschichte sein", so die Sprecherin. "Zudem setzen wir auf eine kontrastreiche Gestaltung, kurze Texte, viele Audioinhalte und das Mehrsinnesprinzip."

Da der Harz oft bergig und steil sei, bevorzugten viele Menschen mit Behinderungen die Fachwerkstädte mit ihren zahlreichen Kultur- und Freizeiteinrichtungen, erklärte Wohlgemuth. Auch in den beliebten Touristenorten werde auf Barrierefreiheit geachtet. Doch die Umstellung habe ihren Preis.

"Je nach Projekt reichen die Kosten von einigen Arbeitsstunden der Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen oder Ehrenamtlichen bis hin zu fünfstelligen Summen bei größeren Bauvorhaben", betonte Gebara. Das Indoor-Spielehaus in Halberstadt etwa habe sich auf Besucher mit Handicap spezialisiert und viel Geld investiert, nannte Wohlgemuth als Beispiel. "Hierfür gab es auch Fördergelder in Höhe von 1,6 Millionen Euro vom Ministerium für Landesentwicklung und Verkehr."

Die barrierefreien Angebote sind den Angaben zufolge beliebt. "Die Resonanz ist gut und die Angebote werden angenommen", sagte Gebara. So sei direkt zur Ausstellungseröffnung im Nationalpark-Besucherzentrum Brockenhaus eine Besucherin mit Rollstuhl aus den Niederlanden mit ihrer Familie zu Gast gewesen. "Sie äußerten sich sehr begeistert", so die Sprecherin. Auch die Harz-Information will weiter barrierefreie Vorhaben unterstützen. Denn: "Von Hotelpartnern aus dem niedersächsischen Harz wissen wir, dass die wenigen barrierefreien Zimmer immer stark nachgefragt sind."

 Barrierefreies Reisen im Harz